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Japan und Abenomics – Ein Land in der Schwebe

Gastautor: Daniel Saurenz
29.09.2016, 07:00  |  709   |   |   

Asien_China_2Für die Weltwirtschaft sind im vergangenen Monat von den Verbraucher- und Arbeitsmarktzahlen, den Umfragen zum Geschäftsklima sowie den Industrieaufträgen nur unklare Signale ausgegangen. Die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) der Industrieländer kommen nicht an den guten Stand von 2015 heran. Die für das verarbeitende Gewerbe der Schwellenländer zusammengefasste Umfrage übersteigt nur knapp wieder die Grenze zum Wachstum. Insgesamt hat das Weltwirtschaftswachstum nach seinem Tiefpunkt zu Jahresbeginn leicht Fahrt aufgenommen. Im zweiten Teil unseres Beitags schauen wir uns anhand einer Analyse von Fidelity, die Märkte in Asien und den Schwellenländern an an.

Den ersten Teil der Analyse finden Sie hier

Japans Wirtschaftsdaten sind unverändert schwach, haben aber zumindest ihren Abwärtstrend beendet. Für das zweite Quartal wurde das Wirtschaftswachstum von nahe null auf 0,7 Prozent zum Vorquartal kräftig nach oben korrigiert. Besser als ursprünglich gedacht präsentierten sich die Unternehmensinvestitionen, woran die öffentlichen Investitionen einen großen Anteil hatten. Derweil liegt der PMI zum verarbeitenden Gewerbe immer noch im Abschwungbereich.

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Nikkei 225 auf ein Jahr

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Er scheint jedoch seine Talsohle erreicht zu haben, denn in den drei Monaten bis August ging es stetig bergauf. Auch das Barometer zur Dienstleistungsbranche steht auf Abschwung und ist zuletzt wieder gefallen. Die Lohnentwicklung ist nominal gesehen verglichen mit dem Vorjahr leicht ins Plus gedreht. Auch das Verbrauchervertrauen setzte seinen leichten Aufwärtstrend fort. Keine Hilfe war der internationale Handel. Aus unserer Sicht wird sich Japans Konjunktur ausgehend vom niedrigen Niveau im Vorjahr etwas beschleunigen. Das neuste Stimuluspaket dürfte das Wachstum in den kommenden Monaten leicht ankurbeln, seine Wirkung aber erst 2017 voll entfalten.

China: Stabilität zu einem hohen Preis

Aus Chinas Wirtschaftsdaten spricht unverändert eine durch politische Maßnahmen herbeigeführte, aber dennoch fragile Stabilität. Insgesamt traten die PMIs im August auf der Stelle. Aufwärts ging es bei Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen, die offenbar auf soliden Niveaus verharren. Interessanterweise sind die privaten Investitionen erstmals seit Ende vergangenen Jahres gestiegen und kehrten ihren Negativtrend um. Derweil bleibt der Immobilienmarkt eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Die unverändert hohen Immobilienverkaufszahlen und Baubeginne haben ihren im April erreichten Zenit aber offenbar überschritten.

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Hang Seng auf ein Jahr

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Stabilität bleibt das wichtigste Ziel der Führung in Peking. Massenweise Liquidität für Banken, höhere Ausgaben der Lokalregierungen und reaktivierte Förderprogramme für den Immobilienmarkt haben das Wachstum in diesem Jahr gestützt. Es mussten enorme geldpolitische Anstrengungen unternommen und die Kreditvergabe massiv erhöht werden, was wir für sehr bedenklich halten. Dem unumgänglichen Wirtschaftsumbau und den dringend benötigten Strukturreformen ist das nicht unbedingt förderlich und weckt ungute Erinnerungen an das Wachstumsmodell des „alten China“.

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Asien_China_1Offenbar sind sich die politischen Entscheidungsträger uneinig, ob die Stimulusmaßnahmen zurückgefahren werden sollten. In den nächsten Monaten wird man genau beobachten müssen, ob Peking im gegenwärtig günstigen Umfeld Strukturreformen durchsetzt. Die nachlassende Kreditnachfrage und Investitionsneigung in der Privatwirtschaft sowie die Anzeichen von Übertreibungen am Immobilienmarkt könnten negative Folgen haben, wenn die Regierung nicht gegensteuert. Aus jetziger Sicht ist aber weder mit einer harten Landung noch mit finanziellem Stress oder gar einer Finanzkrise zu rechnen.

Schwellenländer: Kapitalzuflüsse stehen auf der Kippe

Die neusten Daten aus den Schwellenländern ohne China deuten auf eine allmähliche Erholung bei nach wie vor verhaltenem Wachstum hin. Der zusammengefasste PMI zum verarbeitenden Gewerbe ist im August gesunken, liegt aber mit 50,1 Zählern weiter knapp über der Wachstumsgrenze. Allerdings ist die positive Stimmung allein externen Faktoren geschuldet – und deren Wirkung könnte bald nachlassen, während die internen negativen Einflüsse anhalten. Allerdings ist kein einheitlicher Trend auszumachen. Indien ist das einzige Schwellenland, dessen PMI zum verarbeitenden Gewerbe deutlich im Plus liegt.

WM_Adidas_BrasilienUnd sein Pendant zur Dienstleistungsbranche hat den besten Wert seit fast vier Jahren erreicht. Auch Indiens Wirtschaftswachstum lässt mit 7,1 Prozent im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr nichts zu wünschen übrig, während die Politik die Wirtschaft nach Kräften unterstützt. Russlands zusammengefasster Einkaufsmanagerindex gab leicht nach, signalisiert aber weiter Wachstum mit Neuaufträgen auf einem Dreijahreshoch.

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Am anderen Ende der Skala findet sich Brasiliens PMI wieder, der seine Dynamik vom Juli nicht ausbauen konnte und dessen Werte sowohl für den Dienstleistungssektor als auch für das verarbeitende Gewerbe noch tiefer in den Abschwungbereich gerutscht sind. Angesichts der stark geschrumpften Wirtschaft im zweiten Quartal ist das besonders bedenklich. Brasilien steckt damit nun seit sechs Quartalen in einer tiefen Rezession.

Die erheblichen Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer der letzten Jahre stehen auf der Kippe und machen die aufstrebenden Länder anfällig für einen Stimmungsumschwung – allen voran Südafrika und die Türkei mit ihren weiter wachsenden Leistungsbilanzdefiziten von inzwischen über 5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Indien und Brasilien hingegen ist es gelungen, das Loch in der Leistungsbilanz deutlich zu verkleinern. Auch die asiatischen Länder sind in dieser Hinsicht weniger anfällig. Korea, Taiwan und Thailand weisen sogar fast rekordhohe Leistungsbilanzüberschüsse aus.

Quelle: Fidelity



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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