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"Nicht Aufgabe von Zentralbankern" Banken geht es schlecht. Sie müssen trotzdem selbst klarkommen, findet Andreas Dombret

20.10.2016, 15:16  |  2676   |   |   

Für Banken - vor allem für europäische - sind die fetten Jahre definitiv vorbei. Verschärfte Regeln, Negativzinsen und wachsende Konkurrenz aus der FinTech-Welt zehren Renditen und Erträge auf. Ihr Problem, sagt Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret.

Laut der neuesten Studie der internationalen Managementberatung Bain & Company haben sich Eigenkapitalrenditen im Kapitalmarktgeschäft von Banken in den letzten Jahren drastisch reduziert. Demnach sei die Rendite in einzelnen Produktgruppen auf weniger als fünf Prozent gesunken, was letztlich unter den Kapitalkosten liegt. Daneben seien die Erträge seit 2009 um insgesamt 28 Prozent, auf 227 Milliarden US-Dollar zusammengeschrumpft.

Begründet wird die Misere mit verschiedenen Faktoren, wie den verschärften Bestimmungen in Sachen Eigenkapitalausstattung, Mindestliquidität und Maximalverschuldung. Auch das Niedrigzinsumfeld, ein verändertes Kundenverhalten sowie die wachsende digitale Konkurrenz trügen ihr Übriges hierzu bei. 

Kein Anrecht auf ein komfortables Marktumfeld

Alles richtig, alles nicht schön. Dennoch sei es einzig Aufgabe der Banken, sich selbst aus dem Schlamassel wieder zu befreien. Das zumindest ist die Meinung von Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Zu oft habe er mittlerweile in den Debatten mitanhören müssen, wie die Geldinstitute ihre Probleme auf die europäische Zentralbank oder andere politische Akteure abwälzen.

„Es ist nicht die Aufgabe von Zentralbankern, Regulatoren oder der Politik, schwierige Situationen vom Bankensektor fernzuhalten oder zu lösen“, sagte er am Donnerstag, während einer Finanzkonferenz in London (Quelle: "Frankfurter Allgemeine"). Die Finanzindustrie könne nicht erwarten, dass ihr ein komfortables Umfeld bereitgestellt wird  „Weder ein bestimmtes Niveau der Zinsen, noch ein bestimmtes Marktumfeld, noch ein bestimmtes Ausmaß an Regulierung.“ Dass sich die Institute einer Herkulesaufgabe gegenüberstehen sehen, könne er aber trotzdem nachvollziehen. 

Verbesserungspotential auf allen Ebenen

Auch die Analysten von Bain sehen den Handlungsbedarf ganz klar aufseiten der Banken. Um der Herausforderung Herr zu werden, empfehlen sie den Geldhäusern zunächst, ihren strategischen Fokus auf solche Kunden- oder Produktgruppen zu legen, in denen sie über einen klaren Wettbewerbsvorteil verfügen. Darüber hinaus können Kosten gespart werden, indem Ineffizienzen bei bestehenden Betriebsmodellen, Infrastrukturen und Prozessen beseitigt werden. Weiterer Besserungsbedarf bestehe in der Talentakquise, in den Vergütungsstrukturen sowie im Ressourcenmanagement.



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Kommentare

Eine feine Einstellung hat dieser Bundsbanker.
Da werden werden die geforderten Eigenkapitalquoten drastisch heraufgesetzt,
die EZB läuft Amok mit ihrer Zinspolitik und es ist allein
Sache der Banken, damit klarzukommen.

Eine ähnliche Einstellung findet sich bei den Gewerkschaften,
mit denen die LH zu tun hat. Die Piloten mit den annähernd höchsten
Gehältern in der Luftfahrtbranche, die nicht mal merken, wenn sie vier jahre aus Eigenverschulden keinen Lohnzuwachs haben, fordern Absicherung fürs Alter, die der LH die Luft zum Atmen nimmt.
Egoismus pur, der Wettbewerb durch die Billigairlines interessiert nicht die Bohne.

Ich, Ich, Ich.
Ich bin Deutschbankopfer im hohen 100000€ Bereich,mithin also schwer als Verteidiger dieser Banditen auszumachen.Wenn ich aber solche Nestbeschmutzer wie den Dombret oder den abgetauchten Weidmann höre,wird mir noch schlechter,als mir ohnehin schon ist!Fahrt zur Hölle ihr Draghis,Dombrets,Weidmanns&Konsorten.Da gehört Ihr nähmlich hin!

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