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Samsung versucht verzweifelt, seine Marke zu retten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.10.2016, 08:00  |  427   |   |   
Foto: Wikimedia Commons, Kārlis Dambrāns

Starke Marken können ein zweischneidiges Schwert sein, wenn es nicht so läuft, wie es soll. Das ist eine Lektion, die Samsung (WKN:881823) gerade lernen muss, denn der südkoreanische Technikriese hat gerade alle Hände voll zu tun mit der globalen Rückrufaktion des Galaxy Note 7. Im Laufe der Jahre hat Samsung dutzende Millionen von Dollar in das Marketing gesteckt. Beim Marketing verhält es sich aber so ähnlich wie in der Politik: Es kommt auf´s Geld an. Und zwar sehr.

Ein hochexplosives Galaxy-Smartphone

Das Unternehmen hat seine Galaxy-Marke aufgebaut, indem sich das Gerät vom Rest der Android-Geräte abgehoben hat. Im Laufe der Zeit wurde das Angebot in verschiedene Untermarken aufgeteilt, wovon jede für bestimmte Nutzer geschaffen wurden, wie das aktuelle Galaxy S7 active, das – wie du dir vielleicht denken kannst – für physisch aktive Nutzer geschaffen wurde. Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes dutzende weiterer Beispiele.

Das Problem besteht jetzt darin, dass die Marke Galaxy bedeutenden Schaden davongetragen hat und viele Kunden die einzelnen Untermarken vielleicht nicht mehr voneinander unterscheiden können, besonders wenn es jede Menge negative Publicity gibt. Es hilft auch nicht, dass viele dieser Modelle oft dieselbe Zahl im Modellnamen tragen. Die Leute sehen explosive Schlagzeilen über ein Samsung-Smartphone mit „Galaxy“ und „7“ im Namen und machen sich natürlich Sorgen. Und das könnte dazu führen, dass sich auch Kunden sorgen machen, die ein Galaxy S7 oder ein S7 edge haben.

Einige sind sicher, um die Marke zu schützen, hat Samsung begonnen seinen Kunden Benachrichtigungen zu schicken, die ähnliche aber sichere Geräte besitzen. Zum Beispiel hat ein Mitarbeiter von TechnoBuffalo die folgende Textmitteilung erhalten: „Dein Galaxy S7 ist nicht betroffen. Das Galaxy S7 wird nicht zurückgerufen, Du kannst Dein Gerät weiterhin normal verwenden.“

WELCHES GALAXY-GERÄT IST DAS WOHL? Wenn du das nicht erkennst, dann ist das wahrscheinlich ein Problem für Samsung. Bildquelle: Samsung

Es ist nicht klar, ob die Besitzer eines Galaxy S7 edge ähnliche Nachrichten erhalten. Im Gegensatz dazu erhalten die Besitzer des Note 7 Nachrichten, die sie dazu auffordern, ihre Geräte zurückzugeben und austauschen zu lassen. Alle Kunden mit einem Galaxy Note 7 sollten diese Warnungen und Sicherheitsvorkehrungen befolgen, da das Gerät ohne irgendeine Vorwarnung in Flammen aufgehen kann.

Wieviel ist deine Kundentreue wert? Samsung ist willens für die Kundentreue zu zahlen, denn das Unternehmen bietet seinen Kunden 75 US-Dollar, die ihre feurigen Geräte für ein anderes Samsung-Modell eintauschen. Zusätzlich gibt es noch eine Gutschrift von 25 US-Dollar, die einige Mobilfunkanbieter für den Austausch anbieten. Damit bekommt man als Kunde ganze 100 US-Dollar gutgeschrieben. Aber die 25 US-Dollar bekommen die Kunden, selbst wenn sie auf eine andere Marke umsteigen. Daher versucht Samsung wirklich deren Kundentreue für 75 US-Dollar zu kaufen.

Treue ist ein rares Gut bei den Android-Nutzern, da es noch jede Menge andere Android-Smartphones gibt, die genauso gut – wenn nicht sogar besser – als die Galaxy-Geräte sind. Das gute Gefühl, ein Smartphone zu benutzen, das nicht explodiert, sollte doch mehr wert sein, als 75 US-Dollar.

Die Zeit heilt vielleicht nicht alle Wunden

Es gibt schon die ersten Anzeichen dafür, dass die Galaxy-Marke leidet. Der Business Insider meldet, dass YouGov BrandIndex schon messbare Rückgänge bei zwei wichtigen Kennzahlen feststellen konnten. Die Zahl der Leute, die die Marke ihren Freunden empfohlen haben, ist in den letzten Monaten abgestürzt, während die Kaufabsicht bei den befragten Personen inzwischen auch niedriger ist.

Die wahre Frage wird aber darin bestehen, ob Samsung die Galaxy-Marke retten kann, für die das Unternehmen so hart gearbeitet hat. Wir werden sehen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Evan Niu, CFA auf Englisch verfasst und wurde am 13.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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