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Donald Trump – Hunde die bellen, beissen nicht…

Gastautor: Daniel Saurenz
06.10.2016, 07:00  |  712   |   |   

USA_NetflixGalt Donald Trump vor nicht allzu langer Zeit als Aussenseiter, hat er mittlerweile ernst zu nehmende Chancen auf den Präsidentschaftsstuhl. Seine verbalen Aussetzer und extremen aussenwirtschaftlichen Positionen sorgen vielerorts für große Verunsicherung. Bei genauerem Hinsehen wäre allerdings ein Sieg Trumps nicht zwangsläufig schlecht für die US- Wirtschaft und die Finanzmärkte. Im dritten Teil der Analyse der VP-Bank, wollen wir die zu erwartenden Auswirkungen eines Sieges von Donald Trump bzw. Hillary Clinton auf die Finanzmärkte mittels Szenario Prognosen beleuchten.

Hier geht es zu Teil 1 & Teil 2 der Analyse…

Zunächst könnte es bei einem Sieg von Donald Trump, aufgrund der allgemeinen Verunsicherung, zu einer erhöhten Nachfrage nach «sicheren Häfen» kommen. Hierzu zählen US-Staatsanleihen. Dies mag zunächst paradox klingen, da der Grund für die zu erwartende höhere Risikowahrnehmung in den USA selbst zu finden ist, aber dieses Muster war in der Vergangenheit schon häufiger zu beobachten. So konnten etwa US-Staatsanleihen nach der «Pleite» der US-Investmentbank Lehman deutlich profitieren. Da Hillary Clinton aufgrund der Schuldenobergrenze und der republikanischen Mehrheit im Kongress höhere Staatsausgaben gegenfinanzieren muss, ist nicht mit einem deutlichen Renditeanstieg zu rechnen.

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Donald Trump und sein Wahlprogramm gelten als unkonventionell und seine Ideen und Äusserungen stossen mancherorts auf Unverständnis. Bei einem Wahlsieg dürfte die aufkommende Verunsicherung die Börsen zunächst belasten. Dennoch, seine Wirtschaftspolitik ist unternehmensfreundlich, besonders für binnenorientierte Unternehmen bergen seine Versprechungen jedoch durchaus Chancen. Donald Trump setzt auf eine Kombination aus tieferen Unternehmenssteuern und fiskalpolitischen Impulsen. Die angedrohten Abschottungsmassnahmen dürften zumindest kurzfristig kaum umsetzbar sein.

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Börse_USA_SymbolKommt es tatsächlich zur Wahl von Donald Trump, werden wohl viele Anleger erst abwarten und ihre Positionen reduzieren. Die Angst vor dem Politikneuling und teilweise unberechenbaren Trump bleibt gross. Die Experten rechnen kurzfristig mit einem Anstieg der Risikoaversion und weltweit tieferen Aktienkursen. Mittelfristig wird sich zeigen, welche Massnahmen in der Praxis tatsächlich umsetzbar sind. Tiefere Unternehmenssteuersätze, aber auch ein gross angelegtes Konjunkturprogramm, würden sich fundamental positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken. Anderseits sollte die relative Attraktivität aufgrund der steigenden Anleihenrenditen abnehmen.

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Anleger sollten bei einem Wahlsieg von Trump Unternehmen mit starker Binnenorientierung bevorzugen, hierzu zählen insbesondere auch klein- und mittelkapitalisierte Werte. Zudem profitieren Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich sowie dem klassischen Energie- und Rohstoffsektor. Durch die steilere Zinsstrukturkurve würde auch der klassische Finanzsektor zu den Gewinnern zählen. Obwohl die angedeuteten Handelsbeschränkungen in der Praxis wohl nur schwer umsetzbar sein werden, lohnt sich aus Risikoüberlegungen eine gewisse Zurückhaltung bei Schwellenländeraktien und stark exportorientierten Titeln.

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USA_Bank_SymbolClintons Wahlprogramm ist deutlich weniger spektakulär als dasjenige von Trump. Anders als Trump versucht Clinton ihre Ausgaben für mehr Bildung und Infrastrukturprojekte durch eine Steuererhöhung bei sehr vermögenden Personen zu finanzieren. Die Vorschläge Clintons bergen für Aktieninvestoren kaum relevante Neuerungen, gelten aber auch als deutlich weniger riskant. Clinton steht für die Beibehaltung des Status Quo. Obschon die Planungssicherheit im Falle einer Wahl von Hillary Clinton wieder grösser werden würde, rechnen die Analysten mit keinen nennenswerten Ausschlägen an den Aktienmärkten.

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Längerfristige Kennzahlen (wie die durchaus ambitionierte Bewertungslage am US-Aktienmarkt) sowie das überschaubare Gewinnwachstum würden wieder verstärkt in den Anlegerfokus rücken. Besonders Schwellenländeraktien dürften weiter an Attraktivität gewinnen, zumal die Gefahr einer weitreichenden Einschränkung des Welthandels gebannt wäre. Etwas deutlicher sollten die Schwellenländer auf den Wegfall der Unsicherheit reagieren.

Fazit

Ein Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen ist nicht zwangsläufig das Schreckgespenst der Finanzmärkte. Sollte der Republikaner seine extremen aussenpolitischen und aussenwirtschaftlichen Positionen zurücknehmen oder abschwächen, können die Aktienmärkte auf mittlere Sicht profitieren. Der USD könnte kurzfristig von einer höheren Risikoaversion und langfristig von der expansiven Fiskalpolitik und dem daraus resultierenden Renditeanstieg profitieren. Im Falle einer Regentschaft von Hillary Clinton erwarten die Mitarbeiter der VP-Bank keine grösseren wirtschaftlichen Richtungsänderungen. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Reaktionen an den Finanzmärkten ebenfalls in Grenzen halten.

Quelle: VP-Bank



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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