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Marktkommentar: Philipp Magenheimer (WAVE): Wird die Inflation unterschätzt?
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Marktkommentar Philipp Magenheimer (WAVE): Wird die Inflation unterschätzt?

Nachrichtenquelle: Asset Standard
19.10.2016, 00:00  |  674   |   |   

Die Kapitalmärkte haben sich auf ein Umfeld von Zinsen und Inflationsraten nahe Null eingestellt. Gut möglich, dass diese Konsensmeinung auf die Probe gestellt wird.

Wird die Inflation unterschätzt?

Die konjunkturelle Dynamik ist gering und Notenbanken werden die Zinsen noch über Jahre künstlich niedrig halten. Ja sie müssen es sogar aufgrund der exorbitanten Staatsverschuldung. So oder ähnlich könnte man die aktuelle Konsensmeinung am Markt zusammenfassen. Inflation in diesem Zusammenhang? Welche Inflation? Steigende Teuerungsraten von der Nachfrageseite sind nicht zu erwarten und ohnehin schlugen die bisherigen Experimente der Zentralbanker fehl, wenn es um den angestrebten Effekt auf die Inflationsrate geht. Nicht ausgeschlossen, dass diese einhellige Meinung in absehbarer Zeit einer Belastungsprobe unterzogen wird. Denn die Stimmungslage ist momentan einseitig auf ein anhaltendes Nullzinsumfeld festgelegt. Dabei wird übersehen, dass es unter der Decke brodelt.

Weitgehend unbemerkt sind die Teuerungsraten jüngst angestiegen. Bei detaillierter Betrachtung lässt sich der Auslöser dieser Entwicklung erahnen: die Energiepreise. Diese werden in den Erzeugerpreisen reflektiert, welche bereits deutlicher angestiegen sind. Mit etwas Verzögerung kommt diese Entwicklung nun auch in den Verbraucherpreisen an.

Insbesondere der in den vergangenen Jahren massiv gefallene Ölpreis hat die Inflation bisher niedrig gehalten und diese wiederum den Notenbanken als Argumentationsstütze für anhaltend expansive Geldpolitik gedient.

Doch nun gerät Bewegung ins „schwarze Gold“. Immerhin haben sich die Rohölnotierungen seit dem Tief zu Jahresbeginn nahezu verdoppelt. Nun erschließt sich u.a. mit der angekündigten Förderkürzung der OPEC weiteres Erholungspotenzial. Ohne ein erneutes Abrutschen der Notierungen, dürfte sich dies signifikant in den Inflationszahlen für Januar / Februar 2017 niederschlagen. Grund hierfür ist der sog. Basiseffekt. Beim Vergleich mit den Vorjahrespreisen wird bei weiterhin stabilen oder steigenden Ölpreisen ein Preisanstieg zum Vorjahr zu verzeichnen sein. Durch den Anteil am Warenkorb, der dem Verbraucherpreisindex zugrunde liegt, ergibt sich dann auch eine erhöhte Inflationsrate.

Gegenwind für Draghi

Dabei handelt es sich gar nicht einmal um dramatische Steigerungen. Im langfristigen Kontext lässt sich an den Charts ablesen, dass vielmehr lediglich von einer Stabilisierung, im Sinne einer Normalisierung von unterdurchschnittlichen Niveaus, die Rede sein müsste. Nichts Dramatisches also. Aber ein solches Szenario wird momentan vom Konsens der Marktteilnehmer nicht erwartet. Und ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt steht das Ankaufprogramm der EZB kurz vor dem Ende. Die Argumente für eine – vom Markt erwartete – Verlängerung / Ausweitung über den März 2017 hinaus, werden somit schwächer. Auch wenn der Eintritt dieses Szenarios mit Unsicherheit behaftet ist, sollte eine Enttäuschung der Konsenserwartungen sich in heftigen Marktbewegungen niederschlagen.

Volatiles Niedrigzinsumfeld statt Nullzinsen

In diesem Zusammenhang erinnern wir an das zweite Quartal 2015. Der Renditeanstieg war zwar nicht der Beginn der Zinswende aber dennoch heftig genug, um die Kurse lang laufender Bundesanleihen um >25% einbrechen zu lassen.

Auch im fortgesetzten Niedrigzinsumfeld sind zwischenzeitliche Zinsanstiege nämlich nicht ausgeschlossen. Statt eines Nullzinsumfelds erwarten wir eher einen Zinskorridor auf ermäßigten Niveaus, in dem die Renditen fluktuieren. Wir bleiben daher wachsam und sind mit unserem flexiblen Investmentansatz gewappnet, auf entsprechende Marktturbulenzen reagieren zu können.

Veränderungen innerhalb unserer Fonds:

Für den WAVE Total Return Fonds R (flexibler, defensiver europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) nutzten wir die sich ausweitenden Risikoaufschläge bei Bankanleihen zum vorsichtigen Aufbau von Positionen. Die Aktienkomponente des Fonds blieb in seiner Zusammensetzung im abgelaufenen Monat unverändert.

Im Rahmen des sog. Overlay-Managements variierten wir die Netto-Aktienquote des Fonds situativ in einer Spannweite zwischen 0% und 12%. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Rentenkomponente hielten wir verkürzt bei ca. 0,2 Jahren. Der Fonds ist damit gegen Zinsanstiege weitestgehend immunisiert.

Der Fondspreis ermäßigte sich im September um -0,84%.

Im WAVE Total Return Fonds Dynamic R (flexibler, ausgewogener europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) erweiterten wir die Rentenkomponente des Fonds um Bankanleihen mit attraktivem Renditeniveau. Die Aktienkomponente des Fonds blieb in seiner Zusammensetzung im abgelaufenen Monat unverändert.

Im Rahmen des sog. Overlay-Managements variierten wir die Netto-Aktienquote des Fonds situativ in einer Spannweite zwischen minus 10% und plus 24%. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Rentenkomponente hielten wir verkürzt bei ca. 0,3 Jahren. Der Fonds ist damit gegen Zinsanstiege weitestgehend immunisiert.

Der Fondspreis ermäßigte sich im September um -1,01%.

Im HannoverscheBasisInvest (europäischer Investmentgrade-Rentenfonds) nutzten wir die sich ausweitenden Risikoaufschläge bei Bankanleihen zum Kauf ausgewählter Titel. Die Duration bewegt sich aktuell auf Benchmarkniveau (ca. 4,5 Jahre).

Der Fondspreis stieg im September um 0,02%.

Das Aktienportfolio des HannoverscheMediumInvest (europäischer Mischfonds Aktien / Renten ausgewogen) ließen wir im September in seiner Zusammensetzung unangetastet. Im Rentenportfolio nutzten wir die sich ausweitenden Risikoaufschläge bei Bankanleihen selektiv zum Kauf.

Die Netto-Aktienquote variierten wir im Rahmen des Overlay-Managements in einer Bandbreite zwischen 49% und 52%, die Duration bewegt sich weiter auf Benchmarkniveau (ca. 4,5 Jahre).

Der Fondspreis ermäßigte sich im September um -0,36%.

Im HannoverscheMaxInvest (europäischer Aktienfonds) nahmen wir im September auf Einzeltitelbasis keine Umschichtungen vor. Der Fonds ist weiterhin in liquiden Standardaktien der Eurozone investiert. Die Netto-Aktienquote hielten wir konstant, der Fonds ist aktuell voll investiert.

Der Fondspreis ermäßigte sich im September um -0,64%.

Laden Sie hier den WAVE Fondsmanagerkommentar Oktober 2016 herunter.

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Kommentare

Bisher war es immer so,dass die Ölpreise die Inflation beeinflussten.Nun wir werden sehen,ob die Notenbanken Wort halten .

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