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Interview Sichere Immobilieninvestitionen für die Crowd - ReaCapital bietet Immobilieninvestitionen mit Grundbuchbesicherung

02.11.2016, 06:00  |  2374   |   

Crowdfunding gewinnt in Deutschland als Finanzierungsinstrument seit Jahren zunehmend an Bedeutung. Besonders die Immobilienindustrie hat das Segment für sich entdeckt und lässt so Kleinanleger an den hohen Renditen des deutschen Immobilienmarktes teilhaben. Vor Kurzem startete die Hamburger Immobilienholding Reafina mit ReaCapital ihre eigene Crowdfunding-Plattform. Auf ReaCapital können Anleger schon kleine Beträge in deutsche Immobilienprojekte investieren und eine Verzinsung von bis zu 7% pro Jahr erreichen. Alle Projekte werden dabei durch eine erstrangige Grundschuld besichert – in dieser Form einzigartig in Deutschland. Dazu äußert sich Lasse Kammer, Gründer und Geschäftsführer von ReaCapital, im Interview mit wallstreet:online.

Crowdfunding ist in den vergangenen Jahren zum Megatrend in der deutschen Immobilienwirtschaft geworden. Wie funktioniert Crowdfunding für Immobilienprojekte über ReaCapital?

Kammer: ReaCapital identifiziert nach einer genauen Prüfliste für private Investoren geeignete Immobilienprojekte aus dem eigenen Bestand oder anderer Projektentwickler und Immobiliengesellschaften. Auf unserer Plattform können Bauträger ihre Projekte anschließend vorstellen und privaten Anlegern als Investitionsziel anbieten. Die Anleger stellen dem jeweiligen Bauträger dadurch ein nachrangiges Darlehen zur Verfügung. Auf diesem Wege erhalten die Bauträger zusätzliches Kapital für Ihr Projekt, das Ihnen dazu verhilft, ihr Projekt voranzutreiben oder zeitgleich mehrere Projekte zu realisieren. Sobald die zuvor festgelegte Darlehenslaufzeit abgelaufen ist, zahlt der Bauträger das geliehene Kapital plus Zinsen an die Anleger zurück. Auf diesem Wege ist es möglich, schon mit kleineren Beträgen in deutsche Immobilienprojekte zu investieren und dabei verhältnismäßig hohe Renditen von 5-7% pro Jahr zu erreichen. Unser aktuelles Projekt, ein moderner Kita-Wohnkomplex in Hamburg Bramfeld, bietet beispielsweise eine Rendite von 6,5% pro Jahr bei einer festgelegten Laufzeit von 20 Monaten.

Crowdinvesting als Geldanlage wird aufgrund der niedrigen Bankzinsen immer beliebter. Aktuell gibt es auf dem deutschen Markt mehrere Plattformen, die diese Investitionsmöglichkeit anbieten. Wieso haben Sie trotz dieser umkämpften Marktsituation eine eigene Plattform gegründet?

Kammer: Wir von ReaCapital glauben, dass die private Geldanlage völlig neu gedacht werden muss – vor dem Hintergrund veränderter Märkte, Krise der Lebensversicherung und anhaltendem Niedrigzinsniveau. Immobilien bieten grundsätzlich die notwendige Sicherheit für die private Geldanlage – und deswegen sehen wir großes Potenzial in dem Crowdfunding Markt für Immobilien. Sowohl die privaten Anleger, als auch die ausführenden Bauträger können durch Crowdfunding einen echten Vorteil erzielen. Durch die üblicherweise vergebenen Nachrangdarlehen sind die Anleger jedoch nur unzureichend besichert. Denn wenn ein Projekt in Schieflage gerät, werden zuerst die Forderungen der Banken bedient. Erst wenn die Banken voll ausbezahlt wurden, erhalten auch die Crowdfunding-Anleger ihr Geld zurück. Sollten nicht genügend Gelder aus den Projekten verfügbar sein, erleiden die Anleger im schlimmsten Fall einen Totalverlust und gehen leer aus.

Mit ReaCapital haben wir es uns aber zur Aufgabe gemacht, besicherte Immobilieninvestitionen für Jedermann anzubieten. Daher besichern wir jedes Projekt mit einer Bestandsimmobilie als Realsicherheit und erreichen so ein deutlich höheres Schutzniveau als vergleichbare Plattformen. Dieser zusätzliche Schutz ist ein Service von ReaCapital und muss weder durch die Anleger, noch durch den Bauträger vergütet werden.

Aktuelles ReaCapital-Projekt: Frontansicht des Kita-Wohnkomplexes in Hamburg Bramfeld

Wie genau funktioniert die Realbesicherung bei Ihren Projekten?

Kammer: Die Realbesicherung liegt in Form einer eingetragenen erstrangigen Grundschuld an einer Bestandsimmobilie der Reafina-Gruppe vor. Diese Bestandsimmobilie hat einen aktuellen Verkehrswert von ca. zwei Millionen Euro und wird von einem Treuhänder – einer Hamburger Steuerberatungsgesellschaft – zu Gunsten der Investoren verwaltet. Im Verwertungsfall ist der Treuhänder in der Lage, die Bestandsimmobilie zu verkaufen und offene Forderungen der Investoren aus den Verkaufserlösen zu begleichen.

Durch diese Besicherung ermöglichen wir den Anlegern ein erhöhtes Maß an Sicherheit bei ihrer Investition.

Durch die verhältnismäßig hohen Renditen der Anleger tragen die Bauträger auch immer gewisse Kosten für ihr Crowdfunding-Darlehen. Wieso holen sich die Bauträger dieses Kapital nicht zu besseren Konditionen von der Bank?

Kammer: Die Finanzierung eines Immobilienprojektes besteht in der Regel aus ca. 20% Eigenkapital, welches der Bauträger selbst aufbringen muss, und ca. 80% Fremdkapital von der Bank. Bei dem Darlehen aus einem Crowdfunding handelt es sich dabei um eine Mischform, sogenanntes Mezzanine-Kapital. Dies wird von der Bank jedoch als Eigenkapital anerkannt und bietet daher zusätzliche Sicherheit für das günstige Fremdkapital von der Bank. Der Bauträger ist dadurch in der Lage, seine Eigenkapitalrentabilität durch das zusätzliche Darlehen deutlich zu verbessern. Ein Crowdfunding ist somit immer eine Ergänzung der Projektfinanzierung und kein Ersatz für eine Bankenfinanzierung.

Herr Kammer, vielen Dank für das Gespräch

Fotos: ReaCapital



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