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Wie viele Aktien sollte man in seinem Portfolio haben?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.10.2016, 10:00  |  578   |   |   
Foto: Pixabay, Hans

Eine der häufigsten gestellten Fragen der Investoren ist, wie viele Aktien man in seinem Portfolio haben sollte. Es gibt hier kein richtig oder falsch, aber es gibt ein paar Richtlinien, die hilfreich sein können, um die ideale Zahl für dich zu finden. Im folgenden findest du die Meinung einiger unserer Autoren zu diesem Thema:

Die Kristallkugel sagt…

Sehen wir der Sache einmal ins Auge. Wenn es eine magische Anzahl von Aktien gibt, die dir garantieren würden, dass das Risiko begrenzt wird und der Gewinn maximiert wird, dann wären die Forscher wahrscheinlich einer Meinung, um welche Zahl es sich dabei handelt und die Investoren wüssten sie schon. Stattdessen haben uns die Forscher im Lauf der Zeit immer wieder mit Zahlen versorgt, die zwischen 10 und 120 Aktien liegen.

Ich persönlich halte es für das Beste, dass man mindestens ein Dutzend Aktien besitzen sollte, um sich gegen das Risiko abzusichern, dass eine das ganze Portfolio versauen könnte. Diesen Gedanken unterstützt auch die Investmentlegende Benjamin Graham, der auch der Mentor von Warren Buffet und Autor von „Der intelligente Investor“ war. In diesem Buch schlägt Graham vor, man solle zwischen 10 und 30 Aktien besitzen.

Intuitiv gesagt ist das sinnvoll. 120 Aktien permanent unter der Lupe zu haben wäre ein Vollzeitjob, den man lieber den Portfoliomanagern mit einem Team von Analysten anvertraut. Gleichzeitig wird nur eine handvoll Aktien dein Risiko nicht genug auf mehrere Sektoren verteilen können. Immerhin gibt es zehn Sektoren im S&P 500.

Es gibt vielleicht keine bestimmte Zahl von Aktien die du besitzen solltest, aber irgendwo in der Spanne, die uns Graham genannt hat, ist wahrscheinlich eine gute Wahl.

Nur so viele, wie du auch beobachten kannst

Investoren, die Einzelaktien besitzen wollen, müssen auch Willens sein ihre Hausaufgaben bei den Unternehmen zu machen, die sie besitzen, um sicher zu stellen, dass diese auch auf Kurs bleiben. Je mehr Einzelaktien mal also besitzt, desto mehr Hausaufgaben muss man auch machen. Das kann schon sehr schwer für Aktionäre sein, die nicht soviel Zeit haben.

Aus diesem Grund glaube ich, dass man nur so viele Aktien besitzen sollte, wie man auch aktiv managen kann – selbst wenn das bedeutet, dass man nur eine oder zwei besitzt. Natürlich wird das aber keine gute Diversifizierung gewährleisten.

Die einfachste Möglichkeit, um dieser Situation Herr zu werden, ist in Indexfonds zu investieren und ein paar einzelne Aktien zusätzlich zu kaufen. Mit dieser Strategie kann man breit streuen und die Hausaufgaben auf ein erträgliches Maß senken.

Wenn du nach einem Indexfond suchst, dann schlage ich dir für den Anfang den vanguard total stock market etf vor. Dieser Fond hält mehr als 3000 Aktien verschiedener Größe, was sofort für große Diversifizierung sorgt. Zusätzlich hat der Fond auch eine geringe Kostenquote von nur 0,05% und eine Turnover-Rate von 3,5% , was den Fond steuerlich sehr effizient macht. Damit ist der Fond ein guter Anfangspunkt, wo du den Großteil deines Geldes lassen kannst und dann zusätzliche Einzelaktien dazukaufen kannst.

Die richtige Anzahl könnte Null sein

Für viele Leute ist die richtige Zahl der Aktien in ihrem Portfolio Null. Das liegt daran, dass nicht jeder bereit ist, in Einzelaktien zu investieren. Hier sind einige Fragen, die du dir vielleicht stellen magst um zu sehen, ob du auch bereit bist:

  • Verstehe ich, dass die Börse und Einzelaktien volatil sein können und dass es gelegentlich auch abwärts geht?
  • Werde ich die Disziplin und Geduld haben oder werde ich mich von meinen Gefühlen leiten lassen, vielleicht Aktien zu teuer kaufen, wenn der Markt steigt und sie potentiell wieder verkaufen wenn der Markt fällt?
  • Verstehe ich genau, wie die Aktien, die Unternehmen, die ich besitze, ihre Geld verdienen? (Es reicht nicht zu wissen, dass ein Unternehmen ein Buchgeschäft ist, zum Beispiel. Du musst wissen, ob es seine Waren in physischer Form verkauft, online, von Tür zu Tür oder auf eine andere Art.)
  • Habe ich die Zeit, den Unternehmen zu folgen, ihre Quartalsbericht und Jahresberichte zu lesen? Und habe ich auch die Zeit Artikel über sie und ihre Konkurrenz zu lesen? Wenn ich die Zeit habe, habe ich auch ein entsprechendes Interesse daran, sodass ich meine Zeit damit verbringen werde?
  • Kann ich Quartalsberichte lesen, sodass ich die Wachstumsraten von verschiedenen Unternehmen, ihre Schulden, Gewinnmargen, Vermögensrendite, Eigenkapitalrendite, den Lagerumschlag usw. verstehe? Erkenne ich Trends und kann ich das Unternehmen mit seinen Konkurrenten vergleichen?
  • Investiere ich langfristig in Aktien, also fünf Jahre, zehn Jahre oder länger? (Geld, dass du bald brauchen wirst, sollte in weniger volatile Vermögenswerte investiert werden.)
  • Bin ich gewillt, mehr über das Investieren zu lernen, sodass ich klüger handeln kann und dumme Schachzüge vermeiden kann, damit mein Portfolio bessere Resultate erzielt?

Es ist keine Schande, sich einzugestehen, dass man aktuell nicht dafür bereit ist in Aktien zu investieren. Die meisten Leute haben in ihrem Leben schon genug zu tun, und auch nicht viel Interesse mehr darüber zu lernen. Diese Leute können einfach in einen breiten Marktindexfond investieren, wie zum Beispiel einen, der den S&P 500 abbildet. Diese liefern langfristig auch oft eine bessere Performance als Investmentfonds.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Brian Feroldi, Todd Campbell und Selena Maranjian auf Englisch verfasst und wurde am 17.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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