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Achtung Schulden: Diese 3 DAX-Aktien leiden besonders unter der hohen Zinslast

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.10.2016, 16:38  |  685   |   |   
Quelle: pixabay, user katermikesch

Wenn du wie ich ein langfristig orientierter Anleger bist, dann achtest du sicher auch darauf, dass die Unternehmen, in die du investierst, nicht übermäßig verschuldet sind. Möglicherweise prüfst du diesen Punkt mit Hilfe des Verschuldungsgrades oder der Eigenkapitalquote.

Und das macht natürlich auch Sinn. Trotzdem sollten wir uns eine Sache vor Augen halten: Die Schulden sind nicht das Problem. Nur die Zinsen, die man dafür bezahlen muss.

Eine Alternative zu den beiden genannten Kennzahlen, die diese Tatsache berücksichtigt, ist der Zinsdeckungsgrad. Was dieser aussagt und um welche DAX-Aktien es diesbezüglich besonders schlecht bestellt ist, erfährst du im folgenden Artikel.

Der Zinsdeckungsgrad

Den Zinsdeckungsgrad eines Unternehmens erhältst du, indem du den Gewinn vor Steuern und Zinsen durch die Zinsaufwendungen teilst.

IMAGE SOURCE: MY ACCOUNTING COURSE

Quelle: MY ACCOUNTING COURSE

Beispiel: Ein Unternehmen erwirtschaftet ein EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) in Höhe von 1.000 Euro und für Zinszahlungen muss es 100 Euro aufwenden. Der Zinsdeckungsgrad beträgt in diesem Fall 10.

Dieser Wert sagt aus, um das Wievielfache der Gewinn die Zinszahlungen deckt. Je höher er also ist, desto besser. Ist der Zinsdeckungsgrad hingegen sehr niedrig, muss das Unternehmen einen hohen Teil seines Gewinns für Schuldendienste aufwenden.

Die 3 DAX-Unternehmen mit dem niedrigsten Zinsdeckungsgrad im Geschäftsjahr 2015 möchte ich dir nun kurz vorstellen.

Anmerkung: Banken sowie Unternehmen, die 2015 ein negatives EBIT erwirtschafteten, wurden nicht berücksichtigt

Rang 3: HeidelbergCement

Mit einem Wert von 2,9 landet HeidelbergCement (WKN:604700) auf Rang 3 der DAX-Unternehmen mit dem niedrigsten Zinsdeckungsgrad. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Zement, Beton und Baustoffen.

Man ist also von der Entwicklung der weltweiten Bautätigkeiten abhängig. Sollten sich diese entgegen dem aktuellen Trend negativ entwickeln, was in der zyklischen Baubranche nicht ungewöhnlich wäre, könnte der Gewinn von HeidelbergCement einbrechen.

Da die Zinsaufwendungen aber konstant bleiben, könnte der verbleibende Gewinn teilweise oder komplett von eben diesen aufgefressen werden, was nach Steuern und Zinsen sehr schnell in die roten Zahlen führen kann.

Für HeidelbergCement wäre das derzeit denkbar ungünstig, weil man aktuell damit beschäftigt ist, die Übernahme von Italcementi zu stemmen.

Gerade in solchen unternehmerischen Ausnahmesituationen können hohe Schulden daher sehr schmerzhaft für alle Beteiligten werden.

Rang 2: Deutsche Telekom

Der Zinsdeckungsgrad der Deutsche Telekom (WKN:555750) ist mit 2,7 noch niedriger als der von HeidelbergCement. Die Telekom ist Deutschlands größter Anbieter von festnetzbasierten Breitband-Internetanschlüssen.

Dieser Status könnte aufgrund der hohen Verschuldung aber in Gefahr sein. Denn für Streaming, Internet der Dinge oder Industrie 4.0 werden immer schnellere Leitungen benötigt.

Das Problem: Das Kupferkabelnetz der Telekom kommt langsam an seine Leistungsgrenze, die Zukunft des Highspeed-Internets heißt Glasfaser.

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Quelle: pixabay, user blickpixel

Aber Investitionen ins Glasfasernetz sind teuer. Das tut besonders weh, wenn man fast ein Drittel seines Gewinns für Zinszahlungen aufwenden muss. Die hohen Schulden könnten die Telekom also beim Ausbau des Glasfasernetzes ausbremsen.

Das wäre die Chance für Vodafone, Tele Columbus und Co., der Telekom mit schnelleren Anschlüssen die Kunden abspenstig zu machen.

Langfristig könnte das Festnetzgeschäft also besonders unter den hohen Schulden und der damit einhergehenden Zinsbelastung leiden.

Rang 1: ThyssenKrupp

Das DAX-Unternehmen, das 2015 am meisten unter seinen Schulden zu leiden hatte, war ThyssenKrupp (WKN:750000). Der Zinsdeckungsgrad von 0,6 zeigt, dass das Unternehmen sogar mehr für Zinsen aufwenden musste, als es Gewinn erwirtschaftet hat.

Um diesen Zustand zu ändern, müsste sich ThyssenKrupp beim EBIT deutlich steigern. In den letzten 5 Geschäftsjahren schaffte man es aber nicht ein einziges Mal, signifikant mehr zu verdienen als im letzten Geschäftsjahr, für das der erwähnte Zinsdeckungsgrad errechnet wurde.

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Damit wird klar: ThyssenKrupp muss sich etwas einfallen lassen. Entweder man findet eine Möglichkeit, das EBIT zu erhöhen oder man senkt seine Schulden, um die Zinsbelastung zu reduzieren.

Zu lange warten sollte das Management allerdings nicht mehr, denn wenn der komplette Gewinn von Zinsen aufgefressen wird, fehlt das Geld für Investitionen. Diese sind aber notwendig, wenn man langfristig erfolgreich sein will.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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