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Fintech Deutsche Fintechs: Die 5 wichtigsten Entwicklungen des Jahres

Gastautor: Simon Brunke
19.10.2016, 15:17  |  3121   |   |   

Die Fintech-Branche ist längst nicht mehr aufzuhalten: 2016 brechen auch hierzulande Start-ups aus dem Finanzbereich alle Rekorde. Sie erfahren Unterstützung von namhaften Investoren und alteingesessenen Banken – und beweisen mit neuer Professionalität und außergewöhnlicher Vielfalt, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.

 

1. Professionalisierung

2016 gab es einige Meilensteine in der deutschen Fintech-Branche, die beweisen, dass diese längst nicht mehr in den Kinderschuhen steckt. Ein wichtiges Signal: Die beiden Banking-Unternehmen Number26 und Solarisbank erhielten vor einigen Monaten Banklizenzen von der BaFin und können sich damit von gehypten Start-ups offiziell zu vollwertigen, unabhängigen Banken entwickeln. Auch die Gründung von Netzwerken und Verbänden lässt darauf schließen, dass die Fintech-Szene sich zunehmend professionalisiert. Der Bundesverband Crowdfunding setzt sich beispielsweise dafür ein, Qualitätsstandards zu etablieren. Das Netzwerk Fintech Ladies bringt Frauen aus der Branche zusammen. Zudem unterstützen Fintech-Schmieden wie Finleap aus Berlin oder Fincite aus Frankfurt weitere Neugründungen in der Branche.

 

2. Investments

Rekord-Investments für deutsche Fintechs! Allein im ersten Quartal diesen Jahres erhielten sie der KPMG-Studie “The Pulse of Fintech” zufolge 107 Mio. US-Dollar – rund zehnmal so viel wie im letzten Quartal 2015. Im zweiten Quartal diesen Jahres steigerte sich die Investitionssumme erneut, auf 186 Millionen Dollar. Etliche große Finanzierungsrunden fanden seit Jahresbeginn statt: Der Kreditvermittler Spotcap sammelte im Februar beachtliche 31,5 Mio. Euro von Holtzbrinck und dem russischen Private-Equity-Unternehmen Finstar ein. Die Scoring-Experten von Kreditech erhielten im März 10 Mio. Euro von der Weltbank-Tochter IFC (für ihre 2015 gestartete 82,5-Mio.-Euro-Series C). Die Hamburger Crowdinvesting-Plattform Exporo sammelte in ihrer ersten Finanzierungsrunde im Juli 8,2 Mio. Euro ein, e.ventures, Holtzbrinck und Sunstone investierten. Große Funding-Summen von international renommierten Investoren verdeutlichen, dass die deutsche Fintech-Szene an immer mehr Relevanz gewinnt. 

 

3. Vielfalt

Mobile-Wallet-Lösungen werden vorangetrieben, Investmentmöglichkeiten und Kredite werden einer breiten Masse verfügbar gemacht, Buchhaltungsprozesse und Versicherungsmodelle werden komplett digitalisiert, Robo Adviser empfehlen passende Geldanlagen – dieses Jahr hat die deutsche Fintech-Szene in einem neuen Umfang gezeigt, wie vielseitig sie ist. 

 

4. Akzeptanz

Immer mehr alteingesessene Unternehmen im Bank- und Finanzbereich gehen Kooperationen mit Fintechs ein, ihre anfängliche Skepsis gegenüber den jungen Unternehmen verschwindet mehr und mehr. Dadurch unterstreichen sie deren Bedeutung – es führt kein Weg mehr an Fintechs vorbei. Als aktuellstes Beispiel ist hier die Zusammenarbeit des Kreditkartenanbieters MasterCard und der Solarisbank im Bereich Mobile Wallet zu nennen. Weitere Zeichen dafür, dass an Fintechs kein Weg mehr vorbeiführt: Die Deutsche Bank gründete vor Kurzem die Digitalfabrik in Frankfurt – unter anderem, um weitere Kooperationen mit Fintechs aufzubauen. Bisher arbeitet das Finanzhaus beispielsweise mit der “Banking as a service”-Lösung figo und mit fincite, einer Plattform für Fintech-Dienstleistungen, zusammen. Auch andere große Banken setzen auf Kooperationen. Und in den Hochschulen ist Fintech auch angekommen: Die Frankfurter School of Finance and Management bietet seit diesem Jahr den Studiengang “Digital Innovation and Fintech” an. 

 

5. Disruption

Innovative Geschäftsmodelle wie Crowdlending, Crowdinvesting und Mobile Wallets zeigen, dass sich die Branche nicht darauf beschränkt, herkömmliche Finanzdienstleistungen zu digitalisieren, sondern dass sie den Mut und die Kraft für echte Disruption hat und den Finanzmarkt nachhaltig verändern wird. 

 



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Simon Brunke ist Vorstand des Fintech-Start-ups Exporo. Die führende deutsche Immobilien-Crowdinvesting-Plattform aus Hamburg wurde 2014 gegründet und ermöglicht Investments ab 500 Euro mit kurzen Laufzeiten (i.d.R. 18-36 Monaten) und Renditen von bis zu 7 Prozent. Exporo wurde 2014 von Dr. Björn Maronde, Tim Bütecke, Julian Oertzen und Simon Brunke gegründet.

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