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Starke Stürme, heftige Böen, steife Brisen: Welche Versicherungen nach Unwetterschäden zahlen

Gastautor: Dieter Fromm
20.09.2016, 10:00  |  186   |   |   

Sie heißen Niklas, Xaver oder Christian. Die Namen wirken alles andere als bedrohlich. Doch der Schein kann trügen. Denn Niklas, Xaver und auch Christian hießen Stürme, die über Deutschland hinweggefegt sind. Und "Kyrill" war einer der schlimmsten. Am 18. und 19. Januar 2007 raste der Orkan mit diesem Namen über Europa durch und hinterließ ein Bild der Verwüstung.

In Deutschland verursachte "Kyrill" Sachständen von weit mehr als 1 Milliarde Euro. Betroffen waren in der Hauptsache Wohngebäude, also Ein- und Mehrfamilienhäuser. Weil die Beseitigung von Sturmschäden im Einzelfall einen hohen fünfstelligen Eurobetrag oder noch mehr kosten kann, ist eine Wohngebäudeversicherung mit einem möglichst lückenlosen Leistungsumfang für den Immobilieneigentümer existenziell nötig. Doch nicht nur eine Wohngebäude-Police kann vor bösen finanziellen Überraschungen schützen, sobald Niklas, Kyrill oder unter welchen Namen auch immer die künftigen Stürme und Orkane ihr Unwesen treiben. Die Details:

Wohngebäudeversicherung: Zum Leistungsumfang zählt nicht nur die Übernahme der Reparaturkosten eines abgedeckten oder beschädigten Daches. Der Versicherer zahlt in der Regel auch die Folgekosten etwa für die Beseitigung von Schäden durch in ein Gebäude eintretendes Regenwasser. Tipp: Prüfen Sie anhand Ihrer Versicherungsbedingungen, ob auch die Aufräum- und Abbruchkosten nach Verwüstungen durch einen Orkan inbegriffen sind. Nicht nur das Haupthaus, auch Nebengebäude wie das heimelig gestaltete Gartenhaus, Carports und Garagen sollten in den Versicherungsschutz einbezogen werden.

Übrigens: In puncto Windstärke hat jeder Mensch seine eigenen, deshalb subjektiven Empfindungen. Was der eine etwa als handfesten Sturm empfindet, ist für den anderen nur ein laues Lüftchen. An "gefühlten" Windstärken orientieren sich Wohngebäudeversicherer allerdings nicht. Relevant ist ein Sturm für den Versicherer erst ab Windstärke 8. Dies entspricht umgerechnet einer Windgeschwindigkeit von mindestens 62 Kilometern pro Stunde. Der Versicherungsnehmer muss allerdings die Windstärke nicht selbst messen. Zum Nachweis reicht die von einer regionalen Wetterstation aufgezeichnete Sturm- oder Windstärke. So eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe unter dem Aktenzeichen 12 U 251/04.

Bauleistungsversicherung: Erfahrungsgemäß sind noch nicht fertiggestellte Immobilien besonders schadenanfällig bei Stürmen und Orkanen. Bauherren treffen Vorsorge durch den Abschluss einer Bauleistungsversicherung. Nach einem Sturm oder Orkan zahlt der Versicherer zerstörte Bauteile und/oder Baustoffe. Überdies sind durch die Police auch Handwerkerlöhne abgedeckt, damit der vorherige Zustand wieder hergestellt wird.

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Hausratversicherung. Diese zahlt in der Regel, sobald der Sturm oder Orkan das Dach abgedeckt hat, in dieser Folge das Mobiliar und/oder andere Einrichtungsgegenstände zerstört wurden, die deshalb nicht mehr brauchbar sind. Doch Vorsicht: Hausratversicherer achten sehr darauf, dass der Versicherungsnehmer seine Sorgfaltspflichten erfüllt hat. "Wer vergisst, die Fenster zu schließen, wird mit dem Versicherer Probleme bekommen, falls Teppiche, Parkettboden und Möbel durch einen Starkregen komplett versaut und deshalb nicht mehr zu gebrauchen sind", warnt moneymeets-Geschäftsführer Dieter Fromm.

Kfz-Versicherung: Auto- und Motorradfahrer müssen entscheiden, ob als Versicherungsschutz die Kfz-Teilkasko oder die Kfz-Vollkasko reicht. Deren Leistungen unterscheiden sich nach Sturm- oder Orkanschäden am Vierrad oder Zweirad erheblich. Konkret: Ab Windstärke 8 zahlt die Teilkasko Sturmschäden. Die Kfz-Vollkasko-Versicherung leistet hingegen bereits bei weniger als Windstärke 8. Bezahlt werden in beiden, also der Kfz-Vollkasko und Kfz-Teilkasko, Schäden am Auto oder Motorrad, die durch meist schwere und herumfliegende Gegenstände wie Ziegelsteine oder große Äste verursacht werden. Wichtig: Wer bei einem Orkan oder einem Sturm noch unterwegs ist und dabei einen Unfall baut, bekommt nur von der Vollkasko die Schäden am eigenen Fahrzeug ersetzt. Und: Abzuziehen von den Gesamtkosten ist die sogenannte Selbstbeteiligung, die Auto- oder Motorradfahrer in der Regel vereinbaren, um die Versicherungsbeiträge zu drücken.

Private Haftpflicht: Der Klassiker, den es nicht allein ins Slapstick-Filmen gibt: Auf dem Balkon stehen etliche schwere Blumentöpfe, die bei stürmischem Wetter heruntergefegt werden und einen Fußgänger treffen. Oft bleibt es nur bei einer Beule am Kopf. Falls aber Schlimmeres passiert, kann dies schnell zum finanziellen Ruin des Verursachers bzw. Verantwortlichen führen. Heißt: Wer die Blumentöpfe bei einem Sturm oder Orkan nicht vom Balkon nimmt oder diese wenigstens festzurrt, der haftet im Zweifel mit seinem gesamten Vermögen für Schäden. Knallt der schwere Blumentopf während eines Sturms auf ein Autodach, mag dies absolut gesehen nicht besonders teuer werden. Anders hingegen bei einem Menschen, der zu Schaden kommt und deshalb ein Leben lang behindert und erwerbsunfähig ist. In solchen Fällen übernimmt die private Haftpflichtversicherung die Kosten.

Pflichten des Versicherungsnehmers, auch "Obliegenheiten" genannt. Schäden müssen "unverzüglich" gemeldet werden. Entweder telefonisch oder per E-Mail. Genaue und bis ins Detail gehende Angaben sind hier noch nicht nötig, die können später schriftlich nachgereicht werden. Weitere Pflicht: Versicherungsnehmer müssen zumindest provisorische Maßnahmen treffen, um Folgeschäden zu vermeiden. Etwa wenn der Sturm das Dach teilweise oder komplett abgedeckt hat und es deshalb ordentlich ins Haus hineinregnet.




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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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