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Deutsche Bank(en) treiben den DAX

03.10.2016, 14:52  |  722   |   |   

Die vergangene Woche glänzte durch enorme Volatilität. Verantwortlich dafür waren vor allem die Bankwerte im DAX. Hierzu gab es insbesondere in der zweiten Wochenhälfte jede Menge Meldungen, welche ein Wechselspiel an Emotionen auslösten. Erinnerungen an die Finanzkrise aus dem Jahr 2007 kamen bei den Marktteilnehmern ins Gedächtnis zurück, als die Talfahrt der US-Bankenwerte den ganzen Index und damit auch andere Werte mit nach unten zogen.

Hintergrund der „Bankenkrise“

Hohe Strafzahlungen bei der Deutschen Bank stehen in den USA zur Diskussion. Erste Schätzungen gingen von 14 Milliarden aus. Eine Summe, die das Geldhaus vermutlich aus eigener Kraft aktuell nicht begleichen kann. Daraus leitete sich am Markt die Schlussfolgerung ab, dass hier Hilfen benötigt werden. Frisches Geld am Kapitalmarkt oder auch Hilfen vom Staat. Parallel dazu werden tausende Stellen gestrichen, nicht nur bei der Deutschen Bank, sondern auch bei der Commerzbank. Ein erneuter (!) Spar- und Neuausrichtungskurs, dessen Ausgang ungewiss ist. Gewiss ist nur die Notwendigkeit einer Neufokussierung. Wer spürt dies genauer als die Aktionäre selbst? Vergleicht man den DAX mit beiden genannten Bankwerten, ist hier wenig Freude zu identifizieren:

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Und dabei habe ich hier das Thema Strafzahlungen und einen internationalen Vergleich zu anderen Banken bewusst ausgespart. Wer daran Interesse hat, findet weitere spannende Grafiken im Artikel „Der Abstieg der Deutschen Großbanken“ bei der faz hier ->

Zurück zur Deutschen Bank: Nach neuen Rekordtiefs und den dunklen Wolken am Medienhimmel dementierte der Vorstandsvorsitzende John Cryan den Bedarf an Staatshilfen. Alle Infos dazu gibt es auf dieboersenblogger zum Beispiel HIER.

Der Kurs reagierte nach dem „Schnäppchenpreis“ von 9,90 Euro am Freitag prompt und drehte sogar bis Tagesende ins Plus.

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Auswirkungen auf den DAX in der Vorwoche

Wie eingangs geschrieben, wirkte sich dies auch auf den Deutschen Aktienindex aus. Eine eindrucksvolle Rallye startete ab 10.190 Punkten und katapultierte den DAX bis auf das Niveau, welches er am Montag zur Eröffnung hatte. Per Saldo somit nichts passiert?

Ohhh doch, wie man hier im Stundenchart der Handelswoche sehen kann:

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Und damit sind wir mittendrin in der Chartanalyse zum DAX

Abprall im großen Zeitrahmen

Interessant ist auf jeden Fall nicht nur die Dynamik des Anstiegs, sondern auch der Punkt dieser Initialzündung. Denn dieser fand genau am Abwärtstrend statt, der beginnend vom Allzeithoch, uns vor wenigen Wochen immer wieder beschäftigte. Aus weiser Voraussicht hatte ich ihn noch immer im Chartbild verankert

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Pauschal gesehen ein positives Zeichen, was jedoch noch bestätigt werden muss. Rückblickend auf den Chartausblick vor einer Woche in der Analyse „September überrascht positiv“ sieht man diese Linie ebenfalls rot. Bereits am Montag wurde der grün gestrichelte Aufwärtstrend gebrochen und die Bären nahmen Fahrt auf. Die blau skizzierte Unterstützungszone bot am Dienstag noch Unterstützung, wurde jedoch mit den Meldungen zur und über die Deutschen Banken am Freitagmorgen via GAP unterschritten. Doch dann kam dieser gezeigte Abwärtstrend als „Rettungsanker“ ins Spiel…hier noch einmal der Chart aus der Vorwoche zum Abgleich der Marken:

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Somit überraschte der September positiv, wenn auch in letzter Minute. Denn durchschnittlich ist dieser Monat in der Statistik mit einem Minus von 1,99% der statistisch schwächste Börsenmonat. In diesem Jahr ist das Minus bei 0,77% angesiedelt, legt man die XETRA-Kurse zu Grunde (erster Kurs 10.592 letzter Kurs 10.511).

Ausblick für die kommende Handelswoche

Die Stimmung und weitere Entwicklung bei den Strafzahlungen sowie der Status des jeweiligen Konzernumbaus werden uns auch in der folgenden Woche beschäftigen. Mit Start des neuen Monats und hier auch dem vierten Quartal kann zumindest erst einmal mit frischem Kapital von Anlegern gerechnet werden. Im Niedrigzinsumfeld sucht dies nach Anlagemöglichkeiten. Vor dem Hintergrund der Statistik und einem dort sehr positiv hinterlegtem vierten Quartal, sollte zumindest mit einem Test der Vorwochenhochs und dem Schließen des GAP’s zu rechnen sein.

Marken und damit bullische Ziele sind die 10.580 und dann das GAP 10.620 auf der Oberseite:

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Darüber könnten die letzten September-Bären dann „erlegt“ werden – natürlich wie geschrieben abhängig von den Meldungen zur Lage der Banken und dem Zinsumfeld.

Eine Unterstützung inklusive Konsolidierung nach dem starken Anstieg vom Freitag sehe ich bei 10.480 bis 10.500. Hier sollten wir nach aktueller Schätzung auch den Handel am Dienstag starten. Der Montag ist Feiertag an der Deutschen Börse!

Erst unter diesem Bereich sind die Bären wieder am Zug. Dieses Szenario habe ich mit einem roten Pfeil markiert:

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Wohlgemerkt ohne Blick und Glaskugel auf den internationalen Handel zum morgigen Wochenstart. Dies sollten wir entsprechend verfolgen und mit dieser Orientierung abgleichen.

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und viel Erfolg im Eigenhandel wünscht Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Bildquelle: Andreas Mueller / dieboersenblogger.de



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Christoph Scherbaum M.A. und Diplom-Betriebswirt Marc Schmidt sind die Gründer von dieboersenblogger.de. Der Social-Börsenblog wurde Ende 2008 im Zeichen der Finanzkrise von den zwei Finanzjournalisten gegründet und hat sich seither fest in der Börsenmedienlandschaft etabliert. Heute schreibt ein gutes Dutzend Autoren neben Christoph Scherbaum und Marc Schmidt über Aktien, Geldanlage und Finanzen. Weitere Informationen: www.dieboersenblogger.de.

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