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Zinsen - Wie lange hält der Negativtrend noch an?

Gastautor: Guido vom Schemm
23.09.2016, 12:36  |  454   |   |   

Wir leben in einer Zeit historisch niedriger Zinsen. Seit Jahrzehnten fallen die Zinsen immer tiefer. Einige Banken führten schon Negativzinsen auf Konten ein, so dass ihre Kunden für das "Lagern" von Geld zahlen müssen. Dies war vor einigen Jahren noch undenkbar. Zahlreiche Sparer stellen sich die Fragen, wie lange dieser Negativtrend noch anhalten wird.

Was waren das noch für Zeiten, als Tagesgeldkonten 3 oder gar 4 Prozent Zinsen im Jahr brachten. Durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld sind wir jetzt an dem Punkt angelangt, dass Anleger keine Zinsen mehr bekommen, sondern sogar noch eine "Verwahrgebühr" zahlen müssen. Seit der Finanzkrise 2008 haben die Zentralbanken der wichtigsten Industrienationen die Zinsen kontinuierlich gesenkt. Dadurch sollte die Wirtschaft angekurbelt und die Zinslast für Unternehmen sowie Staaten auf ein erträgliches Niveau reduziert werden. Die europäische Zentralbank senkte die Leitzinsen von 4,25 Prozent auf 0,05 Prozent. Nach diesem bisher größten Experiment der Geldgeschichte müssten die Wirtschaft und die Kreditvergabe eigentlich boomen, da die Zentralbanken quasi kostenlose Kredite gewähren. Doch die Wirtschaftsdynamik und die positiven Effekte dieser Niedrigzinspolitik sind in der Euro-Zone viel schwächer als angenommen.

Obwohl die Wirtschaftsdaten in Europa und den USA in den letzten Monaten etwas besser wurden, konnte die Inflation nicht anziehen. In einer stark vernetzten und globalisierten Welt muss die weltweite Nachfrage anziehen, um Preise nennenswert zu bewegen. Dies ist auf absehbare Zeit so gut wie ausgeschlossen. Ein wohl noch wichtigerer Grund für weiterhin sehr niedrige Zinsen ist die Tatsache, dass sich die immens verschuldeten Staaten deutlich höhere Zinsen gar nicht leisten können. Wenn die Zinsen auch nur 1 Prozentpunkt steigen würden, würde die erhöhte Zinslast vielen Staaten das Genick brechen.

Die Auswirkungen dieser Niedrigzinsphase sind enorm. Vor allem die Altersvorsorge wird in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Lebensversicherer senkten bereits die Garantiezinsen. Somit muss die Altervorsorge völlig neu gedacht und an das aktuelle Marktumfeld angepasst werden. Wer nur auf festverzinsliche Wertpapiere setzt, dürfte es schwer haben, seine Ziele zu erreichen.

Auch Bausparkassen stehen aufgrund der niedrigen Zinsen vor einer schier unlösbaren Aufgabe, da das Geschäftsmodell akut gefährdet ist. Zahlreiche Bausparkassen sind dazu übergegangen, ältere Bausparverträge, bei denen bestimmte Bedingungen erfüllt waren, von sich aus zu kündigen, da sie die hohen Zinsen einfach nicht mehr erwirtschaften konnten. Für die Bausparkassen kommt aber noch ein weiteres Problem hinzu. Früher lagen die Zinsen für das Darlehen der Bausparverträge deutlich unter denen der Darlehensangebote der Banken. Somit hatte der Bauherr einen echten Mehrwert beim Abschluss eines Bausparvertrages. Aufgrund der niedrigen Zinsen ist dieser Vorteil kaum noch spürbar.

In den nächsten Monaten könnte die EZB weitere Tricks aus dem Hut zaubern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch welche Möglichkeiten hat "Super Mario" noch? Eine Ausweitung des laufenden Anleihekaufprogramms gilt als wahrscheinlichste Option. Eine weitere Zinssenkung wäre wohl schwieriger durchzusetzen.

Gehen Sie jedenfalls davon aus, dass die Niedrigzinsphase deutlich länger dauern wird, als so manchem Sparer lieb sein dürfte. Wer sein Vermögen schützen und die Kaufkraft erhalten möchte, sollte ausgetrampelte Zinspfade verlassen und neue Wege einschlagen.

 



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Guido vom Schemm ist Geschäftsführer der GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich. Der studierte Betriebswirt verfügt über elf Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie, davon je zwei Jahre als Aktienanalyst bei der Cominvest GmbH/ Cominvest Asia und als Vorstandassistent bei der Commerzbank AG sowie drei Jahre als leitender Direktor einer großen Wertpapierspezialisteneinheit der Commerzbank AG. Weitere Informationen unter www.gvs-fs.de.

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