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Trump und Clinton – wichtig von Daimler bis Deutsche Bank

Gastautor: Daniel Saurenz
23.09.2016, 13:00  |  729   |   |   

USA_NewYork_1Politische Börsen haben kurze Beine – so lautet ein allgemeines Sprichwort, was zumindest nach dem Brexit voll zutraf. Im US-Wahlkampf kennt man sich mit kleinen Körperteilen bestens aus. Im US-Vorwahlkampf warf der damals von der republikanischen Partei hoch gehandelte Marco Rubio, Donald Trump vor, er habe kleine Hände. Männer mit kleinen Händen seien laut Rubio auch anderen Stellen unzureichend bestückt. Willkommen im US-Wahlkampf 2016.

Trump wehrte den Angriff des Senators aus Florida ab und nannte ihn fortan nur noch “little Marco”. Das zeigte Wirkung, weshalb er seine Konkurrentin in der Regel auch nur mit “crooked Hillary” anspricht. Diese Episode zeigt, dass es in den anstehenden TV-Debatten hoch her gehen könnte und aktive Anleger den US-Wahlkampf in den nächsten Wochen ganz oben auf ihrer Agenda haben sollten. Wir haben uns in der Finanzmarktrunde am Mittwoch ausführlich mit Trump und den Risiken beschäftigt – hier die Aufzeichnung unserer Finanzmarktrunde. Nun sehen wir uns eine Analyse von Donner & Reuschel zu den politischen Hürden der nächsten Monate an.

Ende Juni verunsicherte der überraschende Ausgang des Brexit-Referendums die Börsen und sorgte für zwischenzeitlich erhebliche Turbulenzen. Die Verluste an den Aktienmärkten hielten jedoch nicht lange an. Innerhalb weniger Wochen war der Schaden behoben und der DAX erklomm neue Jahreshöchststände. Auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die unmittelbar nach der Abstimmung in negatives Terrain rutschte, hat wieder ein positives Vorzeichen aufzuweisen. „Politische Börsen haben kurze Beine“ lautet ein altes Sprichwort unter Börsianern.

Die Volatilität könnte in den nächsten Monaten wieder deutlich zunehmen ( ein nützliches Tool um die Vola im Auge zu behalten kommt aus dem Hause UBS) . Daher stellen wir für Bullen und Bären Optionsscheine als Trading-Produkte vor:

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USA_NetflixNun steht das nächste politische Großereignis kurz bevor: die Wahl des neuen US-Präsidenten. Sollte Donald Trump gewinnen, könnte es ein politisches Erdbeben geben. In dessen Folge könnten auch die Kapitalmärkte heftig in Mitleidenschaft gezogen werden, so die Meinung vieler. Carsten Mumm, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel geht davon aus, dass auch dieses Ereignis, unabhängig von seinem Ausgang, die Börsen nur kurzfristig beeinflussen wird.

“Selbst Trump wird als Präsident nicht schalten und walten können, wie er es im Wahlkampf angekündigt hat. Fraglich ist, ob beide Kammern des Kongresses, Senat und Repräsentantenhaus, mehrheitlich auf der Seite des neuen Präsidenten stehen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind gerade umstrittene Reformen und Gesetzesänderungen nur nach langwierigen Verhandlungen und in abgeschwächter Form durchsetzbar. Auch wird der Einfluss gewichtiger Interessengruppen – angefangen bei den mächtigen Finanzinstituten der Wall Street bis zu Gewerkschaften – mäßigend auf die geplanten Vorhaben wirken. Traut man den aktuellen Umfragen, besteht eine realistische Möglichkeit, dass Donald Trump Nachfolger von Barack Obama wird. Anders als beim Brexit-Votum wäre der Wahlausgang somit nicht völlig überraschend  ̶  noch ein Grund für eher moderate Auswirkungen auf die Börsen direkt nach der Wahl.”

Wer die trendstärksten Basiswerte schnell und einfach herausfiltern möchte, dem können wir den Trendradar ans Herz legen…

Italien rückt zurück in den Fokus

Italien_ImmobilienIn Europa hingegen steht erneut eine Abstimmung vor der Tür, die viel eher das Potenzial hat, für Turbulenzen zu sorgen. Ende des Jahres findet in Italien eine Volksabstimmung über eine von Ministerpräsident Renzi angeschobene Verfassungsreform statt. Geplant ist eine Beschneidung der Befugnisse des Parlaments bzw. eine breitere Machtposition für die Regierung. Für den Fall einer Ablehnung hat Renzi seinen Rücktritt angekündigt, was potenziell sogar zu Neuwahlen führen könnte. In diesen könnten europakritische Parteien deutliche Stimmenzugewinne erhalten, die wiederum ein Referendum über einen möglichen Austritt Italiens anstreben könnten. Schon heute gibt es auch in Finnland ernstzunehmende Überlegungen, ob es dem Land ohne Euro nicht besser gehen würde.

Hinzu kommen weiter überbordende Haushaltsdefizite und Schuldensalden vieler Euro-Staaten, stockende Reformen, der wachsende Einfluss europakritischer Parteien und anstehende Wahlen in den wichtigen Teilnehmerstaaten Frankreich (Juni 2017) und Deutschland (Oktober 2017). Jedes Ereignis für sich betrachtet dürfte „eher kurze Beine“ haben. Allerdings besteht die Gefahr, dass sich angesichts der Unruhe, in der sich sowohl die EU als auch der Euro-Währungsraum befinden, einige kleinere Ereignisse eine Kettenreaktion auslösen können.

Notenbanken in der Pflicht

EZB_Euro_1Ein turbulenter Herbst an den Börsen ist somit nicht unwahrscheinlich. Gut möglich, dass dann erneut die politische Instanz mit den „längsten Beinen“ – die Geldpolitik – eingreifen muss. Die Notenbanken sind seit Jahren die wichtigsten Taktgeber an den internationalen Kapitalmärkten. Angesichts des schwächelnden globalen Wachstums, der nicht vorhandenen Inflationsgefahren und eben der anstehenden politischen Unwägbarkeiten, dürfte sich dies auch nicht zeitnah ändern. Vielleicht ist die Aussicht auf die kommenden Monate auch der Grund für die zurückhaltenden Äußerungen Mario Draghis nach der letzten EZB-Ratssitzung. Anders als erwartet, erfolgte keine konkrete Ankündigung einer Ausweitung und / oder Verlängerung des im März 2017 auslaufenden Wertpapierkaufprogramms. Es ist laut Mumm davon auszugehen, dass dieses Thema nur verschoben und nicht aufgehoben wurde. Unter taktischen Gesichtspunkten ist es jedoch sinnvoll, einen weiteren expansiven Schritt anzukündigen, wenn die Börsen eine Beruhigungspille benötigen. Das war im September noch nicht der Fall.

Empfehlenswerte Lektüre für aktive Anleger und solche, die es einmal werden wollen, finden Sie bei der BNP Paribas. Hochwertig produziert und obendrein noch kostenlos.

Was bedeutet das alles für die Kapitalanlage? Mumm ist der Ansicht, dass die Zinsen strukturell extrem niedrig bzw. negativ bleiben werden. Daher sollten bei einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont auch andere – nicht verzinsliche – Anlageklassen berücksichtigt werden. Wer sein Kapital langfristig real, also nach Inflation, erhalten möchte, kommt an Anlagen in Sachwerten, z.B. Aktien, nicht vorbei. Die Aktienmärkte werden jedoch weiterhin heftigen Schwankungen unterliegen, weshalb entsprechende Positionen im Depot mit einer Risikoabsicherung versehen und aktiv gemanagt werden sollten.

Quelle:

DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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