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M&A kommt als Investmentthema zurück

13.09.2016, 11:46  |  578   |   |   

Fünf Trends sprechen für eine Wiederbelebung der globalen M&A-Aktivitäten. Das glauben die beiden M&A-Spezialisten von AB Mark Phelps, CIO Concentrated Global Growth Equities und Dev Chakrabarti, Portfolio Manager.

2016 war bislang ein relativ ruhiges Jahr für globale M&A-Aktivitäten. So gibt es laut Mark Phelps, CIO Concentrated Global Growth Equities, und Dev Chakrabarti, Portfolio Manager bei AB, zwar einzelne große Übernahmen. Das Volumen umfasse jedoch bislang laut FactSet Research Systems nur 2,4 Billionen US-Dollar. Das würde darauf hindeuten, dass 2016 weit hinter den beiden vorherigen Jahren zurückbleiben wird.

Zu den größten Übernahmen gehört zum Beispiel der 96 Milliarden Euro teure Kauf des Brauunternehmens SABMiller durch den Marktführer Anheuser-Busch InBev. Die beiden Autoren sind jedoch der Auffassung, dass eine Reihe von Trends in den kommenden Monaten eine Wiederbelebung der M&A-Aktivitäten entfachen könnte.

Trends, die für stärkere M&A-Tätigkeit sprechen

Unternehmen achten bei Targets verstärkt auf Qualität und kaufen Marktführer. Diese bieten Wachstumschancen in einem schwächeren konjunkturellen Umfeld.

 Insgesamt sprechen diese fünf Trends für eine Zunahme der globalen Übernahmetätigkeit:

1. Günstige Finanzierung: Zinsniveaus auf historischen Tiefständen erleichtern den Unternehmen die Finanzierung einer Übernahme. 

2. Niedriges globales Wachstum: Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie Umsatzsteigerungen nicht ohne Zukäufe erzielen können. 

3. Großbritannien ist günstig: Nach dem Brexit-Referendum wissen viele potenzielle Käufer, dass sie britische Qualitätsunternehmen aufgrund des fallenden Pfundes zu Schnäppchenpreisen erwerben können. So machten im Juli Übernahmen britischer Firmen laut FactSet Research Systems 27 Prozent des globalen Deal-Volumens aus. Nur knapp einen Monat nach der Volksabstimmung hätte die SoftBank aus Japan das britische Technologieunternehmen ARM Holdings für 24,3 Milliarden Pfund gekauft. 

4. Japan kauft: Durch den Anstieg des Yens gegenüber dem US-Dollar und dem Euro in diesem Jahr werden westliche Übernahmeziele für japanische Unternehmen erheblich günstiger. „Und da die heimische Wirtschaft Nippons weiterhin stagniert, liegt es nahe, dass die dortigen Unternehmen anderswo nach Wachstumsmöglichkeiten fahnden“, so die Autoren.  

5. China kauft auch: Chinesische Käufer sind global auf der Suche. „Angesichts zunehmend stockenden Wachstums im Inland suchen sie vor allem außerhalb Chinas nach Expansionsmöglichkeiten. Finanzierungsquellen gibt es zur Genüge. Zu den prominentesten Beispielen zählen die laufende Übernahme von Syngenta aus der Schweiz durch China National Chemical für 43 Milliarden US-Dollar und das 921-Millionen-Pfund-Gebot von Dalian Wanda Group für die britische ODEON & UCI Cinemas Group“, so Phelps und Chakrabarti.

Laut der M&A-Plattform Mergermarket fiel allerdings das Übernahmevolumen in Europa im ersten Halbjahr 2016 um 19,3 Prozent auf knapp 343 Milliarden US-Dollar. Es macht immer noch 25,9 Prozent des globalen Gesamtvolumens aus. Alleine die USA und Kanada kommen auf ein Marktanteil von rund 45 Prozent, erlebten jedoch ein Rückgang beim M&A-Volumen in Höhe von 31,5 Prozent. Das japanische M&A-Volumen wuchs hingegen um knapp 68 Prozent auf 30,7 Milliarden US-Dollar.

(KR)



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Konstantin Riffler hat mehr als 10 Jahre an Erfahrung als Redakteur und Journalist in Deutschland, Großbritannien und Asien. Seine Spezialgebiete sind Fondsmanagement, Investmentthemen, IPOs, M&A und Digitalwirtschaft. Als Redakteur und Content-Manager bei €uro Advisor Services GmbH ist er zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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