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Was ist der bessere Kauf? Under Armour oder Adidas?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
04.10.2016, 14:00  |  980   |   |   
Quelle: Pixabay, sbl0323

Wenn man Under Armour (WKN:A0HL4V) und Adidas  (WKN:A1EWWW) miteinander vergleicht, dann sieht man schnell, wie unterschiedlich die beiden Sportbekleidungshersteller doch sind.

Die Aktie von Under Armour, einer der heißesten Wachstumsaktien in der Industrie, ist in den letzten 12 Monaten um 22 % gefallen, da sich die Investoren Sorgen um den Rückgang bei den Umsätzen, die steigenden Kosten und den höheren Konkurrenzdruck machen.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

Die Aktie von Adidas, einem Unternehmen, das oft vom Wachstum von Under Armour und der Markenstärke von Nike (WKN:866993) in den Schatten gestellt wurde, stieg um über 120 % im selben Zeitraum. Die steigenden Umsätze im ersten Jahr des Fünfjahresplanes zur Trendwende haben viele Investoren davon überzeugt, dass die Fehler der Vergangenheit – besonders die Übernahme von Reebok – inzwischen hinter dem Unternehmen liegen.

Daher stellt sich die Frage, ob man Under Armour jetzt verkaufen und stattdessen Adidas kaufen sollte. Vergleichen wir einmal die Wachstumsraten, Bewertungen und die Probleme, um das heraus zu finden.

Wie schnell wachsen Under Armour und Adidas?

Under Armour hat im letzten Quartal im Jahresvergleich 28 % mehr Umsatz gemacht und 1 Milliarden US-Dollar erreicht. Das sieht zwar gesund aus, stellt aber auch eine Verlangsamung zu den 30 % Wachstum im vorhergehenden Quartal und 29 % im Vorjahreszeitraum dar. Die Analysten erwarten, dass es mit der Verlangsamung so weitergehen wird, mit 21 % in Q3, 22 % in Q4 und 24 % für das Gesamtjahr. Das sieht im Vergleich zu den 32 % im Jahr 2014 und 28 % im Jahr 2015 natürlich nicht so toll aus.

25 % der Umsätze von Under Armour kamen in der ersten Jahreshälfte 2016 aus dem Bereich Fußbekleidung, verglichen mit nur 20 % in der ersten Hälfte 2015. Die Umsätze im Bereich Bekleidung fielen im selben Zeitraum von 67 % auf 62 %. Das bedeutet, dass Under Armour weniger von seiner High-Tech-Sportbekleidung abhängt und mehr von den Schuhen – einem harten Markt, der von Nike und Adidas schon dominiert wird.

Daher hat Under Armour begonnen, seine Schuhe billiger zu verkaufen. Im März meldete Morgan Stanley, dass Under Armour seine Schuhe für 23 % weniger als noch vor zwei Jahren verkaufen würde, verglichen mit einem Preisrückgang von nur 4 % in der Industrie. Trotzdem stiegen die Umsätze im Bereich Schuhe um 58 % im letzten Quartal, da sich die Basketballschuhe sehr gut verkauft haben.

BILDQUELLE: UNDER ARMOUR.

Die Umsätze von Adidas stiegen im Jahresvergleich im letzten Quartal währungsbereinigt um 21 % auf 4,4 Milliarden US-Dollar (4,9 Milliarden US-Dollar) dank einem Wachstum von 30 % in China, 26 % in Westeuropa und 31 % in Nordamerika. Im vorhergehenden Quartal stiegen die Umsätze von Adidas um 22 % währungsbereinigt und nur 9 % im Vorjahresquartal. Das Unternehmen erwartet ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen Zehnerbereich für das Gesamtjahr verglichen mit 10 % im letzten Jahr. Das Unternehmen erwartet auch zweistelliges Umsatzwachstum in allen Märkten außer der Region Russland/ CIS.

53 % der Umsätze von Adidas kamen in der ersten Jahreshälfteaus der Sparte Schuhe, verglichen mit 51 % im Vorjahr. Das Unternehmen schrieb das währungsbereinigte Umsatzwachstum von 27 % der robusten Nachfrage für Laufschuhe zu, was von einer schwächeren Nachfrage im Bereich Basketball Schuhe etwas abgeschwächt wurde.

Margen und Gewinnwachstum

Eine große Sorge bei Under Armour besteht darin, dass es immer abhängiger von billigeren Schuhen wird, was die Margen und Gewinne erodiert. Das ist auch der Grund, warum die Bruttomarge im Jahresvergleich um 70 Basispunkte auf 47,7 % gefallen war. In der Zwischenzeit erhöhte sich die Bruttomarge von Adidas um 50 Basispunkte auf 48,8 %.

Da Adidas im Einzelhandel eine deutlich größere Präsenz hat als Under Armour muss der Underdog deutlich mehr ausgeben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Under Armours aggressive Ausgaben für Sponsoring, Marketing und eine große Abschreibung durch die Insolvenz von Sports Authority hat dazu geführt, dass die Vertriebs- Allgemein- und Verwaltungskosten im Jahresvergleich um 32 % gestiegen sind. Daher fiel die operative Marge um 4,1 % verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf nur mehr 1,9 %. Im Vergleich dazu stieg die operative Marge von Adidas von 6 % auf 9,4 % im Zeitraum von Q2 2015 bis Q2 2016.

Die Analysten erwarten, dass die Gewinne von Under Armour im nächsten Jahr um 32 % steigen sollen, was solide aussieht, aber das rechtfertigt nicht das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50. Die Gewinne von Adidas sollten im nächsten Jahr um 9 % steigen, aber die Aktie wird mit einem vernünftigeren KGV von 19 gehandelt.

Der Gewinner: Adidas

Die Zahlen sehen bei Under Armour stärker aus, aber das Wachstum verlangsamt sich, die Margen schrumpfen und die Bewertung sieht hoch aus. In der Zwischenzeit meldet Adidas steigendes Umsatzwachstum und steigende Margen, die Bewertung sieht billiger aus im Verhältnis zum Wachstumspotenzial. Daher glaube ich, dass Adidas der besser Kauf ist, bis Under Armour wieder stärkeres Gewinn und Umsatzwachstum meldet.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Nike und Under Armour (A).

Dieser Artikel wurde von  Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 29.09.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsre deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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