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Cashkurs Gold Minenwerte – Positive Impulse: Kosten und Schulden sinken

Gastautor: Dirk Müller
06.10.2016, 14:50  |  2236   |   

Die Notenbanken zeigen mittlerweile schon im gefühlten Wochentakt auf, dass ihnen vernünftige Antworten und Maßnahmen zur Bekämpfung der ausufernden Schulden und zur Unterstützung der Weltkonjunktur fehlen.

In der Vergangenheit (insbesondere gemessen am Verhalten der Deutschen Bundesbank vor der Euro-Einführung) lagen noch nominale Marktzinsen von teils 6% p.a. oder mehr vor, die die damaligen Inflationsraten nicht berücksichtigten, aber genügend Spielraum für geldpolitische Maßnahmen enthielten. Die Notenbanken nutzten dabei elegant ihre geldpolitischen Instrumente wie beispielsweise den Diskontsatz für das Wechselgeschäft oder engagierten sich über die Offenmarktpolitik als Liquiditätspuffer der Banken.

Weitere Instrumentarien gab es natürlich. Ansonsten ließ man die Zins- und Geldmärkte agieren und versuchte, vorausschauend und weitestgehend geräuschlos über die Zinspolitik für eine Geldwertstabilität zu sorgen. In Notfallsituationen konnte man natürlich auch die Währung stützen oder entlasten.

Ähnlich (doch geprägt von einer deutlich schwächeren Wirtschaft) agierten auch die Notenbanken der Südländer, die jedoch die höhere Inflation mit höheren Zinsen bekämpften und gleichzeitig die Währungen abwerten ließen (nur zur Erinnerung: für 1.000 Italienische Lire gab es 1998 nicht mehr viel im Tante Emma Laden in Rimini).

Mit der Einführung des Euros hat man in Europa nun nur noch einen einheitlichen Leitzins der EZB, auch wenn sich die Renditen der Staatsanleihen und Wirtschaftsleistung der einzelnen Regionen teils stark unterscheiden. Entsprechend divergieren auch die Wachstumsraten der Volkswirtschaften und beispielsweise auch die Target-2-Salden im Euro-System, die seitens des ifo-Instituts immer wieder angeprangert werden.

Doch auch die Notenbanken in den USA (die letztlich in der Greenspan-Ära die Weichen für den Niedergang der vernünftigen Zinspolitik legten), China und Japan scheinen keine vernünftigen Mittel mehr zu haben. Die Zinsen in diesen Ländern sind ebenfalls nahe Null. Nun bestehende nominale Negativzinsen waren in der Vergangenheit eher ein theoretisches Hirngespinst als eine ernsthafte Annahme (dies erinnert fast an die Helikopter Geld-Diskussion, die letztlich die USA bereits nach der Finanzkrise über Steuergutschriften in der Praxis umgesetzt haben). Doch darf man dabei auch die Inflation nicht außer Acht lassen. Was gern vergessen wird, ist dass die Realzinsen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges teilweise im Negativen lagen und damit den Staaten bei der Entschuldung halfen.

Mit Anleihekäufen durch die Notenbanken wird der Marktzins als Treffpunkt von Angebot und Nachfrage nahezu ausgesetzt. Die Notenbanken in Japan und der Schweiz sitzen mittlerweile zusätzlich auf immensen Aktienbeständen, die sich in den Notenbankbilanzen widerspiegeln.

Immer mehr fragt man sich, was für ein neues Spielzeug der Notenbanker noch kommen mag. Gesund kann dies jedenfalls nicht. Die Folgewirkung der Notenbankaktivitäten bleibt, wie man sehr gut erkennen kann, die Aufblähung der Sachwerte, beispielsweise kreditfinanzierte Immobilien. Umgekehrt erkennt man leider die schleichende Enteignung der Sparer – je nachdem von welchen Inflationsraten man ausgeht. Durch das viele Geld steigt zusätzlich auch die Volatilität und damit die Schwankungen der Asset Klassen, die so manchen Anleger um den Schlaf bringen.

Seien wir gespannt, was das Jahr für Sie als Abonnenten von Cashkurs*Gold noch mit sich bringen wird. Sachwerte scheinen jedenfalls weiter besser als Anleihen oder Sparguthaben zu sein – jedoch sollte man dabei Absicherungen für einen gesunden Schlaf nicht vergessen.

Herzlichst Ihr

Dirk Müller & Cashkurs*Gold Team

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Dirk Müller ist Finanzexperte, mehrfacher Spiegel-Bestseller Autor, Politikberater, Vortragsredner, Gründer von Cashkurs.com – und gilt als „Dolmetscher zwischen den Finanzmärkten und den Menschen außerhalb der Börse“. Sein Weg an der Börse begann 1992, heute zählt er zu den bekanntesten Gesichtern des Börsenparketts. Von vielen Medien wird er daher auch gerne Mr. DAX genannt.

Dirk Müllers Fähigkeit, komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche zusammenzufassen und für die Allgemeinheit verständlich zu erläutern, zeichnet seine einzigartige Berichterstattung auf Cashkurs.com aus. Hierbei ist ihm vor allem an der Aufklärung und der Vermittlung von unabhängigen Hintergrundinformationen gelegen. Dirk Müller setzt sich für die Förderung der Aktienkultur in Deutschland ein und unterstützt diese mit einem eigenen Fonds zum Vermögensaufbau (Dirk Müller Premium Aktien).

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