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Wie du von Spin-Offs und Sondersituationen an der Börse profitieren kannst

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.09.2016, 15:28  |  471   |   |   
Bild: Schaeffler AG

Microsoft übernimmt LinkedIn, Dell kauft EMC und Monsanto wird wohl bald ein Teil von Bayer sein. Geld ist billig wie nie und das Geschäft mit Firmenübernahmen boomt. Jede Übernahme bedeutet aber auch, dass Aktien vom Kurszettel verschwinden. Und damit dieser nicht irgendwann leer ist, braucht die Börse Nachschub in Form neuer Gesellschaften. Dazu gibt es einige Wege, und gerade der Spin-off ist für den Foolishen Anleger interessant.

Möchte ein Unternehmen an die Börse gehen, gibt es dafür vier Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: Listing

Das ist der einfachste und preiswerteste Weg an die Börse. Hierbei handelt es sich um eine bloße Notierungsaufnahme, die in kaum regulierten Börsensegmenten wie dem Freiverkehr erfolgt.

Hier wird einfach der Handel aufgenommen, ohne, dass um Käufer geworben wird und teure Banken eingeschaltet werden müssen. Dementsprechend wenig werden die Aktien dann auch gehandelt und diese Option wird eher von sehr kleinen Gesellschaften gewählt.

Möglichkeit 2: Kalter Börsengang („Cold IPO“)

Dies ist eher ein Sonderfall, der nicht häufig vorkommt. Hierbei kauft der Besitzer einer nicht notierten Firma eine bereits börsennotierte Gesellschaft auf, die kein eigenes Geschäft mehr hat oder insolvent ist. Börsianer sprechen hier auch von einem „Börsenmantel“.

Dann wird das Geschäft der nicht notierten Firma in den Börsenmantel eingebracht, der Name geändert – schon ist die Börsennotiz fertig. Und das Ganze ohne aufwendiges Zulassungsverfahren.

Hierbei ergeben sich für die Aktionäre des Mantels häufig hohe Kursgewinne, aber insgesamt ist das nur etwas für hartgesottene Zocker.

Diese beiden Möglichkeiten sind Ausnahmen und für Foolish denkende Anleger nicht interessant. Der klassische Weg an die Börse führt über ein öffentliches Angebot, auch IPO („Initial Public Offering“) genannt.

Möglichkeit 3: Der klassische Börsengang über ein IPO

Beim IPO, das zum Teil heftig mit Werbung unterstützt wird (die Älteren unter uns erinnern sich sicher noch an Manfred Krug und die Deutsche Telekom oder Robert T-Online), werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten, bevor der Handel an der Börse startet.

Dabei gibt es entweder eine Kapitalerhöhung, das heißt, es werden zusätzliche Aktien ausgegeben, deren Erlös dem Unternehmen für Investitionen zufließt. Alternativ bieten die Alteigentümer bereits existierende Aktien an, ohne dass das Grundkapital erhöht wird. Meistens aber gibt es eine Mischung aus beidem: Teils machen die Alteigentümer Kasse, teils spült die Neuemission frisches Eigenkapital in das Unternehmen.

Ein weiterer Ausdruck für den Börsengang ist „Going Public“, womit betont wird, dass eine Aktiengesellschaft, die zuvor nicht an einer Börse notiert war, den Weg in die Finanzöffentlichkeit beschreitet.

Es ist keine Frage, dass Zeichner von Neuemissionen gutes Geld verdienen können. Als Beispiele der letzten Jahre seien hier Facebook oder ADO Properties S.A. genannt. Aber es gibt auch jede Menge Gegenbeispiele wie Rocket Internet oder die Steilmann SE, die nur sechs Monate nach ihrem Börsengang Insolvenz anmelden musste.

Warren Buffett empfiehlt, IPOs zu meiden:

Es ist mathematisch praktisch ausgeschlossen, dass unter den tausenden Angeboten, die es täglich an der Börse gibt, das am attraktivsten bewertete ausgerechnet das ist, was ein wissender Verkäufer (Altaktionär) einem weniger wissenden Käufer (Investor) anbietet.

Bleibt also noch eine Variante für den Börsengang übrig – und das ist die attraktivste für Foolishe Anleger.

Möglichkeit 4: Spin-off (Entflechtung)

Diese Art des Börsengangs ist in den letzten Jahren deutlich beliebter geworden. Bei einem Spin-off wandelt eine bestehende Firma einen Teil von sich in ein eigenständiges Unternehmen um. Die Aktien dieser neuen Firma erhalten die Aktionäre des alten Unternehmens zusätzlich zu ihren schon gehaltenen Aktien. Das aktuellste Beispiel ist e.on, deren Eigentümer vor zwei Wochen zusätzliche Anteile an der Uniper SE erhalten haben.

Warum machen Unternehmen einen Spin-off?

Viele Jahrzehnte lang galt Diversifizierung in Unternehmen als sinnvoll. War ein Bereich schwach, konnte das auf einem völlig anderen Gebiet ausgeglichen werden.

Heutzutage wird dies anders gesehen. Der Kapitalmarkt erwartet die Konzentration auf die Kernkompetenzen, aber auch klarere Trennungen der einzelnen Bereiche, um deren Erfolge besser beurteilen zu können. Ich denke hier an Investoren wie Carl Icahn, der eBay letztlich dazu zwang, die Beteiligung an PayPal im Rahmen eines Spin-offs an die Börse zu bringen.

Oft fallen im Zuge des Kerngeschäftes andere Errungenschaften wie Ideen, Technologien und Anwendungen bis hin zu fertigen Produkt- und Geschäftskonzepten an, die außerhalb des eigentlichen Kerngeschäftes liegen. In diesem Fall könnte ein Spin-off sinnvoll sein, um diese Geschäftsidee besser entwickeln zu können.

Darüber hinaus entfällt beim Spin-off die Notwendigkeit, wie beim IPO nach Interessenten für die Aktien zu suchen. Diese werden einfach an die Altaktionäre verteilt.

Was macht einen Spin-off für Foolishe Anleger interessant?

Hier sehe ich zwei Aspekte. Der erste Grund liegt im abgespaltenen Unternehmen selbst. Oft ist es ja so, dass das Geschäftsmodell nicht mehr zur Muttergesellschaft passt. Nach einem Spin-off ist die neue AG nun selbständig und kann sich unabhängig entwickeln. Es redet keiner mehr rein oder behindert sogar die Entwicklung. Daraus können sich große Möglichkeiten für das neue Unternehmen und seine Aktionäre ergeben.

Im Regelfall ist es auch so, dass das abgespaltene Unternehmen kleiner ist als die Muttergesellschaft. Das ist im Allgemeinen ein Vorteil, denn kleine Firmen sind wendiger, schneller und oft auch weniger bürokratisch als große Organisationen. Hinzu kommt das Gesetz der großen Zahlen, das kleinere Einheiten stärker wachsen lässt als große (es ist leichter, eine Million zu verdoppeln als eine Milliarde). Und kleinere Unternehmen werden auch gerne mal zum Ziel von lohnenden Übernahmen.

Beim zweiten Aspekt zeigt sich das Foolishe Denken besonders. Hier geht es um Markttechnik und um große Anleger. Häufig sind die Mutterunternehmen riesige Konzerne, die in den bekannten Indizes notiert werden, beispielsweise Bayer und Siemens. Die abgespaltenen Töchter dagegen sind eher klein und maximal im MDAX notiert.

Viele Anleger wie Versicherungen oder Fonds haben strikte Regeln, in welche Aktien sie investieren dürfen. Bekommt nun ein DAX-Fonds im Zuge eines Spin-offs „kleine“ Aktien, so muss er diese verkaufen, um seine Anlagerichtlinien einzuhalten – egal, wie das Fondsmanagement die Aktie einschätzt und wie der Kurs gerade ist.

Dieses „auf den Markt werfen“ um jeden Preis kann für langfristig denkende und Foolishe Investoren interessante Möglichkeiten bieten, wie dieser Chart seit dem Spin-off von PayPal im Juli 2015 zeigt:

Quelle: finanzen.net

Wir sehen sehr hohe Umsätze am Anfang (untere Balken) und einen tendenziell fallenden Kurs bis etwa Oktober 2015. Seitdem hat die Aktie unter Schwankungen rund ein Drittel zugelegt. Eine klassische Situation für valueorientierte Anleger.

Qualität und Preis ist alles

Demnächst stehen Spin-offs bei Aloca (Rohstoffe/Flugzeug- und Fahrzeugbau) und Honeywell (Ausgliederung der Chemiesparte) an. Aber trotz des erfolgreichen Beispiels gilt: Ein Spin-off ist kein Selbstläufer. Wie bei jeder Anlage im Aktienmarkt solltest du das Unternehmen sorgfältig prüfen und sehen, ob der Kurs attraktiv ist.

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Peter Roegner besitzt Aktien von PayPal Holdings. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von eBay, Facebook und PayPal Holdings. The Motley Fool besitzt Aktien von LinkedIn und Microsoft.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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