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Deutscher Börse + London Stock Exchange Systemische Risiken der Börsenfusion - "Dominanz kann zu Machtmissbrauch führen"

20.09.2016, 18:01  |  1965   |   |   

Der Vorstandsvorsitzende der europäischen Mehrländerbörse Euronext, Stéphane Boujnah, hat den Fusionsplan zwischen Deutscher Börse (DB) und der London Stock Exchange (LSE) heftig kritisiert.

Der Zusammenschluss beider Börsen schade Europa, dem Wettbewerb und damit auch den börsennotierten Unternehmen und den Börsenkandidaten, sagte Boujnah im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.). Die Fusion, die derzeit von der Europäischen Kommission geprüft wird, würde einen Börsenriesen im Wert von mehr als 26 Milliarden Euro schaffen. „Euronext wäre auf dem zweiten Rang zehnmal kleiner. Diese Art von Dominanz kann zu Machtmissbrauch führen“, warnt der Franzose im Gespräch mit der „F.A.Z.“

Er verweist zudem auf breitere Risiken für die Volkswirtschaften. Der Zusammenschluss der Clearinghäuser „ist eine Art riesige Bankenfusion. Der Gouverneur der französischen Zentralbank, François de Villeroy de Galhau, und der Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret haben schon auf systemische Risiken hingewiesen, die alle Steuerzahler in die Haftung nehmen könnten (too big to fail)“.



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