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Geldpolitik - Notenbanken Führende Ökonomen kritisieren das Versagen und die Verlogenheit der Fiskalpolitik

26.09.2016, 14:07  |  4146   |   |   

Die anhaltende expansive Politik der Zentralbanken ruft mehr und mehr Kritiker auf den Plan. So wächst auch unter den führenden Ökonomen die Sorge um die Folgen der geöffneten Geldschleusen. Doch ihre Kritik richtet sich weniger an die Währungshüter als an die Politik. Erst diese habe die Zentralbanken in eine Art Zwangslage manövriert.

“Die aufgeblähte Bilanz der US-Notenbank ist ein Zeichen für die Verlogenheit der Finanzpolitiker, die ihre Schulden einfach auf die Bücher der Notenbank überwälzt”, kritisiert der Wirtschafts-Nobelpreisträger des Jahres 2004, Edward Prescott, gegenüber der „Welt am Sonntag“. Und ergänzt: “Für die Entwicklung einer Volkswirtschaft kommt es auf Steuern und Produktivität an”, sagt Prescott. Beides liege in der Verantwortung der Politik. Die eigentliche Kernaufgabe einer Notenbank bestehe darin, ein effizientes Bezahl- und Kreditsystem bereitzustellen. "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Geldpolitik keine nachhaltigen Effekte auf Wachstum und Beschäftigung hat”, so der Nobelpreisträger.

Auch der renommierte Geldtheoretiker Stephen Cecchetti, Wirtschaftsprofessor an der Brandeis International Business School lastet einen großen Teil der Probleme vor allem den Regierungen der Länder an. “Die Zentralbanken sind durch das Versagen der Fiskalpolitik geradezu mit Verantwortung überfrachtet worden”, sagt der Ökonom der „Welt am Sonntag. Insbesondere Länder mit ausreichendem fiskalischen Spielraum sollten mehr unternehmen. “Das würde die Zentralbanken davon entlasten, immer mehr tun zu müssen.”



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