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Aktien Frankfurt: Kaum verändert wegen Ungewissheit über Zinsentwicklung
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Kaum verändert wegen Ungewissheit über Zinsentwicklung

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
15.09.2016, 14:55  |  529   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Unsicherheit über die Zinsentwicklung in den USA lässt die Anleger am deutschen Aktienmarkt weiter abwarten. So bewegten sich die wichtigsten Indizes auch am Donnerstag nur wenig, obwohl viele US-Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Der Leitindex Dax pendelte um seinen Vortagesschluss und stand am frühen Nachmittag 0,07 Prozent im Minus bei 10 371,28 Punkten. Aktuell befänden sich die Anleger im Wartemodus, schrieb Marktanalyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets.

Die bisherige Wochenbilanz des Dax ist mit knapp 2 Prozent Minus negativ. Am Markt herrsche immer noch ein hohes Maß an Unsicherheit, sagte Händler Markus Huber von City of London Markets. Die Anleger fragten sich weiterhin, wann die US-Notenbank Fed eine härtere Gangart einschlage. Äußerungen von US-Notenbankern über eine weitere Leitzinserhöhung waren zuletzt widersprüchlich, was für heftige Kursausschläge sorgte. Die Fed wird am Mittwoch nächster Woche ihre geldpolitischen Maßnahmen bekanntgeben. Höhere Zinsen machen Anleihen gegenüber Aktien attraktiver.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen fiel bis zum frühen Donnerstagnachmittag um 0,11 Prozent auf 21 053,35 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,09 Prozent auf 1749,53 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bewegte sich ebenfalls kaum vom Fleck.

SIEMENS SCHNELLEN AN DAX-SPITZE

Die Aktien von Siemens stiegen an der Dax-Spitze um gut 1,5 Prozent. Unternehmens-Chef Joe Kaeser sieht den Elektrokonzern kurz vor dem Abschluss des Geschäftsjahres auf gutem Kurs. "In diesem Jahr liegen wir gut, was unseren Ausblick betrifft", sagte Kaeser der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im Blick blieben auch die Papiere von Bayer : Einen Tag nach der Ankündigung, sich mit dem US-Biotechnologiekonzern Monsanto über dessen Übernahme geeinigt zu haben, fielen die Papiere der Leverkusener um rund 1,5 Prozent. Tags zuvor hatten sie bereits anfängliche Kursgewinne deutlich reduziert und am Ende lediglich 0,27 Prozent höher geschlossen. Nun meldeten sich viele Analysten mit ihren Einschätzungen zu Wort.

Im MDax sorgten vor allem Analystenkommentare für teils deutliche Bewegungen. So knüpften die Aktien von Krones an ihren jüngsten Kursrutsch an und fielen um knapp 4 Prozent. Das Margensteigerungspotenzial des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen dürfte mittlerweile nahezu aufgebraucht sein, schrieb der Experte Hans-Joachim Heimbürger vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Zuvor hatte bereits eine skeptische Studie der Bank UBS für Verkaufsdruck gesorgt.

LEONI SACKEN ANS MDAX-ENDE

Am Index-Ende sackten die Anteilsscheine von Leoni um rund 6 Prozent ab. Der Kabelhersteller und Autozulieferer hatte am Mittwoch wegen des millionenschweren Betrugsfalls seine Prognose gesenkt. Die Aktien waren jedoch nur kurzzeitig kräftig abgesackt und hatte sich später sogar ins Plus gerettet. Nun sorgte Kepler-Analyst Michael Raab mit einer Kurszielsenkung für neuen Verkaufsdruck. Der Betrugsfall koste den Konzern etwa 27 Prozent der Barmittel, die zum Ende des zweiten Quartals in der Kasse gewesen seien. Das sei ein schweres Pfund.

Unter den Favoriten im SDax der gering kapitalisierten Werte stiegen die Anteilsscheine von Borussia Dortmund um knapp 2 Prozent. Der Bundesliga-Klub hatte sich mit seinem höchsten Champions-League-Sieg nach einem Jahr Pause furios zurückgemeldet. Beim 6:0 über Außenseiter Legia Warschau machte der BVB gleich einen großen Schritt auf dem Weg in Richtung Achtelfinale./la/fbr

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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