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Egbert Prior PNE Wind - Kriegsbeil begraben, dicker Gewinn winkt

Gastautor: Egbert Prior
19.10.2016, 12:17  |  3131   |   |   

Vor etwa drei Jahren kostete die Aktie in der Spitze 3,33 Euro. Aktuell nur noch 2,10 Euro. Turbulenzen ließen den Kurs abstürzen: Im Frühjahr 2013 übernahm PNE den Wettbewerber WKN. In der Folge kam es zu einem heftigen Streit über den Kaufpreis mit dem WKN-Gründer, der durch die Transaktion zum größten Aktionär von PNE und Aufsichtsrat aufgestiegen war. Nachdem die HV 2015 völlig aus dem Ruder gelaufen war, wurde das Kriegsbeil inzwischen begraben. Ein komplett ausgetauschtes Kontrollgremium und ein neuer CEO haben des Zepter übernommen. Wir sprechen mit Markus Lesser. Der neue Vorstandschef hält PNE für „völlig unterbewertet“. Die Querelen hätten maßgeblich dazu beigetragen, daß der Börsenwert auf 160 Millionen abgerutscht sei. Für den laufenden Turnus stellt Lesser bis zu 100 Millionen Ebit in Aussicht. Auf den ersten Blick erscheint die Aktie also spottbillig. Allerdings hängt die Erreichung der Prognose ganz im wesentlichen davon ab, daß der geplante Verkauf eines Windpark-Portfolios tatsächlich noch 2016 über die Bühne geht. Das Projektgeschäft schwankt stark, die Einnahmen kaum planbar. Im kommenden Jahr werden zudem die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert. Für Strom aus Windkraftprojekten gibt es nicht mehr eine fixe Einspeisegebühr. In Zukunft werden nur noch Projekte gefördert, die sich in einem Ausschreibungsverfahren durchgesetzt haben. Das drückt auf die Marge, räumt Lesser ein. PNE rechnet sich aber dennoch gute Chancen aus, weiterhin mit Projekten gutes Geld verdienen zu können. Es gebe noch Spielräume, die Kosten zu senken und die Effizienz der Anlagen zu erhöhen. Außerdem sei zu erwarten, daß Investoren ihre Renditeerwartungen reduzierten. Zudem intensivieren die Cuxhavener das Auslandsgeschäft, um weniger abhängig vom deutschen Markt zu sein. Zur Zeit verfolgen die Nordlichter Vorhaben in 13 Ländern. Lesser setzt verstärkt auf Einnahmen, die gleichmäßiger sprudeln als es bei dem Projektgeschäft der Fall ist. Beispielsweise plant PNE vom Windkraftportfolio, das aktuell zum Verkauf steht, 20% zu behalten, um so einen Teil der Einnahmen aus dem Betrieb einstreichen zu können. Zum anderen soll das Dienstleistungsgeschäft ausgeweitet werden. Windparks erfordern einen hohen Aufwand an Überwachung, Steuerung, Wartung etc. – ein lukratives Betätigungsfeld. Lesser hat sich weiteres Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Die Projektpipeline erscheint schier grenzenlos: On-Shore und Off-Shore 10.000 Megawatt, die auf Realisierung warten. Wermutstropfen die mit 183 Millionen recht hohe Nettoverschuldung, darunter eine „Mittelstandsanleihe“ mit 8% Kupon, die 2018 zurückgezahlt werden muß. Fazit: Gelingt der Portfolio-Deal, hat die Aktie reichlich Potential. Kursziel 3 Euro.

Wertpapier: PNE WIND

Themen: Euro, WKN, Windkraft


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