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Die Commerzbank lernt von den Fehlern der Deutschen Bank

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
04.10.2016, 19:46  |  646   |   |   
Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Die Commerzbank (WKN: CBK100) hat eine neue Strategie vorgelegt und versucht damit die Fehler der Deutschen Bank (WKN: 514000) zu vermeiden.

Die Vision ist klassische Bankendienstleistungen wieder in den Vordergrund zu stellen und sie mit einem kräftigen Digitalisierungsschub zu verbessern.

Sparen, sparen, sparen, um eine Chance auf Profitabilität zu haben

Die Commerzbank ist der Ansicht, dass sie insgesamt viel zu wenig profitabel ist. Das kann für eine Bank in schwierigen Zeiten zu einem ernsten Problem werden, da sie wenig frisches Kapital erwirtschaftet, um sich für die Zukunft zu rüsten. Dividenden sind deshalb erst einmal vom Tisch.

Besonders sticht allerdings hervor, wie viele Stellen gestrichen werden sollen. Bis 2020 sollen 9.600 Vollzeitstellen verschwinden und da es auch viele Teilzeitangestellte gibt, dürfte die Zahl der betroffenen Angestellten noch einmal deutlich höher ausfallen. Zwar sollen auch 2.300 neue Stellen geschaffen werden, aber bei circa 50.000 Mitarbeitern wird trotzdem ein riesiger Teil der Belegschaft schrumpfen.

Da die Bank sehr hohe Personalkosten hat, bringen die Stellenkürzungen dementsprechend großes Einsparungspotenzial. Es sollen jedes Jahr eine Milliarde an Kosten eingespart werden. Wer sieht, welche Gewinne die Commerzbank mittelfristig anstrebt, muss sich nach den Problemen der letzten Jahre erst einmal die Augen reiben. In der Pressemitteilung heißt es:

Insgesamt erwartet die Commerzbank für das Jahr 2020 Erträge von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro. […] Sollte sich das Zinsumfeld normalisieren, können die Erträge auf über 11 Milliarden Euro steigen und die Aufwandsquote auf rund 60 % sinken.

Finger weg von Derivaten

Die Commerzbank distanziert sich sicherlich ganz bewusst vom Investmentbanking, das der Deutschen Bank gerade immense Probleme bringt. Hochbezahlte Investmentbanker und unzählige Derivate in der Bilanz sollen bald der Vergangenheit angehören. Dementsprechend wird auch der Konzern umstrukturiert und das Segment Corporates & Markets soll in Zukunft von der für Firmenkunden verantwortlichen Abteilung betreut werden.

Das heißt, Wachstum oder zumindest ein Ausgleich der wegfallenden Aktivitäten muss über klassische Bankdienstleistungen gestemmt werden. Auch hier hat man sich das ehrgeizige Ziel gesetzt netto bis 2020 zwei Millionen neue Kunden zu gewinnen. Das könnte mittelfristig durch Anreize bei der Neukundenwerbung teuer werden, aber wenn man betrachtet, welche Probleme die Deutsche Bank mit ihrem Investmentbanking hat, scheint es ein intelligenter und wichtiger Schritt zu sein. Außerdem kann auch dieser Prozess zu Kosteneinsparungen und somit zur langfristigen Profitabilität beitragen.

Die Zukunft ist digital

Die Commerzbank sieht ein, dass sie in Zukunft keine andere Wahl hat, als massiv in Digitalisierung zu investieren. Dabei muss man zwischen zwei verschiedenen Bereichen unterscheiden.

Pro Jahr sollen 700 Millionen Euro investiert werden, um die interne digitale Infrastruktur deutlich zu verbessern. Man ist der Ansicht, dass man 80 % der „relevanten Geschäftsprozesse“ digitalisieren kann. Das wird auch nötig sein, um mit der geringeren Mitarbeiterzahl zurechtzukommen.

Für Kunden selbst soll das digitale Angebot stetig verbessert und erweitert werden. Ein neuer Bereich, der allerdings momentan von sehr vielen Anbietern erobert werden will, ist die automatisierte Vermögensverwaltung, die unter dem Begriff „Robo-Adviser“ läuft. Da die Commerzbank sich aber in Zukunft auf Kundenfreundlichkeit konzentrieren will, scheinen zumindest die von vielen vorhergesagten massiven Filialschließungen noch nicht auf der Agenda zu stehen.

Digital, effizienter und deutlich profitabler zu werden, sind die richtigen Ziele für die Commerzbank. Wenn sie diese entsprechend umsetzt, ist ihr zwar noch kein Erfolg garantiert, aber sie dürfte die derzeitigen Schreckensmeldungen der Deutschen Bank vermeiden können.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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