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Diese Versicherungen brauchen Häuslebauer

Gastautor: Dieter Fromm
05.10.2016, 09:00  |  590   |   |   

Bei rund 80 Prozent der Mieterhaushalte in Deutschland, so die seit Jahren übereinstimmenden Ergebnissen von Meinungsumfragen, steht Wohneigentum ganz oben auf der Wunschliste. Derzeit ist das wirtschaftliche Umfeld für den Bau eines Eigenheims ideal: eine robuste Konjunktur mit vergleichsweise wenig Arbeitslosigkeit, deutliche Lohnzuwächse und vor allem historisch günstige Baukredite. hausbau.jpg Dank der extrem niedrigen Zinsen für Immobiliendarlehen können Familien ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung oft schon durch die eingesparte Miete finanzieren. Doch Vorsicht: Trotz aller Begeisterung für das eigene Heim, das Stein für Stein Gestalt annimmt, sollten Häuslebauer insbesondere die Risiken auf der Baustelle nicht außer Acht lassen. „Ein passgenauer Versicherungsschutz für den Ernstfall ist existenziell nötig, deshalb sinnvoll und für wenig Geld machbar“, erklärt Dieter Fromm, Geschäftsführer des Finanzportals moneymeets.com. Die Details:

Bauherren-Haftpflichtversicherung. Kein Häuslebauer kann rund um die Uhr die Baustelle beaufsichtigen. Und selbst wenn er vor Ort ist, kann etwas passieren. Ein Passant wird von einem herumfliegenden Brett am Kopf getroffen und ernsthaft verletzt, ein spielendes Kind passt nicht auf und stürzt in eine Baugrube, ein Auto schliddert über die wegen Bauschlamms glitschige Straße und kracht auf ein anderes Fahrzeug. Dies sind nur wenige Beispiele möglicher Schäden, für die der Bauherr haften muss. Die Kosten für medizinische Behandlung, Rehabilitation, Verdienstausfall und im Extremfall Rentenzahlungen wegen Erwerbsunfähigkeit können sich auf einen hohen sechsstelligen Eurobetrag oder noch mehr summieren. Für einen vergleichsweise geringen Beitrag von insgesamt ein paar hundert Euro deckt die Bauherren-Haftpflichtversicherung diese Schäden ab. Wie viel Beitrag dies genau kostet, richtet sich nach der Bausumme. Tipp: Bei Um-, An- und Ausbauten mit einer vergleichsweise geringen Bausumme von wenigen 10.000 Euro reicht in der Regel die private Haftpflicht. Details sollte man mit seinem Versicherer absprechen.

Bauleistungsversicherung. Diese ist gleichsam eine Vollkasko-Versicherung, weil sie Schäden am eigenen (Roh-)Bau abgedeckt. Beispiele: Ein heftiger Sturm reißt, oft insbesondere im Frühjahr oder im Herbst, die gerade erst gemauerte Seitenwand ein; nach einem starken Regen läuft der Keller voll, so dass die Bausubstanz geschädigt ist; Diebe entwenden aus dem noch nicht komplett gesicherten Haus bereits installierte Heizkörper und Sanitäranlagen. Wichtig: Für aus in unseren Breitengraden normalen Witterungsbedingungen resultierenden Schäden zahlt die Bauleistungsversicherung nicht. So muss der Häuslebauer selbst etwa für die Frostsicherheit seines (Roh-)Baus sorgen.

Feuerrohbauversicherung. Diese zahlt, sobald der Bau durch Explosion, Blitzschlag oder Brand beschädigt wird. Die Bauleistungsversicherung ist dafür nicht zuständig. Übrigens: Auf den Abschluss einer solchen Police beharren auch viele Banken, die das Eigenheim finanzieren.




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Dieter Fromm ist Gründer und Geschäftsführer von moneymeets. Vorher war er 29 Jahre als Berater, Private Banker und Gesamtverantwortlicher für das Privatkundengeschäft der drittgrößten Sparkasse Deutschlands tätig. Mit der Gründung von moneymeets im Jahr 2011 hat er sich auf die Transparenz und die digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung konzentriert.

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