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Wie riskant ist Gilead Sciences?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
21.09.2016, 09:30  |  411   |   |   
Quelle: Gilead Sciences

Für die Aktionäre von Gilead (WKN:885823) war es ein hartes Jahr. Die Angst vor wachsendem Wettbewerbsdruck bei den Hepatitis C-Behandlungen (HCV) wurde durch die sinkenden Verkaufszahlen bei den HCV-Medikamenten bestärkt.

Das Ergebnis ist, dass die Aktie nur zu einem einstelligen Gewinn-Multiplikator gehandelt wird, da der Markt davon ausgeht, dass sie ihre Spitze überschritten hat, die sie nicht mehr erreichen wird. Lass uns uns ein paar Zahlen anschauen, damit du verstehst, warum dies möglicherweise die am wenigsten riskante Aktie der Branche ist.

Sicherheitsmarge

Dieser Begriff ist ein Kernkonzept beim wertorientierten Investieren, der durch die Koryphäe Benjamin Graham geprägt wurde. Sein Schüler Warren Buffett kann die Konzepte von Graham gut darstellen. Und ein bekanntes Beispiel ist dieses: „Wenn du eine Brücke baust, dann bestehst du darauf, dass sie 30 Tonnen tragen kann, aber in Wirklichkeit lässt du nur einen 10-Tonnen-Lkw darüber fahren. Die 20 Extratonnen sind die Sicherheitsmarge des Brückenbauers. Das gleiche gilt fürs Investieren.

Graham verachtete auch das KGV und bevorzugte die Inverse, nämlich die Gewinnrendite. Diese entspricht dem Gewinn-Kurs-Verhältnis. Egal, ob du ein ganzes Unternehmen besitzt oder nur einen Teil davon, die Gewinnrendite ist effektiv deine jährliche Verzinsung – mit Ausnahmen.

GILD PE Ratio (TTM) Daten von YCharts.

Du kannst vielleicht nicht den Gewinn je Aktie eines Unternehmens beeinflussen, aber du kannst auf einen Preis warten, der zu einer angemessenen Verzinsung führt. Aus dieser Perspektive liegt die Verzinsung von Gilead-Aktien ausgehend von seinem gegenwärtigen KGV der letzten zwölf Monate bei saftigen 14,6 %, wenn man annimmt, dass der Gewinn des Unternehmens in Zukunft konstant bleibt.

Ein Nachteil davon, die Gewinnrendite als Verzinsung zu sehen, ist die einfache Tatsache, dass die Gewinne nicht konstant sind. Und hier kommt die Sicherheitsmarge ins Spiel. Wenn Gilead Sciences KGV die Erwartungen erfüllt, dann steigt die Verzinsung auf 15,1 % und ich gehe davon aus, dass sie auf lange Sicht noch weiter steigt.

Wenn ich falsch liege, würde ich immer noch eine Verzinsung von 10 % haben, wenn der Gewinn von Gilead um 31 % von 11,35 USD auf 7,80 USD fällt. Eine Sicherheitsmarge von 31 % lässt eine Menge Platz, um Fehler abzufangen.

Kaufdisziplin

Ein weiterer Nachteil bei der Betrachtung der Gewinnrendite als jährliche Verzinsung ist die einfache Tatsache, dass Unternehmen nicht ihren gesamten Gewinn an die Aktionäre ausschütten und allzu häufig Zukäufe machen, die sich nicht auszahlen.

Gilead Sciences ist in dieser Hinsicht ein Ausreißer. In der Vergangenheit hat es vergleichsweise kleine Zukäufe gemacht, aber seit der großen Übernahme von Pharmasset für 11 Milliarden US-Dollar, mit der es Sofosbuvir, dem entscheidenden Wirkstoff seiner HCV-Medikamente, erhielt, war kein größerer Zukauf mehr zu verzeichnen.

Anstatt durch große Zukäufe immer aufgeblasener zu werden, hat das Unternehmen die Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet. Dies geschah durch ein massives Aktienrückkaufprogramm und die Einrichtung eines quartalsweisen Dividendenprogramms. Die Dividende hat zu gegenwärtigen Preisen eine Rendite von 2,4 %.

Was ist mit den sinkenden Verkaufszahlen?

Allein im zweiten Quartal trugen Sovaldi, Harvoni und das vor Kurzem herausgebrachte Epclusa 4 Milliarden US-Dollar zu Gileads Umsatz bei. Damit hat sich die Übernahme von Pharmasset im Jahre 2011 gelohnt. Gleichzeitig liegt die Zahl 18,4 % unter dem Betrag, den Sovaldi und Harvoni im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet hatten. Steigende Umsätze anderer Produkte gleichen den Verlust zwar etwas aus, aber der Gesamtumsatz des zweiten Quartals von 7,8 Milliarden US-Dollar ist 5,7 % niedriger als in der Vorjahresperiode.

Die Markteinführung von konkurrenzfähigen HCV-Medikamenten durch AbbVie und Merck hat die Verkaufszahlen unter Druck gesetzt, aber ich gehe davon aus, dass der Umsatz nicht weiter abrutschen wird. Gileads Epclusa ist die erste und einzige Tablette, die alle sechs HCV-Stränge behandelt und der Wettbewerb kommt nicht an deren Sicherheitsprofil heran.

Noch wichtiger ist, dass die bestehenden HCV-Medikamente nur den kleinsten Teil der potenziellen Patienten erreicht haben. Es gibt weltweit 180 Millionen Menschen, die mit HCV infiziert sind, und nur 1 Million der 3,5 Millionen, die in den USA leben, haben Zugang zu dem Medikament.

Medicareprogramme sind gesetzlich verpflichtet, für medizinisch notwendige Behandlungen zu bezahlen, auch wenn sie teuer sind. Epclusas Listenpreis liegt bei 74.000 US-Dollar, trotzdem wird Gilead deutlich weniger Umsatz pro Patient einfahren. USA-weit heben immer mehr Staaten die Beschränkungen auf, die kostenintensive Behandlungen beschränken, da Kläger von Sammelklagen in letzter Zeit recht erfolgreich sind.

Foto: Gilead Sciences.

Epclusa wurde von der FDA am 28. Juni zugelassen und bis zum Ende des Quartals, welches nur zwei Tage später war, hatte Gilead mit dem Kombinationspräparat bereits 64 Millionen US-Dollar Umsatz generiert. Das ist nicht schlecht für ein paar Tage, aber die 11,7 Milliarden US-Dollar, die dies jährlich bedeuten würde, sollten mit Vorsicht genossen werden. Der Grund sind die Lagerhaltungspraktiken. Das Analyseunternehmen für den Gesundheitssektor IMS Health gab bekannt, dass die Zahl der Verschreibungen von Epclusa in der Woche, die am 5. August endete, um 27,6 % über der Vorwoche lag, welche wiederum 24,6 % über deren Vorwoche lag.

Das Puzzle zusammenfügen

Obwohl ich denke, dass Epclusa Gileads Umsätze in den kommenden Jahren steigen lassen wird, ist es zu früh, um dies mit Sicherheit zu sagen. Wenn das Unternehmen nach dem Vorliegen der Ergebnisse des dritten Quartals seine Umsatzprognose für 2016 erneut herunterkorrigiert, dann wird der Aktienpreis sicherlich sinken.

Die wichtige Lektion, die wir daraus lernen können, ist die: Die Sicherheitsmarge ist so groß, dass langfristige Investoren, die Aktien zu dem gegenwärtigen Preis kaufen, eine angemessene Verzinsung erwarten können, auch wenn ich daneben liege.

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Dieser Artikel wurde von Cory Renauer auf Englisch verfasst und am 18.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Gilead Sciences. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Short Oktober 2016 85 USD Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Gilead Sciences

Themen: Aktien, Dollar, Invest


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Die Mission von The Motley Fool ist: Der Welt zu helfen, besser zu investieren. Fool.de zeigt den Menschen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet Fool.de Kommentare und Tipps zum Aktienmarkt, allgemeinen Investmentthemen und Investitionsmöglichkeiten. The Motley Fool ist Verfechter des Shareholder Value und setzt sich unermüdlich für den individuellen Investor ein.

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