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German Angst bei der Geldanlage Null- und Negativzinsen? Der deutsche Sparer bleibt trotzdem bei Altbewährtem

25.10.2016, 16:03  |  2701   |   |   

Dass die üblichen Anlageformen, wie Spareinlagen oder Tagesgelder kaum noch Rendite abwerfen, ist bei den meisten Deutschen mittlerweile angekommen. Doch anstatt sich die Gewinne auf anderem - etwas riskanterem - Wege zu holen, verzichten sie lieber ganz auf Zinsen. 

Der gemeine Deutsche scheint das Vorzeigeexemplar eines verlustaversen Wirtschaftsteilnehmers zu sein. Das Phänomen der Verlustaversion wird in der Verhaltensökonomik als Tendenz beschrieben, Verlusten ein höheres Gewicht beizumessen, als Gewinnen. Der Ärger darüber, zehn Euro zu verlieren wird also viel intensiver wahrgenommen, als die Freude darüber, 20 Euro zu gewinnen.

So kommt es zu teilweise irrationalen Handlungen, die dem nutzenmaximierenden Kalkül des Homo Oeconomicus nicht wirklich gerecht werden. Man könnte zum Beispiel meinen, dass der deutsche Sparer in Anbetracht der Niedrigzinsphase sämtliche Geldanlagen einfach umschichtet und sich seine Rendite auf anderem Wege abholt. 

Wie die Deutsche Bank in einer neuen Umfrage herausgefunden hat, ist dem aber nicht so. Zwar ist den meisten Deutschen durchaus bewusst, dass sie mit ihrer derzeitigen Sparform keine Zinsgewinne mehr erwarten können, im Gegenteil - viele fürchten sogar, am Ende noch oben drauf zahlen zu müssen. Die Angst vor dem Risiko am Aktienmarkt ist jedoch noch größer. 

Von den 500 Befragten erwarten demnach 64 Prozent, dass ihr Erspartes durch die Niedrigzinsen künftig weniger wert sein wird. Fast genauso viele schätzen, dass das aktuelle Zinsniveau noch bis zu drei Jahre lang anhält, der Rest geht sogar von bis zu zehn Jahren aus. Trotzdem will jeder zweite Bundesbürger das Zinstief am liebsten aussitzen und kein höheres Risiko bei der Geldanlage eingehen. 

Die meisten setzen daher weiterhin auf ihre altbewährte Sparform. 20 Prozent nutzen nach wie vor die Spareinlage, 19 Prozent Tages- und Festgelder und 14 Prozent investieren in Lebens- und  private Rentenversicherungen. Nur 13 Prozent gaben an, ihr Geld demnächst in Aktien anlegen zu wollen, sieben Prozent möchten es über Investmentfonds versuchen. Für eine große Mehrheit (73 Prozent) ist die Sicherheit jedoch noch immer der wichtigste Aspekt bei der Kapitalanlage. 

„Viele Deutsche waren immer kluge Sparer. Aber die Zeiten haben sich geändert. Der risikolose Zins liegt derzeit bei maximal null. Deswegen muss man sich überlegen, welche Risiken man bereit ist zu tragen. Wer ohne Blessuren durch das aktuelle Zinstal gehen möchte, muss sein Geld streuen und sich mit anderen Anlageklassen wie etwa Aktien beschäftigen. Das größte Risiko ist mittlerweile, gar nichts zu tun“, erklärt Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank.

Wertpapier: Deutsche Bank


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Kommentare

Hallo Jogibär, ob das gut oder schlecht ist liegt im Auge des Betrachters. Die amerikanischen Hedgefonds haben oft Pensionsfonds und auch Kleinanleger als Aktionäre. Bei uns legen Pensionsfonds zu mehr als 80% in Staatsanleihen an bei zum Teil negativen Renditen. Der deutsche Michel ist offensichtlich mit 0,6 % zufrieden.
Die Freunde überm Teich zocken uns ins Verderben - notfalls mit horrenden und megafaulen Strafzahlungen!

Und dabei legen die bequem ihre Füße hoch, während wir uns hier für diese Abzocker abrackern dürfen - im Gegenzug werden von US-Unternehmen dann auch noch hier zu entrichtende Steuern massiv hinterzogen - und unsere EU-Politdeppen schauen seit Jahren tatenlos zu - ausser hohlem Geschwurbel passiert da leider nichts!

Nebenbei laufen die, welche uns mit den Kredit-Wundertüten die Finanzkriese eingebrockt hatten, immer noch frei herum!

Und schon bald wird den EU-Bürgern dank CETA und TTIP so richtig das Fell über die Ohren gezogen - notfalls werden halt hier die Steuern erhöht, damit dieser US-Globalabzocker-Frevel munter weiter bedient werden kann
In der Schule sollten die Kinder ein Grundwissen über Aktien erhalten. Dass es zyklische Aktien giebt wie Banken, Automobil, Stahl, Maschinenbau etc., defensive Aktien wie Pharma Nahrungsmittel, spekulative, Turnaround Aktien, Wachstumsaktien Spezielle Chartsituationen, Wie der Kurs mit dem Gewinnwachstum zusammen hängt und vieles mehr
Aber der jetzige Zustand ist grausam. Viele intelligente Leute haben keine Ahnung wie man an der Börse Geld verdienen kann und können darum auch nicht unternehmerisch handeln, das bedeutet dass Deutschland jedes Jahr mehrere 100 Mrd an die angelsächsischen Länder abgibt wo Aktien etwas Normales sind. Außerdem können viele gute Ideen nicht umgesetzt werden weil es an privatem Risikokapital fehlt. Das Unwissen führt auch dazu dass die DBK für Derivate, ETF, CDS. ,MBS etc beschimpft wird und damit die einzige Perle in der deutschen Bankenwelt die international mithalten kann. Die Amerikaner haben das Wort Schadenfreude übernommen und meinen damit wie die europäischen ,Nachbarn gegen die DBK hetzen und sich freuen wenn die "deutsche Maschine" schaden nimmt wenn die DBK unter Druck gesetzt wird.
Statt realer Zinsen bekommen Sparer heute jede Menge Formblätter, Papiere und Mitteilungen über geänderte Geschäftsbedingungen von der Bank. Wenn das nicht pervers ist, was dann???
Solange dem Treiben der Leerverkäufer nicht Einhalt geboten wird,
ist den meisten Leuten der Einstieg in den Aktienmarkt nicht zu empfehlen.
Sie kaufen zu Höchstpreisen, geraten dann beim von den Leerverkäufern induzierten Kursverfall in Panik, verkaufen zuTiefstpreisen und sind einen Großteil ihres Geldes los.

Die hohe Volatilität des Aktienmarktes ist mit der Hauptgrund, dass für 90 % der Deutschen
Aktien sowas wie Teufelszeug ist, das sie selbst mit der Kneifzange nicht anfassen wollen.
Man kann es den Leuten nicht verdenken.
Im Aktienmarkt tummeln sich Börsenhyänen oder Aasgeier(genannt auch Leerverkäufer), die anderen Leuten mit fiesen Tricks das Vermögen abjagen wollen.
Das alte Kaufmannsprinzip, dass alle irgendwie bei Geschäften gewinnen sollten, gilt hier nicht.
Hier werden die Kurse manipuliert, dass sich die Balken biegen.
Als Kleinanleger hat man hier nicht besonders gute Karten.

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