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Neue Produkte, kein Kapitalbedarf, gefährlicher Autopilot Tesla macht erneut von sich reden - im Positiven sowie im Negativen

10.10.2016, 14:03  |  2971   |   |   

Tesla ist mal wieder in aller Munde. Wie gewohnt strotzt der CEO Elon Musk vor Optimismus hinsichtlich der SolarCity-Übernahme und zwei kommenden Produktvorstellungen. Ein deutsches Gutachten zum Autopiloten gibt indes weniger Grund zur Freude.

"We don't need your money, money, money" dürfte der aktuell favorisierte Songtext von Tesla-Chef Elon Musk sein. Entgegen den jüngsten Äußerungen über die Notwendigkeit einer weiteren Kapitalerhöhung ruderte er am Sonntag via Twitter zurück: Im vierten Quartal müsse weder der Aktien- noch der Anleihemarkt für seine kostspieligen Projekte, wie z.B. der ansivisierten SolarCity-Übernahme, angezapft werden (Quelle: "CNBC"). Und auch im ersten Quartal 2017 bestehe dazu "wahrscheinlich" kein Anlass.

Eine ungewohnte Message von einem Autobauer, der zwar kein Benzin aber dafür reichlich Kohle verbrennt. Die vielen großspurigen Vorhaben ließen den Kapitalbedarf des Unternehmens zuletzt immer weiter anschwellen, statt der erwarteten 1,5 Milliarden Dollar stieg das geplante Investitionsvolumen im laufenden Jahr auf 2,25 Milliarden. Dass der Schuldenberg von Tesla rund 3,1 Milliarden Dollar schwer ist und allein im ersten Quartal ein negativer Cash Flow von 446 Millionen erzielt wurde - geschenkt. 

Richten wir lieber den Blick auf das neueste Ass, was Musk demnächst wieder aus seinem Zauberärmel zu schütteln gedenkt. Einem weiteren Tweet des CEOs zufolge dürfe man sich auf die Vorstellung eines neuen Tesla-Produkts am 17. Oktober freuen, am 28. Oktober solle ein weiteres Gemeinschaftsprodukt von SolarCity und Tesla folgen.

 

 

 

 

 

Scrollt man in der Twitter-Chronik von Musk ein wenig zurück, so lässt sich auch erahnen, in welche Richtung die Neuheit mit der künftigen Tesla-Tochter gehen wird. Demnach sei eine Art neues Solarenergie-System geplant, bestehend aus einem Solardach mit eingebauten, von Tesla hergestellten Energiespeichern. 

 

 

 

 

 

 

Dies wäre der erste Baustein hin zum erträumten e-Imperium, in dem sämtliche Produkte der zwei Firmen vollständig ineinander integriert sind und der Kunde quasi nichts anderes mehr zu Leben braucht. "Wir wären in der Lage, die Kernkompetenzen beider Unternehmen zu maximieren und auszubauen", schrieb das Tesla-Management in einem Firmen-Blog. Das Eigenheim, das Auto, der Arbeitsplatz - alles soll einzig mit der Gerätschaft und dem Strom der beiden Unternehmen betrieben werden. Über die anfängliche Skepsis diverser Stakeholder bezüglich der Übernahme von SolarCity hatte wallstreet:online hier und hier berichtet. Nach eigener Aussage habe der Firmenchef jedoch mittlerweile ausreichend Überzeugungsarbeit geleistet und die Zweifel bei den meisten Investoren ausgeräumt.

Nun sind seine diplomatischen Künste erneut gefragt, muss er sich doch dem vernichtenden Ergebnis eines unlängst vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Gutachtens stellen. Wie der "Spiegel" berichtet, gehe von dem Autopiloten des Models "S" eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" aus. Allein die Bezeichnung "Autopilot" vermittle dem Fahrer ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Im Ernstfall bekomme er nicht angezeigt, wenn das System in eine für den Computer unlösbare Fahrsituation gerät.

Auf Anfrage erklärte Tesla gegenüber dem "Spiegel", dass der Autopilot auch gar nicht mit der Absicht entwickelt worden sei, sich als Fahrer zu 100 Prozent auf ihn verlassen zu können. Stattdessen solle er vielmehr eine Art Unterstützungsfunktion ausüben, um mehr Fahrsicherheit zu generieren. Die Aufmerksamkeit des Fahrers sei daher zu jedem Zeitpunkt unerlässlich.

So oder so, nach Meinung der Experten müsse der Wagen eigentlich stillgelegt werden, eine Forderung, die Verkehrsminister Alexander Dobrindt jedoch ausgeschlagen hat. Erst Ende Juli hatte sich der israelische Tech-Zulieferer Mobileye wegen selbiger Sicherheitsbedenken von Tesla abgewandt.

 

 



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