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Monsanto vor der Fusion hochgestuft: 3 Dinge, die du dazu wissen musst

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.09.2016, 14:00  |  862   |   |   
Bayer hat eine kontroverse Übernahme des Giganten Monsanto in Gang gebracht. Foto: Pixabay, stux

Inzwischen hat es schon jeder gehört. Der Aspirinhersteller Bayer (WKN:BAY001) hat ein Übernahmeangebot für den Saatguthersteller Monsanto (WKN:578919) abgegeben – 128 US-Dollar pro Aktie und Monsanto hat zugestimmt.

Das klingt, als wäre die Sache geregelt und vom Tisch, oder? Die Aktie von Monsanto hatte zu Beginn der Gerüchteküche einen Kurs von 90 US-Dollar und sollte jetzt bei etwa 128 US-Dollar gehandelt werden und solange auf diesem Niveau bleiben, bis der Deal durch ist.

Aber es ist was passiert.

Stattdessen kostet die Aktie aktuell nur 104 US-Dollar und ein paar Cent und liegt damit 18,5 % unter dem Kaufpreis, da die Investoren gerade absichern und sich darum sorgen, ob die Regulierungsbehörden dieses Geschäft noch stoppen werden, um Bayer davon abzuhalten zu groß im Agrarmarkt zu werden.

Dabei sieht JPMorgan aber eine Möglichkeit, Gewinn zu machen.

WAS WOHL PASSIERT, WENN WIR DIE MONSATO-AKTIE UND DIE BAYER-AKTIE ZUSAMMENMISCHEN? BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

1. Chancen und Risiken

Einer der Investoren mit den besten Bewertungen auf Motley Fool CAPS ist das Investmentbankingunternehmen JPMorgan mit einem Rekord von fast 5 Prozentpunkten pro Empfehlung über dem breiten Markt. Aktuell stemmt sich der Bankenriese gegen alle anderen an der Börse – nicht nur gegen das Risiko, dass Bayer Monsanto nicht an den Regulierungsbehörden vorbei kriegen könnte.

Wie schon von StreetInsider.com beschrieben schaut JP Morgan auf den Preis, den Bayer für Monsanto bietet, (im Vergleich zum aktuellen Kurs von Monsanto) und auf den Kurs der aktuellen Monsantoaktie (im Vergleich zu dem Aktienkurs vor ein paar Monaten). Daraus schließt JP Morgan Folgendes: „Das Chancen-Risiko-Verhältnis liegt bei 25 US-Dollar nach oben und 13 US-Dollar nach unten. Oder wir sprechen von einer 66-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass es nicht zur Fusion kommt und 34 Prozent, dass es zu einer Fusion kommt“.

Das ist was JP Morgan denkt, was andere Investoren hier berechnet haben. Aber JP Morgan teilt diese Meinung nicht und glaubt stattdessen dass Monsanto wirklich 128 US-Dollar wert ist und dass die Aktie ein Kauf ist.

2. Wenn es zu einer Fusion kommt

JP Morgan denkt, dass diese Fusion passieren wird. Daher hat das Unternehmen die Aktie als einen Kauf eingestuft, zusätzlich wurde ein Kursziel von 128 US-Dollar festgelegt und JP Morgan findet dass die Fusion durchgehen wird zu dem angebotenen Kurs von 128 US-Dollar.

Ein Teil der Gründe, warum JP das glaubt, könnte sein, dass momentan in der chemischen Industrie mehrere Fusionen in der Luft liegen. Dow Chemical und DuPont fusionieren in einem 130-Milliarden-Dollardeal. ChemChina kauft Syngenta in einer anderen Fusion im Wert von 43 Milliarden US-Dollar.

Nehmen wir einmal an, die Regierungsbehörden würden diese Fusionen zulassen, dann wäre es einfach nicht logisch, wenn sie etwas gegen die Fusion von Bayer und Monsanto hätten.

3. Wenn es zu keiner Fusion kommt

133 Milliarden US-Dollar, 43 Milliarden US-Dollar – das sind alles große Zahlen. Aber wenn wir es mal aus einer anderen Warte betrachten, ChemChina bietet das 36-fache der Gewinne für Syngenta. Die Aktie von DuPont kostet aktuell mehr als das 26-fache der Gewinne, während eine Fusion aus Dow und Dupont nur das 13-fache der gemeinsamen Gewinne wert wäre.

Wenn wir uns diese Zahlen ansehen und mit ein paar anderen Chemieriesen vergleichen wie Airprorax, Praxair und PPGIndustries (jeweils bewertet mit dem 55-fachen, 21-fachen und 19-fachen der Gewinne) dann kommt folgendes zutage. JP Morgan kommt zu dem Schluss, dass selbst wenn es zu keiner Fusion zwischen Bayer und Monsanto kommen wird, Monsanto mindestens das 20-fache der Gewinne allein wert sein sollte.

Darüber hinaus glaubt JP Morgan, dass Monsanto etwa 5 US-Dollar pro Aktie im Jahr 2017 verdienen sollte. Wenn man das mal 20 rechnet, dann wäre das eine Bewertung von 100 US-Dollar pro Aktie. Zusätzlich sieht JP das Risiko, dass die Monsanto-Aktie auf 100 US-Dollar fallen könnte bei 4 %. Gleichzeitig sieht JP aber auch das Potential für 128 US-Dollar, wenn Bayer es schaffen sollte Monsanto zu kaufen. – Das wäre ein potentieller Gewinn von 23 Prozent.

Das wichtigste: Die Bewertung

Hat JP Morgan damit recht? Ist Monsanto wirklich das 20-fache seiner Gewinne wert, nur weil andere Investoren das dafür zahlen?

Da bin ich mir nicht so sicher. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence erwarten die meisten Analysten die der Monsantoaktie folgen, dass die Gewinne maximal um 8 % jährlich in den nächsten 5 Jahren steigen werden – damit sind weitere Kurserhöhungen durch die Übernahme von Bayer noch nicht mit eingerechnet. Selbst wenn wir noch die Dividendenrendite von 2,1 % oben drauf legen, dann bezahlt man heute einen hohen Preis für Gewinne, von denen man hofft, dass sie sich in zwei Jahren materialisieren werden. Meiner Meinung nach ist das eine riskante Wette. Wenn wir uns aber die heutigen Gewinne ansehen, dann kostet Monsanto jetzt schon das 46-fache der Gewinne. Damit sieht die Sache aktuell sogar noch schlechter aus.

Also was rate ich euch? Wenn Bayer das 46-fache der Gewinne für Monsanto zahlen möchte, dann lass sie das doch tun. Einsteigen sollte man jetzt wahrscheinlich nicht.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von  Rich Smith auf Englisch verfasst und wurde am 21.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Bayer, Monsanto


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Die Mission von The Motley Fool ist: Der Welt zu helfen, besser zu investieren. Fool.de zeigt den Menschen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet Fool.de Kommentare und Tipps zum Aktienmarkt, allgemeinen Investmentthemen und Investitionsmöglichkeiten. The Motley Fool ist Verfechter des Shareholder Value und setzt sich unermüdlich für den individuellen Investor ein.

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