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Deutsche Bank – war das die Wende?

Gastautor: Daniel Saurenz
01.10.2016, 09:00  |  2098   |   |   

Deutsche Bank_ Frankfurt_Börse_8Die kolportierte, niedrigere Summe von 5,4 Milliarden Dollar Strafe könnte für die Deutsche Bank zum Befreiungsschlag werden. Gleichzeitig könnte der Ausverkauf dem DAX den Startschuss geben für eine vorgezogene Jahresendrally. Die Spekulationen um die Banken hatten die Stimmung nachhaltig gedrückt und die Volatilität nach oben schießen lassen. Denn es zeigt sich, dass Spekulationen auf Banken keine Einbahnstrasse sind. Bei positiven Nachrichten ist ein sogenannter Short-Squeeze jederzeit möglich und dieser war am Freitag bei der Bank zu sehen.

Nach einer Woche mit bitterem Newsflow ist die Meldung zum Wochenende der sehnlich erhoffte positive Dreh. Dies wird auch John Cryan etwas Luft verschaffen, nachdem zuletzt absurde Gerüchte wie der Einstieg der Türkei oder das mögliche Betteln um Hilfe bei der Kanzlerin die Runde machten. Nun muss die Deutsche Bank die positive Wende nutzen, um einmal längere Zeit schlechte Nachrichten zu vermeiden und vor allem das ihrige dazu beitragen. Dies könnte dann auch Aktionären Hoffnung geben, die schon die nächste Kapitalerhöhung fürchten mussten.

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Die Deutsche Bank lenkte am Freitag etwas vom eigentlichen Hauptdarsteller ab – der Commerzbank. Es wirkt wie High-Noon in Frankfurt. Martin Zielke verweigert auf seiner Pressekonferenz einen Kommentar zur Deutschen Bank. Dabei könnte Zielke das aussprechen, was wirklich allen Banken gerade helfen würde: Die Banken in Europa brauchen womöglich bald ein “whatever it takes” seitens der EZB und Mario Draghi, damit Spekulanten, die einzelne Institute offenbar zum Abschuss freigeben, gestoppt werden. Die Geier stürzen sich momentan auf die Deutsche Bank in einer Phase, in der man endlich den Umbau anpackt.

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CommerzbankBeim Euro ist es Draghi einst gelungen, ähnliches bräuchte allen vorweg die Deutsche Bank gemeinsam mit vielen italienischen Instituten. Dass dies politisch nicht en Vogue ist weiß die Politik und weiß Angela Merkel, doch je später man sich zum Bankensektor bekennt desto teurer könnte es am Ende werden.

Bilanziell ist die Deutsche Bank mit Lehman nicht zu vergleichen, Vertrauen und Psychologie könnten sie aber irgendwann zu einem Lehman-Szenario treiben. Dies können weder EZB noch Bundesregierung wollen und deshalb wäre ein zumindest verbales Bekenntnis durchaus sinnvoll.

Dass Angela Merkel dies kann, hat sie einst gemeinsam mit Peer Steinbrück bewiesen. Denn gerade die Spekulanten aus UK und den USA werden kaum aus Nettigkeit von der Deutschen Bank ablassen, da helfen auch positive Worte von Goldman Sachs kaum weiter. Eines sollte jedoch auch die Konkurrenz bedenken – kippt die Deutsche Bank, gibt es ein Blutbad im Finanzsektor.

Unsere Webinare der vergangenen Woche in der Aufzeichnung:

webinareCMC Total Return: Makro Trading Highlights der Woche

Dt. Bank-Aktie unter Feuer: Wird´s jetzt einstellig? – Immer wieder neue Gerüchte

Die Finanzmarktrunde

Opernturm Live

Einige Beiträge der Woche im Rückblick:

USA – Protektionismus ist mit Vorsicht zu genießen

Lanxess vor US-Übernahme

Globale Vermögensverteilung – auf der Suche nach der Mitte

Dominoeffekt im Bankensektor

Die fetten Jahre sind vorbei

Trading Masters starten in eine neue Runde

Lufthansa klammert sich an die Chinesen

DAX zwischen Dividendenschnäppchen und TV-Duell

Tesla trennt Fans und Skeptiker



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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