DAX+1,18 % EUR/USD-0,45 % Gold-0,17 % Öl (Brent)-0,48 %
TagesInfo Rohstoffe: Beginn des Internationalen Energieforums in Algerien (26. September 2016)
Foto: www.commerzbank.de

TagesInfo Rohstoffe Beginn des Internationalen Energieforums in Algerien (26. September 2016)

Gastautor: Eugen Weinberg
26.09.2016, 10:56  |  1259   |   |   

Energie: Die ministeriellen Foren des Internationalen Energieforums (IEF), die alle zwei Jahre stattfinden, gelten als gute Networking-Veranstaltungen, wo sich die „Crème de la Crème“ der internationalen Öl- und Gasindustrie trifft. Doch beim Treffen in Algerien in den nächsten drei Tagen dürfte die Agenda eher Nebensache sein. Vielmehr interessiert, ob und wie sich die OPEC untereinander über die Frage der Angebotsbegrenzung einigen wird und Nicht-OPEC-Produzenten zu Zugeständnissen bewegen kann. Obgleich wir des Öfteren auf die Sinnlosigkeit eines solchen „Abkommens“ hingewiesen haben, versuchen die Akteure weiter, den Ölpreis verbal zu unterstützen. Seit jüngstem kursiert ein geheimes „Angebot“ Saudi-Arabiens an den Iran, die eigene Produktion zurückzunehmen, falls der Iran seine Produktion nicht weiter ausweitet. Es ist kaum vorstellbar, dass sich der Iran auf einen solchen Deal einlässt, denn obwohl es um vergleichbare absolute Größen von rund 0,5 Mio. Barrel täglich geht, ist die Ölproduktion Saudi-Arabiens rund dreimal so hoch wie die des Irans. Wenn doch überraschenderweise ein Abkommen in Kraft tritt und der Ölpreis daraufhin kurzfristig steigt, wird dies für die OPEC kontraproduktiv. Denn der lachende Dritte wird wohl in diesem Fall die Schieferölindustrie in den USA sein, die den kurzfristigen Preisanstieg zur Preisabsicherung der künftigen Produktion nutzen und somit für eine Angebotsausweitung sorgen wird. In 12 der vergangenen 13 Wochen haben die US-Ölproduzenten die Anzahl der Bohrungen ausgeweitet und stünden somit „Gewehr bei Fuß“. Genau aus diesem Grund hat die OPEC vor zwei Jahren ihre Strategie komplett verändert, wobei sie die Preiskontrolle aufgegeben und sich stattdessen auf die Marktanteile konzentriert hat. Dem Kartell bleibt u.E. mittelfristig nichts anderes übrig als daran festzuhalten, bis das Nachfragewachstum den Anstieg des Nicht-OPEC-Angebots übersteigt.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD4GWB Long Oil Brent Future Nov 2016 Faktor 4
CD4GWJ Short Oil Brent Future Nov 2016 Faktor -4

Edelmetalle: Gold notiert zum Auftakt der neuen Handelswoche sowohl in US-Dollar als auch in Euro nahezu unverändert bei 1.335 USD bzw. 1.190 EUR je Feinunze. Nach der ereignisreichen letzten Woche – u.a. mit den Zentralbanksitzungen in Japan und den USA – könnte diese Woche neue Erkenntnisse über die Goldnachfrage in China bringen. Denn morgen wird in Hongkong die Handelsstatistik für August veröffentlicht. Traditionell importiert China große Mengen Gold aus Hongkong. Die ehemalige britische Kronkolonie ist ein bedeutender Handelsplatz für Gold. Die bereits vorliegenden Schweizer Exportdaten für Gold haben auf ein eher verhaltenes Kaufinteresse Chinas im letzten Monat hingedeutet. Die spekulativen Finanzanleger zeigen sich derzeit Gold gegenüber etwas vorsichtiger und haben gemäß CFTC-Statistik in der Woche zum 20. September ihre Netto-Long-Positionen die zweite Woche in Folge reduziert. Mit 213,1 Tsd. Kontrakten liegen sie aktuell auf einem 15-Wochentief. Absolut betrachtet ist dies aber immer noch ein klar überdurchschnittliches Niveau. Auch die Münzkäufer halten sich weiter zurück. Gemäß Daten der US-Münzanstalt liegen die Absätze von Gold- wie auch von Silbermünzen in den USA im September deutlich unter Vorjahr. Die Dynamik hat hier bereits seit drei Monaten spürbar nachgelassen.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD72DJ Bull Gold Hebel 9,7
CD42L6 Bear Gold Hebel 14,2

Industriemetalle: Die Metallpreise geben zum Wochenauftakt allesamt nach. Ein Belastungsfaktor sind dabei wohl die zumeist fallenden Aktienmärkte in Asien, die eine etwas höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer ausdrücken. Kupfer handelt bei knapp 4.850 USD je Tonne, Aluminium notiert bei rund 1.630 USD je Tonne und Nickel kostet etwa 10.500 USD je Tonne. In Kürze soll auf den Philippinen das Ergebnis der umweltpolitischen Überprüfung der Minen des Landes präsentiert werden. Im Zuge dessen dürfte es weitere Minenschließungen geben. Der Nickelpreis dürfte mit dem jüngsten Anstieg auf ein 6-Wochenhoch das meiste aber bereits vorweggenommen haben. Im Falle von Kupfer scheint sich die Stimmung der spekulativen Finanzanleger wieder etwas aufzuhellen. Sie haben gemäß CFTC-Statistik an der Comex in New York in der Woche zum 20. September ihre Netto-Short-Positionen auf 19,6 Tsd. Kontrakte fast halbiert. Dies war vor allem auf die Schließung von Short-Positionen zurückzuführen. Die spekulativen Finanzanleger haben damit wohl zum 3%-igen Preisanstieg von Kupfer in der Beobachtungsperiode beigetragen. Da der Kupferpreis seitdem weiter gestiegen ist, dürften die Netto-Short-Positionen weiter abgebaut worden sein. Die Statistik der LME zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer, die morgen Nachmittag veröffentlicht wird, dürfte ebenfalls einen höheren Optimismus dieser Anlegergruppe zeigen.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CN4BD1 Long Copper Future Dec 16 Faktor 6
CZ6LL2 Short Copper Future Dec 16 Faktor -6

Regelmäßig auf dem laufenden Bleiben? Kein Problem mit ideas – Zwei Publikationen, eine Idee! Jetzt kostenlos anmelden und keine Trends mehr verpassen!



Verpassen Sie keine Nachrichten von Eugen Weinberg

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Gastautor

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

RSS-Feed Eugen Weinberg

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel