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Unklare Signale für die Weltwirtschaft

Gastautor: Daniel Saurenz
28.09.2016, 09:00  |  450   |   |   

Luminale_BörseFür die Weltwirtschaft sind im vergangenen Monat von den Verbraucher- und Arbeitsmarktzahlen, den Umfragen zum Geschäftsklima sowie den Industrieaufträgen nur unklare Signale ausgegangen. Die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) der Industrieländer kommen nicht an den guten Stand von 2015 heran. Die für das verarbeitende Gewerbe der Schwellenländer zusammengefasste Umfrage übersteigt nur knapp wieder die Grenze zum Wachstum. Insgesamt hat das Weltwirtschaftswachstum nach seinem Tiefpunkt zu Jahresbeginn leicht Fahrt aufgenommen. Dazu schauen wir uns eine Analyse von Fidelity an.

Einige Anzeichen lassen darauf schließen, dass sich die Konjunkturdynamik nicht weiter beschleunigt. Ausschlaggebend für das konsumgetriebene Wachstum bleibt die in den meisten Industrieländern solide Tendenz bei Beschäftigung und Reallöhnen. Allerdings sollten Anleger das zuletzt etwas schwächere globale Verbrauchervertrauen im Auge behalten. In nächster Zeit könnte es zudem weltweit zu einer Straffung der Kreditkonditionen kommen. Dafür spricht die wahrscheinliche Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember.

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Eurozone: Stetiges, aber wenig berauschendes Wachstum

Europa_EU_FlaggeDie für die Eurozone veröffentlichten Augustdaten waren uneinheitlich. Bei annehmbarem Wachstum präsentiert sich der zusammengefasste PMI erstaunlich stabil, während die Beschäftigung nach dem Fünfjahreshoch merklich zurückgegangen ist. Überraschend schwach waren die Zahlen für Deutschland, die so stark wie seit 2014 nicht mehr gefallen sind. Italiens PMI bleibt auf Talfahrt und entpuppt sich zunehmend als Schwachstelle. Anders die Pendants für Frankreich und Spanien, wobei Ersterer den höchsten Stand seit über einem Jahr erklommen und Letzterer seinen hohen Wert behauptet hat. Der Geschäftsklimaindex der Europäischen Kommission hat auf den tiefsten Stand seit 2013 nachgegeben während das Verbrauchervertrauen seinen Abwärtstrend fortsetzte. Alles in allem lassen die neuesten Daten auf ein stabiles, wenngleich wenig spektakuläres Wachstum in der Eurozone schließen.

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Bis auf weiteres bleibt der durch die stark gestiegenen Reallöhne angekurbelte private Konsum ein wichtiger Konjunkturmotor. Allerdings deutet sich mit dem zuletzt etwas schwächeren Verbrauchervertrauen eine gewisse Abkühlung an, da der von niedrigeren Energiepreisen ausgehende Rückenwind abflaut. Auch der vom Brexit-Votum ausgehende Dämpfer für die britische Wirtschaft wird die Stimmung und das Wachstum im Euroraum im zweiten Halbjahr vermutlich etwas beeinträchtigen, da mehr als 7 Prozent der Warenexporte des Euroraum ins Vereinigte Königreich gehen.

Zum Jahresende ist daher in der Eurozone mit einer gewissen Wachstumsabkühlung zu rechnen. Weitere Maßnahmen der EZB im Dezember sind daher sehr wahrscheinlich. Denkbar wäre eine Verlängerung des quantitativen Lockerungsprogramms um sechs bis neun Monate oder eine Aufweichung der Kriterien für im Rahmen des Kaufprogramms infrage kommende Anleihen, um das Universum der zulässigen Papiere zu erweitern. Letzteres dürfte jedoch davon abhängen, wo die Anleiherenditen dann stehen.

Großbritannien: Konjunkturdaten erstaunlich robust

Pfund_UK_DevisenDie Wirtschaftsdaten Großbritanniens haben sich zuletzt spürbar erholt. Aber ein Trend lässt sich daraus noch nicht ablesen. Am meisten überraschten die PMI-Umfragen: Für den zusammengefassten Index aller Sektoren wurde der bisher stärkste monatliche Anstieg gemessen, der ein positives Wachstum signalisiert. Keine guten Nachrichten kamen von dem von Lloyds erhobenen schwächer tendierenden Geschäftsklimaindex. Für die nächsten zwölf Monate wird mit der schwächsten Aktivität seit 2011 gerechnet. Insgesamt werden die Aussichten für die britische Wirtschaft auch weiter von den Folgen des Brexit-Votums überschattet. Die schwächere Investitionsneigung, der Abschwung am Immobilienmarkt, das langsamere Beschäftigungswachstum und die größere Konsumzurückhaltung werden zunehmend Spuren beim Wachstum hinterlassen.

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Diese dürften sich in den nächsten Monaten als Erstes bei den ohnehin bereits schleppenden Investitionen bemerkbar machen, gefolgt von Beschäftigung und Konsum. Aber das größere Problem sehen wir in einem möglichen Rückgang von Produktivität und Wachstum infolge von Engpässen am Arbeitsmarkt, wenn die Einwanderungspolitik grundlegend geändert wird. Auch der möglicherweise versperrte Zugang zum Binnenmarkt verheißt nichts Gutes.

Der Ausblick für die Geldpolitik ist nebulös, auch wenn für 2017 nach jetzigem Stand eine Zinserhöhung wohl auszuschließen ist. Neben geldpolitischen Initiativen sind haushaltspolitische Maßnahmen und Strukturreformen unausweichlich, um die britische Wirtschaft in den nächsten Monaten durch die Brexit-Turbulenzen zu manövrieren. Fiskalische Stimulusmaßnahmen wie Infrastrukturinvestitionen und Konjunkturprogramme für mehr Konsum und Unternehmensinvestitionen – gegebenenfalls auch über Steuersenkungen – könnten kurz- bis mittelfristig helfen, den Brexit-Schaden zu begrenzen.

USA: Enttäuschende Wirtschaftsdaten im August

Börse_USA_SymbolIm August fielen die US-Wirtschaftsdaten enttäuschend aus. Vermutlich handelt es sich hierbei jedoch um einen Ausreißer und nicht den Beginn eines neuen Trends. Zudem schwächelte der Arbeitsmarktbericht. Aus ihm geht zwar auch weiterhin ein robuster, zunehmend angespannter Arbeitsmarkt hervor, aber nach zwei sehr guten Vormonaten wurden im August weniger neue Stellen geschaffen. Zentralen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung hat nach wie vor die Verbraucherstimmung, die ihren jüngsten Anstieg fortsetzte und sich zyklischen Hochs nähert. Das fand seinen Niederschlag in dem erneut überaus starken Konsum.

Der nützliche Blick über den Tellerrand: der US-Aktienmarkt

Dennoch wird das Wirtschaftswachstum in den USA in diesem Jahr wohl die Marke von 1,5 Prozent nicht übersteigen, auch wenn vom beschleunigten Vorratsaufbau, der starken Dynamik am Immobilienmarkt und dem anhaltend soliden Konsum ein Rückenwind ausgeht. Vorbehaltlich erheblicher externer Schocks und/oder einer spürbaren Straffung der Kreditkonditionen ist wegen des weiteren Inflations- und Lohnanstiegs eine Zinsanhebung der Fed im Dezember sehr wahrscheinlich. Danach wird die Zentralbank die Zinsschraube aber wohl nur sehr langsam weiter anziehen. Anschließend könnte eine gelockerte Fiskalpolitik der Konjunktur auf die Sprünge helfen. Wie stark die Unterstützung ausfallen wird, lässt sich erst nach den Präsidentschaftswahlen sagen.

Im zweiten Teil der Analyse werden wir näher auf die Märkte in Japan, China und den Schwellenländern eingehen…

Quelle: Fidelity



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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