DAX-0,01 % EUR/USD+0,02 % Gold+0,46 % Öl (Brent)0,00 %

Donald Trump, der Schrecken der Finanzmärkte?

Gastautor: Daniel Saurenz
04.10.2016, 07:00  |  880   |   |   

USA_Bank_SymbolGalt Donald Trump vor nicht allzu langer Zeit als Aussenseiter, hat er mittlerweile ernst zu nehmende Chancen auf den Präsidentschaftsstuhl. Seine verbalen Aussetzer und extremen aussenwirtschaftlichen Positionen sorgen vielerorts für große Verunsicherung. Bei genauerem Hinsehen wäre allerdings ein Sieg Trumps nicht zwangsläufig schlecht für die US- Wirtschaft und die Finanzmärkte. Dazu schauen wir uns eine Analye der VP-Bank an…

Die US-Bevölkerung ist am 8. November zur Wahl des 45. Präsidenten aufgerufen. Aktuellen Umfragen zufolge wird es ein denkbar knapper Ausgang: 45 % würden derzeit für die demokratische Kandidaten Hillary Clinton votieren, 43 % für den republikanischen Herausforderer Donald Trump. Entscheidend für den Wahlausgang werden die sogenannten «Swing States», die anders als die meisten Staaten nicht schon auf eine Partei festgelegt sind. Dazu gehören etwa Iowa, Florida und Ohio. Viele Meinungsforschungsinstitute betonen, dass starke Schwankungen und Änderungen möglich sind, der Wahlausgang ist letztlich also völlig offen.

S&P 500 auf ein Jahr

S&P 500 auf ein Jahr

Die Volatilität könnte in den nächsten Monaten wieder deutlich zunehmen ( ein nützliches Tool um die Vola im Auge zu behalten kommt aus dem Hause UBS) . Daher stellen wir für Bullen und Bären Optionsscheine auf S&P 500 und DAX als Trading-Produkte vor:

 Call Optionsschein auf DAX UT39JG
Put Optionsschein auf DAX UT5AVQ
Put Optionsschein auf S&P 500 Index UW2FN9
Call Optionsschein auf S&P 500 Index UW2B9Q

Weitere interessante Produkte auf deutsche und internationale Einzelwerte finden Sie täglich frisch in unserer ISIN-Liste oder in unserem Favoritendepot.

Die anstehende Wahl hebt sich von früheren Urnengän- gen ab. Denn selten zuvor war die US-Bevölkerung mit den Kandidaten unzufriedener. Hillary Clinton verkörpert für viele US-Bürger das Establishment. Es wird dabei befürchtet, dass die Kandidatin zukünftig vor allem das Sprachrohr der gesellschaftlichen Elite sei. Donald Trump polarisiert hingegen mit seinen verbalen Attacken sehr stark. Während er für manche, selbst für Mitglieder der republikanischen Partei, als unwählbar gilt, sehen andere ihn wiederum als Vertreter ureigener US-amerikanischer Interessen.

USA_NetflixGalt Trump ursprünglich als Aussenseiter, hat er sich mit seinen populistischen Forderungen in die Mitte der Gesellschaft katapultiert. Der unerwartete Ausgang des Brexit-Referendums in Grossbritannien hat dabei der Welt deutlich vor Augen geführt, dass populistische natio- nalkonservative Ansichten derzeit Mehrheiten für sich vereinen können. Ein Sieg von Donald Trump ist aus unse- rer Sicht jedenfalls genauso wahrscheinlich wie eine zukünftige Regentschaft von Hillary Clinton.

Wie die Trump-Clinton-Debatte verlaufen ist  sehen Sie im Video von CMC Markets

Donald Trump stellt aus unserer Sicht vor allem wegen seiner verbalen Entgleisungen und seiner Auflehnung gegen den bisher etablierten weitgehend freien Warenhandel aussenpolitisch und auch aussenwirtschaftlich ein Risiko dar. In der Rechtsphilosophie gibt es jedoch den Begriff der «normativen Kraft des Faktischen». Das heisst, das Faktische setzt die Norm.

Trump wird sich nicht gegen die bestehende Weltwirtschaftsordnung stemmen können, es sei denn, er setzt das wirtschaftliche Wohlergehen der USA auf das Spiel. Einmal im Amt muss der Unternehmer wohl seine stellenweise radikalen Forderungen abmildern. Seine verbalen Aussetzer dürften hingegen während einer etwaigen Amtszeit ein permanentes Risiko bleiben.

Der nützliche Blick über den Tellerrand…interessante Beiträge finden Sie auch auf dem Blog der Citi…

Da ein Wahlsieg Hillary Clintons im Kern ein Festhalten am Status quo bedeutet, wollen wir im Folgenden auf die Chancen und Risiken einer Trump-Regentschaft eingehen – ohne dabei die demokratische Präsidentschaftskandidatin völlig zu vernachlässigen.

Schreckgespenst Donald Trump?

Radikale Kehrtwenden bilden nach US-PräsidentschaftsBörse_USA_NewYork_5wahlen eher die Ausnahme. Meist wird am Status quo zunächst festgehalten, Veränderungen kommen dann über die Amtsperiode hinweg in kleinen Schritten. Letzteres wäre etwa der Fall, wenn die demokratische Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton gewinnen würde. Nichtsdestotrotz gab es in der US-amerikanischen Präsidentschaftsgeschichte bereits deutliche Kehrtwenden. Zuletzt war dies bei Ronald Reagan der Fall. Steuern werden stark gesenkt und gleichzeitig die Staatsausgaben massiv erhöht. Die Massnahmen wirbelten die Zins- und Währungsmärkte gewaltig durcheinander. Ähnliches ist bei einem Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu erwarten. War sein Wahlprogramm anfangs noch sehr vage, nimmt es langsam Konturen an. Die wichtigsten Punkte im Schnellüberblick…

Deutschlands großes Börsenspiel steht in den Startlöchern – die Trading Masters starten mit einer Einführungsphase. Hier finden Sie weitere Informationen.  

Handel

Der Präsidentschaftskandidat sieht die USA als Verlierer der internationalen Arbeitsteilung. China hält er Währungsmanipulation vor. Die Verlagerung von Produktion müsse wieder rückgängig gemacht werden, so Trump. China solle zurück an den Ver- handlungstisch geholt werden, so seine Forderung. Hinter der derzeit herrschenden Welthandelsordnung ist bei einem Wahlsieg der Republikaner jedenfalls eine dickes Fragezeichen zu machen.

Staatsausgaben

USA_Presseschau_2Die US-Infrastruktur soll erneuert und saniert werden. Trump möchte die Staatsausgaben deshalb markant erhöhen. Hier unterscheidet sich Trump von seiner Kontrahentin im Grundsatz nicht. Auch Clinton möchte die Staatsausgaben erhöhen, allerdings mit einem Gegenfinanzierungskonzept. Trump plant erhebliche Infrastrukturinvestitionen in Strassen, Brücken, Eisenbahnen sowie Flug- und Seehäfen. Das genaue Ausmass der Investitionen ist noch nicht bekannt, allerdings soll es mindestens doppelt so hoch wie die von Hillary Clinton veranschlagten USD 500 Mrd. ausfallen. Die Staatsausgabenerhöhung ist für Trump wesentlich einfacher als für Hillary Clinton. Aufgrund des bestehenden Gesetzes zur Schuldenobergrenze ist der Präsident auf die Unterrstützung des Kongresses angewiesen. Da letzterer repulikanisch dominiert ist, wird Trump kaum auf grössere Widerstände stossen. Anders verhält sich bei einer Präsidenschaft von Hillary Clinton, sie muss mit deutlichem Gegenwind rechnen.

Aktuelle Themen diskutieren wir immer ausführlich in unseren Webinaren. Hier finden Sie alle Aufzeichnungen der letzten Woche, sowie unser Webinarprogramm für diese Woche…

Steuer

Donald Trump plant eine umfangreiche Steuerreform. Die Steuern für private Haushalte und Unternehmen sollen deutlich sinken. Bei der Einkommenssteuer sollen die derzeit sieben Steuersätze (10 % bis 39.6 %) zu drei Steuersätzen (10 %, 20 % und 25 %) zusammengefasst werden. Für die Unternehmen soll der Steuersatz von 35 % auf 15 % sinken, allerdings will Trump gleichzeitig verschiedene Steuervergünstigungen begrenzen oder abschaffen.

Das Tax Policy Center schätzt die auf Basis dieser Pläne zu erwartenden Steuerausfälle im ersten Jahrzehnt auf USD 9’500 Mrd., im folgenden Jahrzehnt auf USD 15’000 Mrd. Die Staats- verschuldung würde damit auf Sicht der kommenden zwei Jahrzehnte um rund 75 Prozentpunkte zulegen. Alleine bis zum Jahr 2022 spränge die US-Staats- verschuldung auf rund 140 % des BIP – die höheren Staatsausgaben noch nicht mit eingerechnet.

Im zweiten Teil des Beitrags, werden wir morgen weiter auf die Auswirkungen der US-Präsidentschaftswahl auf die Märkte eingehen…

Quelle: VP-Bank



Verpassen Sie keine Nachrichten von Daniel Saurenz

Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
21.09.