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Trump greift Yellen an "Die Fed hat mit den Nullzinsen einen künstlichen Aktienmarkt geschaffen"

14.09.2016, 10:09  |  4767   |   |   

Während in den Medien die Berichte über den schlechten Gesundheitszustand von Hillary Clinton hohe Wellen schlagen, knöpft sich Donald Trump einmal mehr die US-Notenbank vor. Sie halte die Zinsen viel zu niedrig, während sich der Schuldenberg unter Präsident Barack Obama verdoppelt habe. Ein möglicher Anstieg der Zinsen hätte verheerende Folgen.

Trotz der jüngsten Korrektur notiert der S&P500 in der Nähe des Rekordhochs: Während Analysten die 2016er-Gewinnschätzungen für den Index immer weiter gesenkt haben, hält die Erwartung der Investoren auf eine anhaltend lockere Geldpolitik den S&P500 in luftigen Höhen. Zuletzt hat Donald Trump, die Fed für die sehr lockere Geldpolitik einmal mehr scharf kritisiert. Trotz der Zinserhöhung vom Dezember 2015 auf 0,25 bis 0,5 Prozent gibt es in den USA seit dem Dezember 2008 Nullzinsen – also seit mehr als 90 Monaten. „Die Zinsen sind bei null, weil Janet Yellen politisch ist. Sie tut das, was Präsident Obama von ihr erwartet. Wenn die Zinsen eines Tages steigen sollten, wird der Aktienmarkt höchstwahrscheinlich stark fallen“, sagte Trump. „Es ist ein künstlicher Aktienmarkt, weil es Geld praktisch für umsonst gibt.“ Weil es am Anleihemarkt nur noch sehr geringe Zinsen gibt, greifen Investoren auf der verzweifelten Suche nach Rendite bei Aktien zu. Dabei nehmen die Risiken eines Engagements am Aktienmarkt weiter zu, weil die ohnehin sehr hohe Bewertung des Aktienmarkts weiter ansteigt.

US-Staatsschulden haben sich annähernd verdoppelt

Trump bezweifelt, dass Yellen bei der Sitzung am 21. September die Zinsen anheben wird. „Wenn überhaupt, wird es höchstens eine sehr, sehr kleine Anhebung sein, weil die Fed den Aktienmarkt oben halten will und sich Obama (im Januar) verabschieden kann. Obama will für den Rest seines Lebens Golf spielen. Ihn interessiert es nicht, was nach Januar passieren wird“, sagte Trump. „Wir haben 20 Billionen Dollar Staatsschulden. Während Obamas Amtszeit haben sich die Schulden verdoppelt.“ Seit dem Amtsantritt von Barack Obama im Januar 2009 sind die Staatsschulden von 10,7 Billionen Dollar auf horrende 19,5 Billionen Dollar nach oben geschossen. Das sind herbe 105 Prozent der Wirtschaftsleistung. „Die Fed hält die Zinsen künstlich niedrig, damit die Wirtschaft nicht abtaucht und damit Obama sagen kann, er habe einen guten Job gemacht... Wir haben eine sehr künstliche Wirtschaft. Sie läuft schlecht, jeder weiß das.“

Nullzinsen treiben Aktienmarkt nach oben

„Das einzige was stark ist, ist der künstliche Aktienmarkt. Er ist nur deswegen stark, weil es praktisch Geld für umsonst gibt. Er ist eine Blase… Wenn die Zinsen so niedrig sind, ist es sehr schwierig, dass der Aktienmarkt nicht gut läuft. Irgendwann werden die Zinsen aber steigen müssen.“ Verlierer der Geldpolitik der Fed seien die Sparer in den USA. „Sie haben jahrzehntelang Geld gespart und nun bekommen sie praktisch null Zinsen auf ihr Geld.“

Investoren warten gespannt auf den 21. September. Sollte Yellen trotz gegenteiliger Beteuerungen einmal mehr die Zinsen nicht erhöhen, dürfte Trump mit seiner Kritik an der Fed noch einmal nachlegen.

Wertpapier: S&P 500


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Kommentare

Zitat Trump: "Wir haben eine sehr künstliche Wirtschaft. Sie läuft schlecht, jeder weiß das.“- Man kann von ihm halten, was man will, aber da hat er Recht! Was Yellen und Co. da treiben, ist, sinnbildlich gesprochen, einem fallenden Bergsteiger den Boden, auf dem er aufschlagen wird, nur tiefer zu graben und somit seinen Sturzflug zu verlängern.

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