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"Wir haben ziemlich gute Karten" Heftige Drohgebärde vor Brexit-Gesprächen: Großbritannien erwägt Steuerdumping

24.10.2016, 11:32  |  3175   |   |   

Vor den Austrittsverhandlungen mit der EU lassen die Briten ihre Muskeln spielen. Laut Insiderinformationen wären sie bereit, Unternehmenssteuern drastisch zu senken, sollte am Ende nicht das herausspringen, worauf deren Finanzbranche so dringend angewiesen ist. 

Der "Sunday Times" zufolge würden es die Verantwortlichen selbst mit einem "nuklearen Erstschlag" vergleichen. Wie die Zeitung aus Gesprächen mit einer anonymen Quelle erfahren hat, wäre die Regierung Großbritanniens bereit, im Falle eines harten Brexits - ohne jegliche Zugeständnisse vonseiten der EU - die Unternehmenssteuern von derzeit 20 auf zehn Prozent zu halbieren. 

"Wir haben ziemlich gute Karten, die wir ausspielen können, wenn sie anfangen, uns Schwierigkeiten machen", zitierte das Blatt die nicht namentlich genannte Person, die mit den Überlegungen der Regierung vertraut sei. "Wenn sie uns das Passporting verweigern oder hohe Handelszölle durchsetzen, dann können wir die Unternehmenssteuern auf 10 Prozent senken."

Mit dem Eintritt in den Steuerwettbewerb könnten die Briten den bereits begonnenen Firmenexodus aufhalten und zeitgleich dafür sorgen, dass mehr Unternehmen vom Kontinent auf die Insel übersiedeln. Bislang hatte sich vor allem Irland als Steuerparadies einen Namen gemacht und internationale Konzerne angelockt. 

Natürlich könnten sie auch einfach von einer Einschränkung der Personenfreizügigkeit absehen, um weiterhin problemlos Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten. Da aber genau dies ein Dorn im Auge der Brexit-Verfechter war, wird nun zu alternativen Waffen gegriffen. 

Der von deutscher Seite aus geführte Kampf um die Banken ist übrigens nicht minder schmutzig. Um sich gegen die anderen europäischen Konkurrenten durchzusetzen, hatte der hessische Finanzminister Mitte September vorgeschlagen, britische Geldhäuser mittels besonders lockerer Kündigungsschutzregelungen zu ködern.



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Kommentare

Alexander 111?Mann kann sich auch etwas mehr Mühe geben,wenn man an Diskussionen über wichtiges Wirtschaftsgeschehen teilnehmen will!Mit Verlaub Herr A 000:Das ist mehr als ungenügend!
So da lässt ein Niemand am Stammtisch so einen Mist raus und das wird dann auch noch geschrieben.
Schon die 20% sind für GB nicht viel bei ihren Kosten.
Vordergründig menschlicher sind sie schon geworden,die Königshäuser dieser Welt.Nicht mehr allein die Schlachtfelder gelten als Terrains,um es den anderen mal so richtig zu zeigen,sondern auch Währungs&Steuerdumping sowie Rechts&Demokratiebeugung!So geht's halt zu,wenn alternativlose oder eiserne Kanzler,tennokaiser+finanzindustriegelenkte Entscheider das Sagen an sich gerissen haben!LautDarwin ist das übrigens völlig normal,gewünscht und sogar notwendig,damit sich die Stärksten zum Wohle Aller durchsetzen.Evolution halt!

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