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TagesInfo Rohstoffe: OPEC-Krise dauert an (28. September 2016)
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TagesInfo Rohstoffe OPEC-Krise dauert an (28. September 2016)

Gastautor: Eugen Weinberg
28.09.2016, 11:55  |  1972   |   |   

Energie: Genug wurde in den letzten Tagen zum Thema „Produktionsbegrenzungen der OPEC“ gesagt und geschrieben. Auf dem heute zu Ende gehenden IEF-Treffen in Algerien dürfte es eine solche Vereinbarung nicht geben. Viele Beobachter sehen die Parteien, allen voran Saudi-Arabien und den Iran, jedoch nah beieinander, sie trenne ja nur eine Differenz von rund 600 Tsd. Barrel täglich. Bei dieser kurzsichtigen Betrachtung vergisst man, dass auch Nigeria und Libyen für sich Produktionssteigerungen einräumen lassen wollen, die über 1 Mio. Barrel täglich ausmachen dürften. Und ganz vergessen scheint die Tatsache, dass bereits die gegenwärtige OPEC-Produktion ohne die „Ausweitungen“ den Bedarf an OPEC-Öl im nächsten Jahr übersteigt. Hinzu kommt noch ein Wermutstropfen, nämlich eine mögliche Verlangsamung der Nachfrage. So hat gestern die Welthandelsorganisation WTO ihre Wachstumsprognosen für dieses und nächstes Jahr stark reduziert. Mit 1,7% p.a. bzw. 2,2% p.a. erwartet die WTO, dass der Welthandel bzw. das Welt-BIP den geringsten Zuwachs seit der Weltwirtschaftskrise 2009 zeigen wird. Kein Wunder, dass nicht einmal ein erneuter vom API vermeldeter überraschender Lagerabbau bei den US-Beständen für Rohöl und Benzin den Preisen gestern Unterstützung geben konnte. Aktuell ist mit einem weiteren Rückzug der Spekulanten aus dem Ölmarkt zu rechnen. Sie haben ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 20. September bereits stark reduziert: an der NYMEX (WTI) um 42 Tsd. und an der ICE (Brent) um 47 Tsd. Kontrakte. Sie bleiben jedoch bei den beiden wichtigsten Benchmark-Sorten recht hoch, was Spielraum für weiteren Verkaufsdruck gibt, insbesondere wenn das DOE heute Nachmittag einen Lageraufbau berichten sollte.

Produktideen: BEST Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD9H6H Bull Oil Brent Future Nov 2016 Hebel 11,0
CE24T8 Bear Oil Brent Future Nov 2016 Hebel 9,5

Edelmetalle: Gold handelt am Morgen bei rund 1.325 USD je Feinunze, nachdem es gestern um knapp 1% gefallen war. Belastet wurde Gold durch den festeren US-Dollar, der im Zuge guter US-Konjunkturdaten – das Verbrauchervertrauen hat sich im September deutlich aufgehellt – aufwertete. Auch gab es moderate Abflüsse aus den Gold-ETFs. Darüber hinaus fiel die Goldnachfrage Chinas im August verhalten aus. Wie die Hongkonger Statistikbehörde gestern berichtete, hat China im letzten Monat aus Hongkong auf Netto-Basis lediglich 50,5 Tonnen Gold importiert. Dies waren nicht nur 45% weniger als im Vormonat und 15% weniger als im Vorjahr, sondern auch die niedrigsten Importe seit Januar. Offenbar haben die höheren Goldpreise die chinesischen Käufer zu Zurückhaltung veranlasst. Denn der durchschnittliche Goldpreis war im August so hoch wie zuletzt vor fast drei Jahren. Die Netto-Goldimporte Chinas in den ersten acht Monaten des Jahres summieren sich auf 555 Tonnen und liegen damit 15% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, was den schwachen August-Monat relativiert. Belastet durch Gold standen auch Silber und Platin gestern unter Druck, welche sich um jeweils rund 1,5% verbilligten. Relative Stärke zeigte dagegen Palladium, das gegen den Trend um ein knappes Prozent zulegte und heute Morgen bei 700 USD je Feinunze notiert.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD72DJ Bull Gold Hebel 10,3
CD42L6 Bear Gold Hebel 12,8

Industriemetalle: An den Metallmärkten und speziell bei Nickel war gestern eine erhöhte Volatilität zu beobachten. Gemessen am LME-Industriemetallindex stand für die Metalle am Handelsende unter dem Strich aber nur ein Minus von 0,4% zu Buche. Nickel schwankte dabei in einer Handelsspanne von 10.250 USD bis 10.900 USD je Tonne. Zinn näherte sich erstmals seit Anfang 2015 wieder der Marke von 20.000 USD je Tonne. Das International Tin Research Institute (ITRI) erwartet, dass die globale Zinnnachfrage in diesem Jahr um bis zu 1% auf rund 350 Tsd. Tonnen zulegen wird. Das ITRI basiert seine Einschätzung dabei auf einer Umfrage unter Zinnverbrauchern, die in den letzten Monaten durchgeführt wurde. Zum Nachfrageanstieg soll demnach die chinesische Lötindustrie maßgeblich beitragen, die sich zuletzt spürbar erholt hätte. Die Lötindustrie insgesamt steht für knapp die Hälfte der weltweiten Zinnnachfrage. Für eine solide Zinnnachfrage spricht auch der seit Monaten zu beobachtende Lagerabbau von Zinn an der LME. Seit Anfang Juni haben sich die LME-Zinnbestände halbiert und liegen mit 3.650 Tonnen aktuell auf dem tiefsten Stand seit November 2008. Zum Preisanstieg von Zinn in den letzten Monaten hat aber vor allem die Angebotsseite beigetragen. Zwar hatte der weltweit größte Zinnexporteur, Indonesien, zuletzt wieder etwas mehr Zinn ausgeführt, die durchschnittlichen Exporte in diesem Jahr lagen aber bei unter 5 Tsd. Tonnen pro Monat. Um den Weltmarkt auszugleichen, müsste Indonesien bis zu 8 Tsd. Tonnen Zinn pro Monat exportieren.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CZ33DN Long Copper Future Dec 16 Faktor 4
CZ33DL Short Copper Future Dec 16 Faktor -4

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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