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Geldpolitk - Notenbank Deutsche Bank kritisiert „aggressive, unkonventionelle und völlig unerprobte Geldpolitik der EZB“

27.09.2016, 15:48  |  5571   |   |   

Kurz vor dem wichtigen Auftritt von EZB-Präsident Mario Draghi im Deutschen Bundestag, hat der Chefökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, heftige Kritik am Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) geübt. Europa müsse sich fragen, inwieweit die “aggressive, unkonventionelle und völlig unerprobte Geldpolitik der EZB – bis hin zu negativen Zinsen – zur Verschärfung der Probleme Europas beiträgt”, moniert der ökonomische Vordenker der Deutschen Bank in einem Gastkommentar in der Tageszeitung “Die Welt”.

Europas Zukunft stehe auf dem Spiel, so Folkerts-Landau weiter: “Noch nie war eine Region so abhängig von dogmatischen Entscheidungen nicht direkt gewählter Technokraten. Wollen wir wirklich das Scheitern des wichtigsten wirtschaftspolitischen Projekts der Geschichte riskieren? Zukünftige Generationen würden uns das naive Vertrauen in die Geldpolitik nicht verzeihen.”

Draghi wird am Mittwoch zum ersten Mal seit 2012 vor Abgeordneten des Bundestages sprechen. Für seine ausufernde Rettungspolitik – vor allem für den Beschluss, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Krisenländern zu kaufen – war Draghi schon damals heftig kritisiert worden. Mittlerweile hat die Zentralbank ihr Kaufuniversum auch auf europäische Unternehmensanleihen ausgeweitet und Strafzinsen für Bankeinlagen eingeführt. Für ihre Politik des extrem billigen Geldes steht die EZB nach wie vor besonders in Deutschland unter Beschuss.

Entsprechend hart geht der Deutsche-Bank-Chefökonom mit der aktuellen Geldpolitik ins Gericht. “Nicht nur die schwachen Konjunkturdaten nähren Zweifel an der Wirksamkeit und Ausrichtung der Geldpolitik - sondern vor allem die Tatsache, dass die Probleme Europas struktureller und nicht zyklischer Natur sind”, kritisierte er. Die Länder der Peripherie seien nicht in der Lage, ein für den Abbau der Verschuldung und Arbeitslosigkeit ausreichendes Wachstum zu generieren. Ursache hierfür seien mangelnde Reformen der Arbeitsmärkte sowie der Rechts-, Sozial- und Steuersysteme. “Die Regierungen haben nicht gehandelt, weil die extrem lockere Geldpolitik der EZB und insbesondere ihr Versprechen, zu tun „whatever it takes“, Untätigkeit zur kurzfristig attraktiveren Option gemacht haben”, so der Chefökonom. Durch das Versprechen der EZB, in Schieflage geratene Länder mit Hilfe von Anleihenkäufen aufzufangen, seien Reformanreize zunichte gemacht worden. 



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Kommentare

Naja,doch,Ines,wir wissen es doch eigentlich schon !
Es ist an der Zeit,etwas von früheren Krisen zu zitieren,da äusserte sich ein Bankhaus folgendermaßen,..
Eine Bank,muss stets darauf bedacht sein,ihre Unabhängigkeit zu wahren,insbesondere von der Politik.
Dass das,was wir derzeit erleben,nicht gut gehen wird,wissen wir also aus Erfahrung!
Nur,der Zeitpunkt,wo es denn knallt,den mag die Politik noch weiter in die Zukunft verschieben,allerdings zu einem noch höheren Preis!
...wir jedoch,können derzeit nicht annähernd ermessen,wie groß der Schaden dann wirklich wird,und wer letztlich den Preis bezahlen muss,..nur,wer sich am bequemsten drücken kann,das vermögen wir vorher zu sagen,die Staatsrettung konsequent abzulehnen,ist eine schlüssige Entscheidung,gibt es doch genug verheerende Vorbilder,wir wissen,es gibt nichts umsonst,aber bevor ich den Rechtsstaat,mit meinen Lügen zersetze,ein stümperhaftes Vertriebssystem etabliere,die Kunden betrüge und mit meinen schändlichen klüngeln den Glauben an den Rechtsstaat zertrete,Hand hoch,zum Offenbarungseid!
Ich halts für ehrenhaft!
...es wird sich schon noch ein Weg finden,bislang hats am Ende immer geklappt!
Köstlich und wenn man dann doch gerettet werden muß vom Staat passiert das über EZB Milliarden."

Vom US-Staat ausgeraubt und vielleicht vom deutschen Staat gerettet.
Die Staaten sind mal so und mal so drauf.
Räuber und Retter geben sich da die Hand.
Europa müsse sich fragen, inwieweit die “aggressive, unkonventionelle und völlig unerprobte Geldpolitik der EZB – bis hin zu negativen Zinsen – zur Verschärfung der Probleme Europas beiträgt”

Ich halte die Frage für berechtigt.
David Folkerts-Landau als promovierter Diplom-
Volkswirt darf solche Fragen stellen.
Er gehört außerdem zu den 500 reichsten Deutschen. Er hat etwas zu verlieren.

Seit 2012 ist er Chef-Volkswirt der Deutschen Bank als Nachfolger von Thomas Mayer und ist für keinen der kostenpflichtigen Fälle der DBk verantwortlich, habe diesbezüglich jedenfalls noch nichts gehört.

Ich bin mir sicher, David Folkerts-Landau hat negative Zinsen vorher noch nicht erlebt.
Ich mit meinen 64 Jahren übrigens auch noch nicht.
Die heutige Finanzpolitik der EZB bewegt sich auf unsicherem Boden, sozusagen auf Neuland, vielleicht auch auf dünnem Eis. Man weiß es nicht so genau.
Ausgerechnet die Deutsche Bank die hats nötig andere zu belehren....

Da muß ich jetzt aber sowas von lachen.......

Köstlich und wenn man dann doch gerettet werden muß vom Staat passiert das über EZB Milliarden.

Ich schmeiß mich gleich in Dreck... köstlich

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