DAX+2,66 % EUR/USD+0,37 % Gold+0,40 % Öl (Brent)-1,37 %

Exit vom Brexit Sie wollen bleiben: Schottland bereitet zweites Unabhängigkeitsreferendum von London vor

13.10.2016, 14:34  |  3202   |   |   

62 Prozent aller Schotten wollten eigentlich Mitglied der EU bleiben, doch die Mehrheit der Briten hatte anders entschieden. Nun startet die schottische Regierungspartei einen neuen Versuch, sich vom Königreich abzuspalten. Es gibt jedoch ein Problem.

Kurz nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse über den Brexit kramten die Schotten im Juni eine gar nicht mal so alte Idee hervor, wie sie ihren Willen über den Verbleib in der EU doch noch durchsetzen könnten: Die Unabhängigkeit vom britischen Königreich, durchgeboxt mithilfe eines Volksreferendums. Schon 2014 hatten sie diesen Versuch gestartet. Dieser war jedoch im Sande verlaufen, eine knappe Mehrheit - noch knapper, als die der Brexit-Befürworter - wollte lieber weiterhin Teil von Großbritannien bleiben.  

Könnte es diesmal anders verlaufen? Für Regierungschefin Nicola Sturgeon jedenfalls sei es absolut "inakzeptabel", dass ihr Land gezwungen wird, entgegen dem Willen der Bevölkerung aus der EU auszutreten. Es gebe zudem "echte Sorgen, nicht nur in Schottland, sondern auch in anderen Teilen Großbritanniens bezüglich des Schadens, den der EU-Austritt unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft, unserer Kultur und unserer Bevölkerung allgemein zufügen wird", sagte sie im August.

Dass die Vorsitzende der Nationalpartei SNP mit dieser Einschätzung goldrichtig lag, beweisen die jüngsten Studienergebnisse. In der letzten Woche bezifferte die Beratungsfirma Oliver Wyman den Gesamtverlust für die Finanzbranche Woche auf 38 Milliarden Dollar. Darüber hinaus hat sich die britische Regierung zu Wochenbeginn die Kosten für das Königreich nochmal selbst ausgerechnet. 66 Milliarden Pfund pro Jahr plus ein Wachstumseinbruch von 9,5 Prozent. Von den hunderttausenden Arbeitsplätzen, die dabei verloren gehen mal ganz zu schweigen.

All' das möchte Sturgeon ihren Landsleuten ersparen. Aus diesem Grund werde sie ihr Vorhaben hinsichtlich einer wiederholten Volksabstimmung zur Unabhängigkeit vom Königreich jetzt auch in die Tat umsetzen. Laut "Handelsblatt" solle die zugrunde liegende Gesetzesvorlage noch in der nächsten Woche veröffentlicht werden.

Wie weit sie mit ihrem Plan kommt, ist jedoch eine andere Frage. Denn letztlich könnte alles abermals an den Briten scheitern, deren Regierung bereits im Juni angekündigt hatte, den Schotten an dieser Stelle einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Gründe, derentwegen Schottland zu Großbritannien gehöre, seien "noch genauso stark wie vor 18 Monaten", als das erste Referendum abgehalten wurde, sagte eine Regierungssprecherin zu dem Zeitpunkt (Quelle: "Tagesschau"). Das Letzte, was Schottland jetzt brauche, sei ein weiteres spaltendes Referendum, hieß es weiter.

In juristischen Kreisen ist man sich weitgehend darüber einig, dass die angestrebte Volksabstimmung der Zustimmung der britischen Regierung bedarf. 



Verpassen Sie keine Nachrichten von Redaktion w:o
Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel