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Megatrend - Anleger können auf Infrastrukturinvestments bauen

Gastautor: Guido vom Schemm
29.09.2016, 10:58  |  988   |   |   

Die beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump könnten unterschiedlicher kaum sein. Doch in einem Punkt haben sie die gleiche Meinung. Beide wollen im Falle eines Wahlerfolgs mit riesen Infrastrukturprojekten Amerikas Flughäfen, Bahnhöfe, Straßen, Brücken und Schienenverbindungen auf Vordermann bringen und dafür sorgen, dass das ganze Land einen guten Zugang zum Internet hat. Doch nicht nur in Amerika, sondern weltweit werden die Investitionen in Infrastrukturprojekte bedingt durch die niedrigen Zinsen signifikant ansteigen. Davon können auch Anleger profitieren.

Fast täglich kann beobachtet werden, dass die Infrastruktur ständig überarbeitet wird. So werden Transportwege besser, Kommunikation und Internet schneller und Wasseraufbereitung und Abfallentsorgung effizienter. Trotzdem fällt auf, dass zahlreiche Brücken, Straßen oder Schulen in Deutschland marode sind. Hier bleibt noch viel zu tun. Weltweit betrachtet sind enorme Investitionen in Infrastruktur dringend notwendig. Eine Einschätzung des McKinsey Global Institutes zufolge müssten jährlich weltweit insgesamt 3,3 Billionen Dollar investiert werden, um die Wachstumsprognosen bis ins Jahr 2030 zu erreichen. In der Kategorie Transport, Energie, Wasser und Telekommunikation würden zurzeit aber lediglich 2,5 Billionen Dollar pro Jahr investiert. Die geschätzte Infrastrukturinvestitionslücke beläuft sich somit auf rund 800 Milliarden Dollar jährlich. Der Bedarf ist somit signifikant.

Es gibt nur ein großes Problem. Investitionen in die Infrastruktur eines Landes werden in der Regel durch den Staat finanziert. Jedoch sind die größten Industrienationen sehr stark verschuldet und haben somit keinen Spielraum, um dringend benötigte Investitionen in Straßen, Flughäfen, Kanalisation oder Energieversorgung zu tätigen. So kommt es beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland zu einem Investitionsstau in Höhe von 90 Milliarden Euro. Aufgrund dieses immensen Investitionsbedarfs sind zunehmend private Geldgeber gefragt und auch immer mehr Anleger entdecken dieses Thema für sich. Die Vorteile von Infrastrukturinvestments sind deutlich. Geringe Ausfallraten und den sicheren Cashflow durch die Nutzungsgebühren. Zudem bieten Infrastrukturinvestments einen gewissen Inflationsschutz, da die Nutzungsgebühren bei einer höheren Inflation wohl auch steigen dürften. Darüber hinaus sind diese Investments nur bedingt konjunkturabhängig.

Zahlreiche Infrastrukturfonds werden jedoch überweigend als geschlossene Fonds aufgelegt oder stehen nur institutionellen Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen offen. Aufgrund des Niedrigzinsumfeldes haben de Versicherungen und Stiftungen großes Interesse an stetigen und berechenbaren Cashflow dieser Investments. Es gibt am Markt inzwischen jedoch einige infrastrukturbezogene Investmentfonds, die offen und täglich handelbar sind und sich an ein breites Anlegerpublikum richten. Chancenorientierte Anleger können ebenfalls Aktien von Unternehmen beimischen, welche im Bereich Infrastruktur tätig sind.

Infrastrukturfonds sind sicherlich eine interessante Alternative im Niedrigzinsumfeld, da diese einen berechenbaren Cashflow generieren und obendrein konjunkturunabhängig sind. Dennoch sollten Anleger ihr Investment vorher genau unter die Lupe nehmen.

 



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Guido vom Schemm ist Geschäftsführer der GVS Financial Solutions GmbH in Dreieich. Der studierte Betriebswirt verfügt über elf Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie, davon je zwei Jahre als Aktienanalyst bei der Cominvest GmbH/ Cominvest Asia und als Vorstandassistent bei der Commerzbank AG sowie drei Jahre als leitender Direktor einer großen Wertpapierspezialisteneinheit der Commerzbank AG. Weitere Informationen unter www.gvs-fs.de.

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