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Warum Effizienz der alles entscheidende Faktor in der Solar-Branche ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.10.2016, 14:00  |  686   |   |   
Foto: Pixabay, cotrim

Wenn SolarCity (WKN:A1J6UM) und Tesla Motors (WKN:A1CX3T) am 28.Oktober ihr neues Produkt vorstellen, wäre ich sehr schockiert, wenn es nichts mit der Effizienz ihrer Photovoltaikanlagen für Eigenheime zu tun hätte. SolarCitys Silevo-Solarmodulwerk, das sich derzeit in Buffalo im US-Bundesstaat New York im Bau befindet, ist nicht dazu gedacht, das Produktionsvolumen weiter auszuweiten, sondern stattdessen die Effizienz jedes einzelnen Solarpanels zu verbessern. Laut der Webseite des Unternehmens ist Silevo im Stande, Solarmodule herzustellen, die bis zu 18,4 % effektiver sind als herkömmliche Anlagen. In ersten Pilottests hat SolarCity sogar Solarpanele hergestellt, die um 21 % effizienter waren. Eine erhöhte Effizienz ist in der heutigen Solar-Branche der Schlüssel zum Erfolg.

Was den Solarmarkt für Eigenheime so einzigartig macht und ihn von riesigen Solar-Projekten unterscheidet, ist die Tatsache, dass er sensibler auf Unterschiede in der Effizienz der Solarmodule reagiert. Die Kosten, die damit verbunden sind, eine Dach-Solaranlage zu installieren, sind oft enorm hoch, weswegen jedes zusätzliche Watt, das man aus einer Solarzelle pressen kann, ein Projekt kosteneffektiver macht. Verbraucher beginnen zu erkennen, wie wichtig die Effizienz von Photovoltaikanlagen ist – und Investoren sollen dies im Auge behalten.

Solar-Präfenzen ändern sich

Eine der merkwürdigen Lektionen, die man nach der ersten Hälfte dieses Jahres ziehen kann, ist die Erkenntnis, dass SolarCity relativ enttäuschende Ergebnisse und Prognosen bei der Anzahl der veräußerten Solaranlagen für Eigenheime präsentiert hat, während SunPower (WKN:A1JNM7) in diesem Bereich immer stärker wurde. Dies könnte zumindest teilweise mit einer erhöhten Effizienz zu tun haben.

SunPower war lange Zeit, was die Effizienz betrifft, der führende Akteur in der Solar-Branche, aber die rasant fallenden Preise für Solarpanele, wie sie von SolarCity hergestellt werden, machen dem Unternehmen schwer zu schaffen. Bei fallenden Solarpanelpreisen müsste SunPower — um schrittzuhalten — entweder eigene Kosten senken oder die Effizienz erhöhen, oder sogar beides.

Aber der Rückgang der Solarpanelpreise wird auf Dauer nicht den Unterschied ausmachen, zumindest nicht im Solarmarkt für Eigenheime. Das liegt daran, dass bei sinkenden Solarpanelpreisen ein größerer Anteil der Kosten der Photovoltaikanlagen auf den Vertrieb, das Personal, Frequenzumrichter, die Verkabelung und sonstige Aufwendungen entfällt. Diese Kosten ändern sich nicht, nur weil ein Solarpanel auf einmal günstiger wird, jedoch können sie mit höherer Effektivität ausgeglichen werden. Und so funktioniert das Ganze:

Beginnen wir doch mit den Kosten pro Watt, die SolarCity im zweiten Quartal ausgewiesen hat (siehe zweite Spalte im nachfolgenden Diagramm). Nehmen wir an, eine durchschnittliche Solaranlage hat eine Leistung von 6 kW und Module kosten 0,50 US-Dollar pro Watt – die Gesamtkosten betragen dann 18,300 USD. (Dies beinhaltet die Kosten der Module sowie die Installation, den Vertrieb und Verwaltungskosten; siehe dritte Spalte.) Eine Senkung der Modulkosten um 20 % (auf 0,40 USD pro Watt) — ein Rückgang, wie wir ihn in den letzten Monaten schon einmal erlebt haben — würde die Gesamtkosten um etwa 600 USD auf 2,95 USD pro Watt senken.

Berechnungen des Autors basieren auf SolarCitys zweiten Quartalsbericht 2016.

Die Modulkosten (die in etwa 16 % der gesamten Kosten einer Solaranlage ausmachen) um 20 % zu reduzieren, hat nur geringfügige Auswirkungen auf die Gesamtkosten der kompletten Anlage. Wenn man allerdings die Effizienz erhöht, sind die Auswirkungen viel höher, da sich dieser Faktor über das ganze System erstreckt.

In der nachfolgenden Tabelle habe ich die Kosten einer Anlage mit einer um 22 % effektiveren Photovoltaikanlage (vergleichbar mit dem X-Series-Produkt von SunPower) auf Basis einer ähnlichen Dimension wie im Beispiel zuvor, allerdings mit einer größeren Leistung von 8,25 kW errechnet. Auf dem gleichen Dach würde ein effizienteres System einen deutlich höheren Output herstellen.

Alle übrigen Kosten bleiben unverändert, da sie von einer erhöhten Effizienz unberührt sind. Ich habe aber die Kosten pro Watt, die bei einer effizienteren Photovoltaikanlage anfallen, verdoppelt, um zu zeigen, wie ein effizienteres Solarmodul trotz höherer Kosten immer noch günstigeren Strom produzieren würde.

Berechnungen des Autors basieren auf SolarCitys zweiten Quartalsbericht 2016.

Es wird also deutlich, dass eine effizientere Photovoltaikanlage trotz doppelter Kosten pro Watt die Gesamtkosten auf Basis eines produzierten Watts senken würde.

Auch Finanzergebnisse zeigen, dass Effizienz eine Rolle spielt

Es ist genau diese Effizienz-Dynamik, die Unternehmen wie SolarCity dazu treibt, sich mit effektiveren Solarzellen von der Konkurrenz abzuheben. Und das Silevo-Werk soll bei dieser Strategie eine entscheidende Rolle einnehmen.

Zudem sollte man anmerken, dass SunPower im Segment der Photovoltaikanlagen für Eigenheime eine Bruttomarge von 22 % erwirtschaftet, während der Großteil der Solaranlagen-Hersteller zu Beginn des Jahres mit Margen im mittleren Zehnprozentbereich zu kämpfen hatte. In Sachen Gewinnmarge, die vor allem durch den Effizienzvorteil seiner Photovoltaikanlagen vorangetrieben wird, nimmt SunPower in diesem Segment die Führungsrolle ein.

Effizienz ist nicht nur ein Wettbewerbsvorteil, sondern auch ein Schutzschild gegen die Konkurrenz

Die oben aufgeführten Berechnungen zeigen, dass Effizienz ein echter Wettbewerbsvorteil ist und ein Unternehmen wie SunPower und eventuell auch SolarCity davor bewahren kann, ausschließlich auf Kostenbasis zu konkurrieren. Hat man ein Produkt, das sich von der Konkurrenz abgrenzt, spielen Kosten nur eine untergeordnete Rolle.

Wenn SolarCity und Tesla Motors Ende dieses Monats also ihr neues Produkt vorstellen, solltest du darauf achten, ob von einer erhöhten Effizienz und nicht nur niedrigeren Kosten die Rede ist. Nun, wo die Solar-Branche für Eigenheime unter Beweis stellt, dass Kosten nicht die einzige Komponente sind, die das Photovoltaik-Geschäft ankurbeln kann, wird eine erhöhte Effizienz entscheidend sein, um langfristig Mehrwert für Investoren zu schaffen.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von SolarCity und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 15.10.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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