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ETF Securities - September Ausblick 2016 Öl: feste Handelsspanne von 40-55 USD je Barrel

Nachrichtenquelle: ETF Securities
19.09.2016, 13:53  |  614   |   |   

Die Rohölmärkte haben ein volatiles Quartal hinter sich. Als der Ölpreis im Juli über 52 USD je Barrel stieg, wurden zahlreiche Förderanlagen in den USA wieder in Betrieb genommen, was für anhaltend hohe Bestände an raffinierten Produkten sorgte und somit zur Belastung für die Preise wurde. Gleichzeitig erhöhte die OPEC erneut ihr Fördervolumen, und auch die Zahl der ungeplanten Ausfälle ging zurück. In der Folge sank der Ölpreis Anfang August unter 40 USD je Barrel, nur um innerhalb der nächsten drei Wochen wieder auf 50 USD je Barrel zu klettern. Unseres Erachtens dürfte Öl auch in den kommenden Quartalen innerhalb dieser Spanne gehandelt werden, bis die deutliche Kürzung der Investitionen allmählich beim Angebot spürbar wird.

Nach zweieinhalb Jahren mit einem Angebotsüberschuss verzeichnete der Markt im dritten Quartal 2016 schließlich ein Angebotsdefizit. Auch im kommenden Jahr dürfte größtenteils ein leichtes Defizit auf der Angebotsseite bestehen. Dieser Umstand dürfte zum Abbau des hohen Bestandsüberhangs bei Rohöl beitragen, doch für einen nachhaltigen Anstieg der Preise auf über 55 USD je Barrel muss das Angebot weiter sinken.

 

Drosselung der Produktion außerhalb der OPEC

Infolge der sinkenden Ölpreise im November 2014 kündigten die Öl- und Gasunternehmen laut einer Analyse von Wood Mackenzie eine Reduzierung ihrer Investitionen um 740 Mrd. USD in den Jahren 2015-2020 an. In Kombination mit Investitionskürzungen in der konventionellen Exploration belaufen sich die Einsparungen auf über 1 Bio. USD. Besonders stark gespart wird in den USA (125 Mrd. USD in den Jahren 2016-2017 plus weitere Einsparungen von 200 Mrd. USD bis 2020). Der größte Teil der rückläufigen Produktion außerhalb der OPEC geht bisher auf die Reduzierung der Zahl der aktiven Förderanlagen in den USA um 80% zurück. Die in den USA stark vertretene Schieferöl-Industrie reagiert rasch auf Marktentwicklungen, und die Produktion kann schneller an aktuelle Preisentwicklungen angepasst werden als in der konventionellen Ölförderung, die immer eine gewisse Vorlaufzeit benötigt. So wurden beispielsweise in der Nordsee die Investitionen seit 2014 um 36% (27,5 Mrd. USD) gekürzt, während gleichzeitig die Produktion von Januar-Mai 2016 höher ausfiel als im gleichen Zeitraum 2015 und 2014. Doch in Großbritannien sollen in den kommenden 5 Jahren 140 Felder stillgelegt werden (davon alleine 50 schon 2016), und die Produktion bis zum Jahresende dürfte unter den Werten von 2015 liegen.

 

OPEC-Produktion mit rückläufiger Tendenz

Obwohl die Zahl der bekannten Ausfälle in den OPEC-Ländern in den letzten Monaten gesunken ist, ist das Fördervolumen (ohne den Iran) hinter den Höchstwerten vom Oktober 2015 zurückgeblieben. Obwohl sich die iranische Produktion wieder den Werten vor der Verhängung der Sanktionen von 3,7 Mio. Barrel/Tag annähert, dürfte das Land Probleme haben, die Förderung ohne massive ausländische Investitionen weiter zu steigern. Im Rahmen des Iran Petroleum Contract (IPC) will Teheran Investitionen im Volumen von 70 Mrd. USD ins Land holen. Der Plan ist eine Weiterentwicklung des vorherigen Rückkaufplans, der aufgrund knapper Renditen, strenger Strukturen und seiner begrenzten Laufzeit bei ausländischen Investoren auf Ablehnung gestoßen war. Während der neue Plan den Anlegern ein Stück weit entgegenkommt, wären die Unternehmen auch an die vereinbarten Konditionen gebunden, wenn die UN erneut Sanktionen gegen Iran erlässt. Somit dürfte sich das Land bei der Suche nach Investoren auch weiterhin schwer tun. Das Interesse am neuen Vertragsentwurf ist verhalten, insbesondere auch, weil noch nicht alle Details veröffentlicht wurden.

Die Ausweitung der Ölproduktion in Saudi-Arabien in den letzten zwei Monaten basierte vor allem auf dem saisonbedingten Anstieg der Binnennachfrage. Tatsächlich sind die saudi-arabischen Bestände zwischen Januar und April um 285.000 Barrel/Tag gesunken (2015: Rückgang um 40.000 Barrel/Tag). Somit steigert das Königreich seine Produktion nicht im gleichen Tempo wie seine Verkäufe.

 

Die Marktteilnehmer wurden zuletzt durch Gespräche um eine Stabilisierung des Marktes durch Russland und Saudi-Arabien im Vorfeld des informellen OPEC-Gipfels Ende September ermutigt. Der enttäuschende Verlauf früherer Gesprächsrunden dieser Art lässt jedoch auch weiterhin nur eine bescheidene Ausweitung der OPEC-Produktion erwarten. Wir erwarten ein globales Angebotsdefizit trotz der geringfügigen Steigerung der OPEC-Produktion.

Gleichzeitig ist die Fördermenge in Venezuela, das mit einer wirtschaftlichen und politischen Krise zu kämpfen hat, auf 170.000 Barrel/Tag gesunken, da die unzureichende Stromerzeugung für Unterbrechungen in der Produktion sorgt. Angaben der IEA zufolge scheint ein Rückgang der Produktion um 200.000 Barrel/Tag relativ zum Vorjahr unvermeidlich, da ausländische Serviceunternehmen ihre Aktivität in Venezuela reduzieren und internationale Ölunternehmen bei der Rückzahlung von Verbindlichkeiten auf Probleme stoßen.

Untergrenze bei 40 USD, Obergrenze bei 55 USD

Im aktuellen Umfeld niedriger Preise senken die Ölunternehmen ihre Kosten, um ihre Profite zu wahren. Entsprechend sind auch die Breakeven-Preise für Öl gesunken. So ist die Rentabilitätsgrenze in der US-Schieferölproduktion zwischen 2014 und 2016 von über 80 USD auf unter 40 USD je Barrel gesunken.

Angaben des IWF zufolge ist der Grenzwert für einen positiven Haushalt in Saudi-Arabien (der Ölpreis, bei dem die Regierung ihre Ausgaben und Steuereinnahmen ausgleichen kann) zwischen 2014 und 2016 von 105,7 USD auf 66,7 USD je Barrel gesunken.

 

Da Öl nun günstiger gewinnbringend produziert werden kann, erkennen wir bei 55 USD je Barrel vorerst eine Obergrenze für den Ölpreis, da die US-Ölproduzenten schnell auf steigende Preise reagieren können. In der Tat ist die Zahl der aktiven Förderanlagen in den USA in den letzten acht Wochen gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass US-Schieferöl aus diesen Anlagen zum aktuellen Preis bereits einen Profit abwirft.

Um jedoch zu gewährleisten, dass die zukünftige Ölproduktion die globale Nachfrage bedienen kann, dürfen die Preise unseres Erachtens nicht deutlich unter die Marke von 40 USD je Barrel sinken. So liegt beispielsweise die Rentabilitätsgrenze für die meisten Förderanlagen auf dem Festland bei 43 USD bzw. bei Schieferöl bei 65 USD je Barrel.

 

 

 

 



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ETF Securities ist einer der weltweit führenden, unabhängigen Anbieter von börsennotierten Rohstoffprodukten (ETPs) und bietet eine umfangreiche Palette an börsennotierten Aktien-, Rohstoff- und Währungsprodukten an. Das Unternehmen hat im Jahr 2003 das erste börsennotierte, physisch hinterlegte Gold-Produkt emittiert. Mittlerweile bietet ETF Securities über 300 ETPs in den Assetklassen Rohstoffe, Währungen und Aktien an, die an den wichtigsten Börsen weltweit notiert sind.

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ETF Securities - September Ausblick 2016 Öl: feste Handelsspanne von 40-55 USD je Barrel

Die großen Öl- und Gasunternehmen haben eine Reduzierung ihrer Investitionen in Exploration und Förderung um 1 Bio. USD angekündigt. Dies dürfte sich zeitlich versetzt auf das Marktangebot auswirken. Ohne neue Investitionen dürften die OPEC-Länder Probleme haben, ihre Produktion nachhaltig zu steigern. Die rückläufigen Kosten haben eine Absenkung der Gewinnschwelle bewirkt, doch zur Absicherung der zukünftigen Produktion dürften die Preise nicht deutlich unter die Marke von 40 USD je Barrel fallen.

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