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Der Brexit zeigt, warum du immer defensiv investieren solltest

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.10.2016, 11:00  |  513   |   |   
Foto: pixabay, gerarddm

Was machen die Leute, wenn sie einen unerwarteten Schock wie den Brexit bekommen?

Viele Investoren haben mit ansehen müssen, wie ihre Aktien gefallen sind und haben dann mit Verlust verkauft. Danach ist jede Menge Geld wieder in Aktien geflossen, die sicher vor einem möglichen Brexit sein sollten … aber erst nachdem sie wieder angefangen haben zu steigen. Diese Reaktion ist meiner Meinung nach aber ein Fehler.

Stattdessen sollten wir auf solche Überraschungen vorbereitet sein – egal was auch passiert, wir wissen doch, dass irgendetwas irgendwann passieren wird und wir sollten unsere Portfolios darauf vorbereiten.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass wir dumme Dinge machen sollten, wie risikobehaftete Aktien schon mal vorsorglich zu verkaufen, denn das würde unser Geld nur vernichten und unsere Broker reich machen. Was wir tun müssen, um unsere Portfolios immer in der Balance zu halten, is, uns auf unsere Unternehmen zu konzentrieren, die wir für gute, langfristige Investitionen halten, selbst wenn diese kurzfristig einmal ein paar auf die Mütze bekommen.

Zurück zu den Minen

Die Banken haben seit dem Referendum ordentlich leiden müssen, während die Minenaktien ein Comeback veranstaltet haben. Was wäre also passiert, wenn du Lloyds Banking Group verkauft und stattdessen Glencore am 1. Juli gekauft hättest? Der Tag des Referendums fiel auf den 23. Juni, das heißt, dann hättest du 24 % von Lloyds verloren und dann 38 % bei Glencore gewonnen. Das bedeutet, du wärst im Durchschnitt um etwa 5 % reicher, während du einiges an Handelsgebühren etc. verloren hättest.

Stell dir mal vor, du hättest dasselbe Geld gleichmäßig auf Lloyds und Glencore verteilt gehabt – eine Bank und ein Minen-Unternehmen würden sicher zur breiten Streuung und zur Sicherheit beitragen, oder? In diesem Fall wärst du sogar noch besser dran mit einem Gesamtgewinn von 8,5 %, wobei du deutlich weniger Stress gehabt hättest und weniger Handelsgebühren hättest zahlen müssen.

Noch ein weiteres Beispiel: Stellen wir uns vor, du hättest Persimmon verkauft und den Erlös in das steigende Unilever gesteckt. Dann hättest du am 1. Juli wiederum 27 % bei Persimmon verloren und 2,4 % bei Unilever gewonnen. Damit hättest du insgesamt 25 % verloren, die Gebühren nicht mitgerechnet. Aber da du ja dein Geld 50/50 aufgeteilt und nicht verkauft hast, hätte der Rückgang von 13 % bei Lloyds zusammen mit dem Gewinn von 16 % bei Unilever seit dem 23. Juni einen Gewinn von 1,5 % ergeben.

Jetzt wirst du mir vielleicht sagen, dass du am 1. Juli die beste Möglichkeit verpasst hast, um Unilever zu kaufen. Daher sollten wir nicht annehmen, dass wir schlau genug sind, um vorherzusehen, was mit einem Unternehmen wie Persimmon passieren könnte. Aber hätte man Persimmon verkauft und stattdessen Unilever am Tag nach dem Referendum gekauft, dann hätte man immer noch 18 % verloren. Tatsache ist, egal an welchem Tag man eine Aktie gegen eine andere wie in unserem Beispiel ausgetauscht hätte, dann wäre man mit dem 50/50-Splitt immer noch besser dran gewesen.

Noch ein Beispiel?

Was wäre, wenn man das stark abgefallene Aviva für das steigende Burberry verkauft hätte? Hätten wir dieses Geschäft am 1. Juli gemacht, dann hätten wir 3 % verloren (Handelsgebühren nicht mitgerechnet). Aber hätte man sein Geld 50/50 auf die beiden Aktien aufgeteilt, dann hätte man 13 % gewonnen (ohne Handelsgebühren). Das Interessante hierbei ist aber, dass die Verkaufspanik Aviva um 22 % in den ersten paar Tagen nach unten geschickt hat, der Kurs sich aber inzwischen wieder auf das Niveau von vor dem Brexit erholt hat.

Ich gebe ja zu, dass ich mir hier die richtigen Beispiele herausgesucht habe, aber das sind genau die Art von Aktien aus dem FTSE 100, die die Leute abgestoßen und gekauft haben und je mehr ich mir die Aktie ansehe, desto mehr glaube ich, dass die Resultate es doch zeigen, dass es besser ist, bei einem diversifizierten Portfoliomit guten Unternehmen zu bleiben, anstatt kurzfristig wenn die Panik wieder zuschlägt, zu kaufen und zu verkaufen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Unilever. The Motley Fool UK hat Burberry. empfohlen.

Dieser Artikel wurde von Alan Oscroft auf Englisch verfasst und wurde am 04.10.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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