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Warum der nächste Quartalsbericht von Twitter übel werden könnte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.10.2016, 12:00  |  480   |   |   
Foto: Twitter

Nachdem vor ein paar Wochen das Interesse an einem Verkauf von Twitter (WKN:A1W6XZ) seinen Höhepunkt erreicht hatte, bat das Management die potentiellen Käufer, die Verhandlungen bis zum 27. Oktober abzuschließen. Dieses Datum ist besonders bemerkenswert, denn dann wird Twitter die Zahlen des dritten Quartals veröffentlichen. Die Anfrage des Managements könnte andeuten, dass die Quartalszahlen enttäuschend sein könnten und dass das Unternehmen einen Kauf abwickeln möchte, bevor die Zahlen an die Öffentlichkeit gehen.

Jetzt, da sich das Interesse wieder etwas gelegt hat und es unwahrscheinlich ist, dass Twitter noch vor dem Jahresende gekauft wird, befinden sich die Investoren in einer schwierigen Position. Die Aktie ist schon seit dem Höhepunkt letzte Woche um etwa 30% gefallen und da Ende des Monats die Zahlen veröffentlicht werden, könnte das dicke Ende erst noch kommen.

Die Erwartungen sind schon niedrig

Der Ausblick für das dritte Quartal, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals schon niedrig und befand sich in einem Bereich von 590 bis 610 Millionen US-Dollar. Das ist praktisch keine Verbesserung von den 602 Millionen US-Dollar, die Twitter im zweiten Quartal eingenommen hat und nur fünf Prozent mehr im Jahresvergleich, als 569 Millionen US-Dollar eingenommen werden konnten.

Zusätzlich erwartet das Unternehmen einen Gewinn nach Zinsen, Steuern und Abschreibungen, zwischen 135 und 150 Millionen US-Dollar. Twitter meldete ein bereinigtes EBITDA von 175 Millionen US-Dollar in Q2 und 142 Millionen in Q3 im letzten Jahr. Das Management weist auf die Investitionen in Videos hin, und führt das als einen Grund für die Verlangsamung des Gewinn- und Umsatzwachstums an. Das Management glaubt, dass langfristig der Übergang zu Videos sich in hochwertigerer Werbung zeigen wird. Aktuell findet gerade der Übergang von konventionellen Werbe-Tweets zu Videoanzeigen statt. Aber die Werbeausgaben sind nicht so stark gestiegen wie ursprünglich erwartet.

Die Analysten erwarten einen Gewinnrückgang

Die Analysten erwarten, dass die Gewinne von Twitter unter den Ergebnissen des letzten Jahres sowohl beim dritten als auch beim vierten Quartal liegen werden. Sie erwarten einen Nicht-GAAP-Gewinnrückgang von 10% auf 0,09 US-Dollar für Q3. Die guten Nachrichten für die Investoren bestehen darin, dass die Analysten seit dem enttäuschenden Ausblick für das dritte Quartal ihre Erwartungen auf dem gleichen Niveau gehalten haben.

Die Analysten erwarten ein Umsatzwachstum im oberen Bereich des Ausblicks von Twitter, bei etwa 606,4 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus erwarten sie dass das Umsatzwachstum in Q4 das selbe wie in Q3 sein wird, obwohl hierbei die Umsatzbasis natürlich höher ist.

Negatives Wachstum?

Der Ausblick von Twitter und die Erwartungen der Analysten sind schon so niedrig, dass Twitter auch negatives Wachstum verzeichnen könnte. Das Unternehmen meldete einen Rückgang bei den aktiven Nutzern im vierten Quartal des letzten Jahres, was die Aktie auch prompt nach unten gedrückt hat. Damals waren die Erwartungen zwar etwas höher, aber das Unternehmen konnte trotz des Rückganges die Umsätze weiter erhöhen.

Aktuell steht für Twitter mehr auf dem Spiel, da das Unternehmen mit dem Gedanken spielt, sich von einem anderen Unternehmen kaufen zu lassen. Ein Großteil des Wertes der Twitter-Aktie liegt daran, dass viele Käufer das Unternehmen als Übernahmeziel sehen. Ein Unternehmen mit sinkenden Umsätzen ist aber nicht so attraktiv, oder so wertvoll, wie ein Unternehmen, das noch wächst und noch jede Menge Potential birgt. Daher könnte ein Umsatzrückgang oder rückläufige Nutzerzahlen dazu führen, dass die Kurse noch weiter einbrechen.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Twitter.

Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und wurde am 13.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Wertpapier: Twitter


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