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Aixtron – Übernahme wird wahrscheinlicher

Gastautor: Daniel Saurenz
07.10.2016, 07:00  |  971   |   |   

Aixtron_Presse_4Der Spezialmaschinenbauer Aixtron will sich in die Hände der chinesischen Firma GCI retten. Viele Aixtron-Aktionäre stehen dem Angebot zwar skeptisch gegenüber, allerdings sehen den Tatsachen zusehends ins Auge. Wir schauen uns an, wie die Chancen stehen, dass es tatsächlich zu dem Deal kommt.

Kräftiger Kursanstieg bei der Aixtron-Aktie: Kurz vor Toreschluss hat der chinesische Investor Grand Chip Investment (GCI) die Mindestannahmeschwelle für das Übernahmeangebot von 60 auf 50,1 Prozent gesenkt. Zudem bekommen Aktionäre 2 Wochen mehr Zeit, um das Angebot nun bis zum 21. Oktober anzunehmen.

Bis Donnerstagmittag haben die Chinesen Zusagen für 43,9 Prozent der Aktien eingesammelt. Zuvor hatte die chinesische Firma noch einmal darauf hingewiesen, um welch kräftigen Aufschlag es sich bei der Offerte von 6 Euro je Aktie im Vergleich zu den Kursen von vor dem Bekanntwerden des Angebots handele.

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GCI soll Kapital zur Verfügung stellen

Aixtron auf ein Jahr

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Viele Aktionäre von Aixtron wurden mit GCI bislang nicht richtig warm. Zuletzt hatte die Zeitung „Die Welt“ geschrieben, dass der chinesische Staat hinter GCI stecken könnte. Immerhin gebe es von dem chinesischen Geschäftsmann Liu Zhendong, der einen Anteil von 51 Prozent am Investmentfonds Fujian Grand Chip Investment, der Mutter von GCI, hält, weder Fotos noch nähere Details zu seiner Person.

Aixtron-Chef Martin Goetzeler, der angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens großes Interesse an einer Übernahme durch GCI hat, sagte aber: „Herrn Liu kenne ich seit einem halben Jahr. Wir haben uns mehrfach getroffen, sowohl in Deutschland als auch in China.“

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„Für mich ist er ein Geschäftsmann mit Wertvorstellungen und genauen Ideen, wie sich Aixtron in Zukunft entwickeln soll“, so Goetzeler. GCI soll Aixtron vor allem das dringend notwendige Kapital für die teure Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellen und den wichtigen Weg nach China ebnen. Die Firma produziert Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern für Anwendungen wie LEDs, Laser und Speicherchips.

2007er-Ergebnisprognose wackelt

Aixtron_Presse_2Aixtron braucht dringend eine kräftige Umsatzausweitung, denn auf Basis des aktuellen Niveaus steckt der Konzern trotz der jüngsten Verbesserungen weiter tief in den roten Zahlen. Immerhin sind die Umsätze im zweiten Quartal um 59 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 34,1 Mio. Euro nach oben geschossen.

Gleichzeitig verringerte sich der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) deutlich. Dennoch stand ein Minus von 8,2 Mio. Euro zu Buche. Allerdings bleibt das Umfeld in der Branche schwierig, weshalb Goetzeler bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August gewarnt hatte, dass der Konzern die Ebitda-Erwartung für 2017 überprüfe.

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„Aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich notwendiger Zukunftsausgaben für bestimmte Produktgruppen, möglicher Restrukturierungsaufwendungen oder Konsequenzen als Folge der Transaktion, wird der Vorstand die Entwicklung des Ebitda für 2017 überprüfen“, so die Pressemeldung. Bislang geht der Konzern noch von einem „positiven“ Ebitda aus. Das könnte sich aber einmal mehr als zu optimistisch herausstellen.

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Veeco schreibt ebenfalls hohe Verluste

Aixtron_Presse_3Der US-Konkurrent Veeco stößt in das gleiche Horn wie Aixtron. So will Veeco-Chef John R. Peeler mit einer massiven Restrukturierung das Kostenniveau stark senken, damit der Konzern ab einem Quartalsumsatz von 75 bis 80 Mio. Dollar den Breakeven erreichen kann. Offensichtlich rechnet Peeler nicht mit einer baldigen Geschäftsbelebung, hatte er doch bereits für das dritte Quartal einen Umsatz von lediglich 70 bis 85 Mio. Dollar in Aussicht gestellt.

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Zweifel, dass Übernahme zustande kommt

Nach dem Senken der Mindestannahmeschwelle und der Verlängerung der Angebotsfrist wird es allmählich wahrscheinlicher, dass das Übernahmeangebot erfolgreich ist. Zwar liegt der aktuelle Kurs noch unter dem Angebotspreis von 6 Euro je Aktie und zeigt damit an, dass noch Zweifel an einer Übernahme bestehen.

Allerdings könnten in den nächsten zwei Wochen die Aixtron-Aktionäre GCI noch deutlich mehr Aktien antragen, womit schlussendlich die Marke von 50,1 Prozent überschritten wird, womit das Angebot erfolgreich wäre. Anleger sehen offenbar der schwierigen Lagen von Aixtron offen ins Auge und wissen, dass wenn GCI die mögliche Übernahme abblasen sollte, der Aixtron-Kurs kräftig nach unten rauschen dürfte.



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Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.

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