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Wieso Investoren es Warren Buffett nachmachen und mehr Barmittel halten sollten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.09.2016, 10:00  |  278   |   |   
Foto: The Motley Fool

Warren Buffett hat stets gepredigt, wie wertvoll Barmittel sind. Buffetts Biograph schreibt, dass die Investor-Legende Cash nicht als ein Anlagevermögen ohne Wert, sondern stattdessen als Mittel wahrnimmt, mit dem sich gerade unter Wert gehandelte Vermögenswerte kaufen lassen. Zwar fallen beim Halten von Cash-Reserven Opportunitätskosten an (insbesondere in Zeiten hoher Zinssätze), jedoch kann die Fähigkeit, mit Barmitteln niedrig gehandelte Vermögensanlagen kaufen zu können, diese Opportunitätskosten mehr als wett machen.

Warren Buffetts Bilanz spricht deutlich für seine strategische Vorgehensweise: Im zweiten Quartal 2016 hielt Buffett Cash-Reserven im Wert von 72 Milliarden US-Dollar. Das ist der größte Cash-Betrag, den Buffett in seiner 40-jährigen Amtszeit als CEO seines Unternehmens Berkshire Hathaway gehalten hat. Über einen solch hohen Barmittelbetrag zu verfügen, ist für Buffett nichts Ungewöhnliches – seit 2014 hat Buffett stets einen Barbestand von mindestens 50 Milliarden US-Dollar gehalten. Eine ziemlich große Summe.

Im zweiten Quartal 2016 betrug der Wert von Buffetts gesamten US-Anlageportfolio 130 Mrd. US-Dollar – Buffett ist also äußerst unterinvestiert. Der Grund dafür hat mit ziemlicher Sicherheit mit seiner Wahrnehmung von Cash als Optionsmittel zu tun. Vermutlich wartet Buffett geduldig ab, bis sich das Preisniveau von Vermögenswerten (wie schon 2008) senkt; und gerade dann können Barmittel extrem wertvoll sein. Für Investoren, die 2008-2009 große Cash-Reserven zur freien Verfügung hatten, eröffnete sich die Chance auf massive Renditen.

Über seinen Wert als Optionsmittel hinaus hat Cash auch einen weiteren entscheidenden Nutzen: Es kann in Zeiten eines massiven Konjunktureinbruchs als Absicherung dienen. Heute scheint sowohl der kanadische auch als der US-amerikanische Markt ziemlich teuer zu sein; und anstatt überbewerteten Unternehmen nachzurennen, können Investoren ihre Cash-Position erhöhen, um sich gegen Abwärtsrisiken abzusichern und aus dem Kauf unterbewerteter Aktien Kapital zu schlagen.

Der kanadische und US-amerikanische Markt sind teuer

Es ist wichtig, den Toronto Stock Exchange (TSX) nicht gesondert zu betrachten. Im Laufe der Zeit haben der TSX und der S&P 500 stark miteinander korreliert (ein Zusammenhang, den man ganz einfach erkennen kann, wenn man den langfristigen Verlauf der zwei Indizes auf einer Plattform wie Yahoo Finance betrachtet).

Blackrocks Halbjahresbericht 2016 hat festgestellt, dass Kanada unter den 17 globalen Wertpapierbörsen der zweitteuerste Markt der Welt ist. Dies wurde errechnet, indem die derzeitigen Bewertungen mit den langfristigen historischen Durchschnittswerten verglichen wurden.

Blackrocks Analyse ist besonders aufschlussreich, da sie zur Wertermittlung mehrere Bewertungsmaßstäbe heranzieht (einschließlich Gewinnrendite, Kurs-Cashflow-Verhältnis, Dividendenrendite und weitere). Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des TSX der vergangen 10 Jahre beträgt 17,9; momentan wird der TSX zur einem Trailing-KGV von 19,75 gehandelt. Somit liegt der TSX derzeit weit über seinem Durchschnitt.

In Anbetracht, dass die kanadischen Wirtschaftswachstumsaussichten nicht viel höher sind als in den vergangen Jahren, ist diese Bewertung etwas besorgniserregend. Die OECD hat gerade seine Wachstumsprognosen für die kanadische Wirtschaft sowohl für das Jahr 2016 als auch 2017 heruntergeschraubt. Mit einem überbewerteten Immobilienmarkt und Rekord-Verschuldungsraten bei Privathaushalten sind die Bedingungen für wachsende Unternehmensgewinne nicht besonders gut.

In den USA ist die Lage noch schlechter. Blackrocks Bericht zufolge war der S&P 500 mit großem Abstand der teuerste Markt der Welt. Im Juli erklärte Goldman Sachs, dass der US-amerikanische S&P 500 momentan teurer ist als in 88 % seiner Geschichte und sich sein Forward-KGV seit 2011 um 75 % erhöht hat. Goldman zufolge hat ein so hoher KGV-Zuwachs historisch gesehen immer zu einem Finanz-Crash geführt.

Gold könnte eine gute Cash-Alternative sein

Investoren, denen es schwer fällt, größere Bar-Summen zu halten, könnten auf Gold-Anlagen als Alternative zurückgreifen. Viele Analysten glauben, dass sich Gold in einer frühen Phase eines Bullenmarktes befindet; und in der Regel steigt der Goldpreis, wenn Aktienkurse schwächeln.

Barrick Gold (WKN:A0T777) ist dank seiner abnehmenden Verschuldungsquote, guten Produktionswachstumsaussichten und seinem Fokus auf hochqualitative Rohstoffe ein Name, den man im Hinterkopf behalten sollte. Die Barrick-Aktie ist jüngst etwas gefallen, weshalb jetzt ein Guter Zeitpunkt ist, zuzuschlagen.

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The Motley Fool hält Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Adam Mancini auf Englisch verfasst und am 26.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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