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Überlebenskampf der deutschen Automobilindustrie steht bevor: Benzinerverbot ab 2030

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.10.2016, 10:24  |  597   |  27   |   
Foto: Pixabay

So wie es aussieht, steht das Ende des Verbrennungsmotors bevor. Wenn ein geplantes Gesetz tatsächlich in Kraft tritt, dürfen bald nur noch Elektroautos verkauft werden.

Deutschlands Automobilhersteller arbeiten bereits an den ersten Elektromodellen, aber noch ist längst nicht klar, ob sich die deutsche Automobilindustrie schnell genug verändern kann, um zu überleben.

Benzinerverbot ab 2030, da geht kein Weg dran vorbei

Letzten Freitag hat der Bundesrat beschlossen, dass man per Gesetz nachhelfen will, Deutschland zu einem benzinerfreien Land zu machen. Schon ab dem Jahr 2030 soll es gesetzlich verboten sein, einen Benziner zuzulassen. Die Erneuerung der Flotte dürfte natürlich noch einige Jahre dauern.

Dieselben Regeln will man auch EU-weit durchsetzen lassen. Zwar lassen die Wirkungen der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge und anderer Initiativen derzeit noch auf sich warten, aber es scheint, als ob sich gerade in den letzten Monaten ein Sinneswandel abzeichnet. Einen Benziner zu fahren, könnte so schnell gesellschaftlich inakzeptabel werden, wie das Rauchen in Restaurants.

Auf der momentan stattfindenden Pariser Automesse stehen zumindest trotz derzeit niedriger Verkaufszahlen von Elektroautos alle Zeichen auf Elektromobilität. Die Autohersteller überbieten sich plötzlich mit der Anzahl der Modelle, die sie herstellen wollen und dem Zeitpunkt, zu dem diese verfügbar sein sollen.

Der Zeitpunkt 2030 deckt sich auch mit den Aussagen, die Elon Musk gemacht hat, als er einem wichtigen Investoren sagte, dass seiner Ansicht nach ab 2030 nur noch elektrische und selbstfahrende Autos auf dem Markt sein werden.

Können die deutschen Automobilhersteller das schaffen?

Die gute Nachricht ist natürlich, dass somit Elektromobilität zu einem Massenmarkt werden würde, den Tesla (WKN: A1CX3T) sicherlich nicht alleine bedienen kann. Also ist anzunehmen, dass auch viel Platz für die deutschen Hersteller ist, um in Zukunft einen Teil der Nachfrage zu bedienen.

Zumindest seit kurzem sind die Ambitionen da, aber jetzt müssen die Hersteller auch zeigen, dass sie attraktive Autos mit großer Reichweite herstellen können, um nicht von der Konkurrenz überholt zu werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Porsche, dass zwar ein schickes Luxusauto mit Elektromotor in Aussicht stellt, aber es nicht vor 2019 oder 2020 an Kunden ausliefern wird. Noch vor kurzem war der Lieferstart um ein bis zwei Jahre früher angesetzt. Wenn Tesla sich verspätet, gibt es eine Schlagzeile nach der anderen, bei Porsche scheint es niemand bemerkt zu haben.

Es gibt aber auch Autohersteller mit konkreteren Ambitionen, beispielsweise BMW (WKN: 519000). Bei den Bayern stellt man mit dem i3 schon länger ein relativ attraktives Elektroauto her, von dem aber jährlich nur ein paar tausend Exemplare verkauft werden. Bei BMW sieht man das allerdings als wichtige Zukunftsinvestition an, um bereit zu sein, sobald die Nachfrage anzieht.

Auch der Premiumhersteller Daimler (WKN: 710000) hat einige ambitionierte Mercedes-Modelle in Aussicht gestellt, die auch noch nach eigenen Angaben eine sehr gute Reichweite haben werden. Die Massenhersteller VW (WKN: 766403) und Opel wollen natürlich auch mitmischen, aber nach einem kürzlichen Besuch im neuen Dresdner Elektro-Showroom von VW scheint mir noch ein bisschen das Feuer für die neue Sparte zu fehlen.

Die Kapazitäten sind da

Es scheint also, als ob die deutschen Autohersteller derzeit weder an der Spitze der Entwicklungen sind, noch wirklich kalt erwischt werden. Sie haben noch immer riesiges Know-how und sehr große Produktionskapazitäten, um attraktive Autos herzustellen. Jetzt müssen sie nur noch beweisen, dass sie das auch auf den Elektromarkt übertragen können.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt Tesla Motors, BMW und Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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Kommentare

Zitat von tt123Strom läßt sich nicht speichern? Und was sind dann Akkus?

Bitte....du hast dich wohl noch nicht mit dem Lehrbuch der "Neuen Germanischen Physik" beschäftigt. Dann würdest du hier nicht so intellektuell abgehoben daher reden !
Strom läßt sich nicht speichern? Und was sind dann Akkus?

Der Zappelstrom muss nicht über Jahreszeiten hinweg gespeichert werden sondern nur wenige Stunden - er zappelt ja schließlich.

Die Einschränkung ist eher, dass die Akkus noch viel zu teuer sind. Bei einer Powerwall kostet alleine das Speichern und Entnehmen einer kWh schon deutlich über 10 Cent, alleine für den Preis der Powerwall im Bezug auf die Lebensdauer. Da sind der Strompreis und Verluste noch gar nicht mit drin.

Wenn man aber bedenkt, dass wir in DE unseren Nachbarländern manchmal Geld dafür geben, dass sie unseren Strom nehmen, könnte man sich auch vorstellen, dass man eines Tages Geld dafür bekommt, Strom mit seinem Akku abzunehmen (Wenn der Strom gerade mal wieder nach oben zappelt).

Das könnte man ganz einfach über stark zappelnde Strompreise regeln, die auch ins negative zappeln können.

Der Endverbraucher könnte dann z.B. per App regeln:
- Kühlschrank immer betreiben koste der Strom was er wolle
- Waschmaschine ab kleiner 5 Cent starten
- Akku ab kleiner 0 Cent laden

Was ist das dann? Spotmarktpreise für Strom! Da kann die Marktmacht sich frei entfalten ;)

Ich halte es auch für möglich, dass die E-Autos quasi immer am Netz sind (solange sie nicht fahren). Einzig die Akkuabnutzung verbleibt, aber das ist auch eine Kostenfrage. Sind die Akkus nicht mehr so teuer, ist auch die Abnutzung nicht mehr so teuer.
Zitat von sleupendriewer_wieso ???

jedes fahrzeug hat max 100-200 betriebsstunden im jahr - das jahr hat 8000+ stunden.

jedes fahrzeug hat einige 10kw speicher - absehbar sind (50-)100kwh.

d.h. diese verbaucher sind durchaus angebotsabhängig bedienbar.

defakto kann man so über den tagesverlauf 4twh speichern.

der tagesbedarf von ganz deutschland und nicht nur der haushalte liegt bei weniger als 2twh.

da sich jeder ein fahrzeug mit entsprechendem speicher leisten können wird, wird man genausogut entsprechende zusatzspeicher für lastgänge oder sehr schnelle ladevrogänge - die ansonsten das netz über gebühr belasten (bspw. ultraschnelle ladevorgänge an tankstellen, wo ca. 0.5MW pro fahrzueg gebraucht werden - aber eben nur für 10-15 minuten)

kein kraftwerk aus dem konvertionellem bereich (ausser ggf. g&d-blöcke / turibinen) kann ansonsten solchen lastgängen folgen -daher ist so ein vorgehen alternativlos und grundlastblöcke im klassischen sinne völlig obsolet. g&d-blöcke ind teurer als wind und solar ab 2020.

kann sich dieses land die investition leisten :
zellen werden ab 2020 ca. 100usd/kwh kosten (bei mittleren viertstelligen ladezyklen)
also 5-10000€ pro fahrzeug für ein lebensdauer die eine mittlere sechstellige anzahl an km abdeckt.
dafür reduziert sich der aufwand für das fahrzeug im bereich antrieb, zusatzaggregate, ... deutlich.

leicht absehbar - dass solche fahrzeuge leistbar sein werden und dait auch volkswirtschaftlich dartellbar sein werden.

noch viel spannender wird die sache, wenn solche fahrzeuge / speicherflotten autonom ausgebaut werden, so dass sie nicht mer privat gehalten werden, sondern als service von großen firmen angeboten werden - das ist ein geschäftsmodell der nächsten dekade imho : autonom fahrerlos agierende fahrdienste (uber ist nur eine vorvorstufe) - gepaart mit speicherdiensten für das netz.
am ende


Ich draussen noch ein altes Regenfass stehen.

Da füll ich jetzt Oettinger Bier für 80 Cent den Liter ein und verkauf dann am nächsten Oktoberfest auf der Wiesn die Mass für 5 Euro!

Genial, oder?

Junge, kapier es doch mal endlich: Dein Zappelstrom funktioniert nicht, auch nicht in der Sahara oder Atacama. Zu teuer, "Strom" lässt sich eben nicht speichern.
Strom der nicht da ist wenn er gebraucht wird hat keinen Wert.
Zappelstrom ist wertlos und kann nur durch Subventionen existieren.

Ist das wirklich so schwer zu verstehen?
Deine Volllaststunden kannst du gerne nehmen, aber wenn ein Windpark in der Nord- oder Ostsee kein Wind hat, haben die anderen natürlich auch keinen und diese Wetterlagen kommen nun mal im Jahr vor. Nach deiner Rechnung ist dies dann gleich, als wenn man heute mal eben alle Kohlekraftwerke im Norden abschalten tut und dann willkommen im Blackout. Vielleicht sollten Leute wie du mal eine Leitstelle von einen Netzbetreiber besuchen und sich kundig machen was die Leute da so treiben und warum sie immer öfters eingreifen müssen oder du holst dir eine Solaranlage und ein Windrad und versuchst mal ohne Zwischenspeicher den erzeugten Strom nur deinen eigenen Bedarf anzupassen, weil etwas anderes passiert im großen Maßstab momentan nicht anders.
wer rechnen kann ist klar im vorteil - die anzahl der vollasstunden ist voll berücksichtigt und eine offshore-wka hat 5000 volllasstunden so wie ein gut ausgelastetes kohlekratwerk ...

kann es sein, dass du keine ahnung hast ?

der süden kann übrigens locker durch psw aus dem alpenraum und netztechnisch über tschechien versorgt werden, wenn man es denn will ...

nur leider will man das a) nicht bezahlen und b) sind die grosshandelsstrompreise derzeit zu niedrig - richtig ist - wenn die akw in D erstmal vom netz sind und auch die alten kohleblöcke aus den 60-igern und 70-igern - dann wird der grosshandelspreis wieder richtugn 6-8 cent/kwh steigen und damit fällt die eeg-umlage in den unteren cent-/ subcent-bereich ...

der automobilbereich wird der bereich sein, der speicher in die masse bringt und damit für stationäre anwendungen günstig macht - so dass sich jeder haushalt 10kwh für den hausgebrauch leisten kann - damit gibt es dann ggf. kein netz-problem mehr - weil das lastmanagement dann ganz anders funktioniert ...

nur eine frage der zeit - aber vor 10 jahren wollte auch keiner glauben, dass eon und rwe in die knie gehen werden - und auch heute scheinem die meisten ihr aktuelles technisches verständnis bereits als extrapolation für die nächsten 10 jahre zu sehen ...
das gute daran ist : dadurch ergeben sich erst prognostizierbare long- und shortpositionen ...

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