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Die nordische Sicht der Märkte

Gastautor: Dieter Fischer
12.10.2016, 14:57  |  814   |   |   

Wie führende skandinavische Assetmanager aktuelle Markttrends und Investmentthemen bewerten, zeigt das dritte Nordic Investment Managers Forum in Luxemburg. FundResearch berichtet von der Konferenz.

Antti Raappana, Chief Portfolio Manager und Head of Global Emerging Markets Solutions bei Danske Invest, beschrieb den Wandel in den Schwellenländern. Laut Raappana ändere sich die Rolle Chinas: „Das private Konsumverhalten hat sich verändert und Informationstechnologien übernehmen eine immer wichtigere Rolle. Gleichzeitig hat die Bedeutung der Rohstoffe drastisch abgenommen. Die Aktienmärkte spiegeln diesen rasanten Wandel jetzt besser wider.“ Laut Raappana bringe der Wandel in- als auch außerhalb der Volksrepublik sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Weil gemeinsame Treiber fehlten, wurden die Emerging Markets verschiedenartiger. Laut dem Fondsmanager sei es an der Zeit, dass Investoren ihre Emerging Markets-Strategie überdenken. „Es gibt definitiv ein erneutes Interesse an den Emerging Markets. Internationale Investoren sehen die Schwellenländer auf eine realistischere und konstruktivere Weise, was zu verstärkten Zuflüssen in Emerging Markets Fonds geführt hat.“ (Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte direkt an den Ansprechpartner.

Svein Aage Aanes, Head Fixed Income bei DNB, gab einen Überblick über den nordischen High Yield-Markt, der seit der Finanzkrise stark gewachsen ist und inzwischen 34 Milliarden Euro umfasst. Während in Norwegen mehr als zwei Drittel des Volumens emittiert wurde, ist etwas weniger als ein Drittel der Emissionen in Schweden begeben worden. Da die Mehrheit der Emissionen als Floating Rate Notes mit variabler Verzinsung ausgestattet wird, bietet der nordische High Yield-Markt nicht nur Zugang zu den nordischen Volkswirtschaften und zu skandinavischen Währungen, sondern auch zu einem Portfolio hochrentierlicher Anleihen mit relativ geringer Zinssensitivität im BB- Universum. Laut Svein Aage Aanes führten der Ölpreisrückgang und die schrumpfenden Investitionen im Sektor Ölservice zwar zu einigen schwierigen Jahren: „Der Ölservicesektor hatte sich vorübergehend aus dem Markt für Neuemissionen verabschiedet. Das vom gegenwärtigen Ölpreisniveau ausgehende Risiko scheint aber überschaubar.“ Andererseits hätten die Emissionen auf dem schwedischen Markt zugenommen und stark an Bedeutung gewonnen. Auch wenn die Spreads infolge der Ölpreiserholung wieder etwas zusammengelaufen seien, könnten Anleger, die bereit sind, eine höhere Volatilität zu akzeptieren und auf eine gesunde Sektor-Diversifikation zu achten, laut Svein Aage Aanes von höheren Risikoaufschlägen im nordischen High Yield-Markt profitieren.

Louise Hedberg, Leiterin Corporate Governance bei East Capital, strich die Bedeutung von Corporate Governance und Nachhaltigkeitsaspekten in der fundamentalen Analyse heraus. Für Hedberg ist Nachhaltigkeit eine der wichtigsten und interessantesten Management-Herausforderungen unserer Zeit. Als konkretes Beispiel finden sich die chinesischen Clean-Tech-Märkte. Durch Chinas entschlossenen Kampf gegen die Verschmutzung ergeben sich dort Investitionsmöglichkeiten. Für den Emerging- und Frontier-Market-Experten East Capital ist die Integration der Analyse und Bewertung von Corporate Governance-Standards in den Anlageprozess ein wichtiges Instrument, um in Märkten – in denen der regulatorische Rahmen nicht immer so klar oder entwickelt ist – erfolgreich agieren zu können. „Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die gute Corporate Governance verstehen und schätzen, häufiger gut geführt werden. Relevante und materielle ökologische und soziale Faktoren können den finanziellen Wert und die zukünftige Position eines Unternehmens erheblich beeinflussen ", sagt Hedberg. Nach Ansicht der Expertin hängt die Art, die Größe und das Timing der Auswirkungen immer noch von der Reife und dem regulatorischen Umfeld der jeweiligen Märkte ab.

Jens Moestrup Rasmussen, Chief Portfolio Manager bei Sparinvest, sprach über Value Investing. Laut Rasmussen ist Value „aus der Mode“. „Die Menschen riefen den Tod von Value Investing in den frühen 1970er, den späten 1980er, den späten 1990er Jahren und den meisten Jahren seit der Finanzkrise aus. Sie übersehen aber, dass Value ein effizienter Weg ist, den Markt über eine längere Zeit zu schlagen. Studien beweisen das“, sagt Rasmussen. In der Geschichte enden Perioden in denen Value-Ansätze underperformen immer und das mitunter abrupt. Der Portfolio Manager empfiehlt Anlegern, ihre Aktienengagements zu prüfen und über eine Rotation in diese ungeliebte Kategorie nachzudenken. „Billig zu kaufen bleibt eine solide langfristige Anlagestrategie", sagte Rasmussen. Die Performance von Value-Strategien ist oft mit Markt- und Konjunkturzyklen und der Entwicklung der Zinsen verbunden. Rasmussen: „Steigende Zinsen könnten ein Katalysator für einen Value-Rebound sein."

(DIF)

 

 

 

 



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Dieter Fischer ist Dipl.-Journalist und Volkswirt. Er ist Geschäftsführer der €uro Advisor Services GmbH und betreut die Top-Themen des Onlineportals www.fundresearch.de. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Redakteurs- und Führungspositionen bei Börse-Online, €uro, €uro am Sonntag sowie dem Finanzen-Verlag.  

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