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"Willkürliche Umfragen" Trump’s Wahlchancen stehen bei Weitem nicht so schlecht, wie die Massenmedien behaupten

26.10.2016, 14:51  |  2055   |   |   

Nach den verbalen Ausfällen von Donald Trump ist für viele der US-Medien die Wahl bereits gelaufen. Möglicherweise ist das aber gar nicht der Fall. Je nachdem, wer neuer US-Präsident wird, dürfte das aber erhebliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der USA haben.

Nur noch zwei Wochen bis der US-Wahl am 8. November: Wer sich die jüngsten Umfragen anschaut könnte glauben, dass die Wahl bereits entschieden sei. Laut der neuesten Umfrage des Fernsehsenders ABC und der Washington Post hat die Kandidatin der Demokratischen Partei Hillary Clinton einen Vorsprung von zwölf Prozentpunkten vor Donald Trump. „Clinton 50 Prozent, Trump 38 Prozent“, twitterte daher John Harwood, Washington-Korrespondent für den Fernsehsender CNBC, kaum zwei Minuten nachdem das Ergebnis der obigen Umfrage bekanntgegeben worden war. Während viele Amerikaner das als bare Münze nehmen, ist die Frage, ob die Umfrage repräsentativ ist. Dazu ein Blick auf die Angaben von ABC/ Washington Post.

Demnach machen bei der Umfrage die Anhänger der Demokraten 36 Prozent der Befragten aus, während nur 27 Prozent auf die Republikaner und der Rest auf die Anhänger der unabhängigen Kandidaten entfallen. 36 Prozent zu 27 Prozent! Wenn man in einer Umfrage viel mehr Anhänger der Demokraten als der Republikaner befragt, sollte das Ergebnis der Umfrage klar sein, oder? Nach einem ähnlichen Schema wie ABC/ Washington führen auch viele andere Institute ihre Umfragen durch, das heißt der Anteil der Demokraten unter den Befragten ist viel größer als der der Republikaner. Etliche Wahlforscher haben daher vor „willkürlichen Umfragen“ gewarnt. Man sollte nicht vergessen, dass viele der Wahlumfragen von politischen Organisationen in Auftrag gegeben werden und wenn die Umfragen nicht entsprechend ausfallen, könnten den Umfragern die Aufträge entzogen werden.

Befrag niemals einen „normalen“ Amerikaner öffentlich

Bemerkenswert ist zudem, dass es in den Umfragen keinen Rückgang der Werte für Hillary Clinton trotz ihrer zwischenzeitlichen Gesundheitsprobleme, gerade am 11. September, gegeben hatte. Normalerweise müsste man annehmen, dass der Gesundheitszustand eines Präsidenten angesichts der enormen Arbeitsbelastung ein wichtiger Faktor für die Wähler ist. Dennoch haben sich Clinton’s Gesundheitsprobleme nicht in den Wahlumfragen niedergeschlagen. Dass das Rennen trotz der verbalen Ausfälle von Donald Trump möglicherweise aber noch nicht gelaufen ist, darauf deutet eine Umfrage des Fernsehsenders CNN im Anschluss an die dritte Fernsehdebatte der beiden Kandidaten am 19. Oktober hin. Bei einer Umfrage von CNN im Fernsehstudio unter 21 Teilnehmern der Debatte äußerten 10 der Befragten, dass nach der Debatte ihre Wahlentscheidung in Richtung Trump tendiere, während nur 5 Stimmen auf Clinton entfielen. Dieses Ergebnis dürfte dem Fernsehsender gar nicht geschmeckt haben.

Ist die Wahl manipuliert?

Viele Medien greifen zudem Trump an, weil er das Ergebnis der Wahl am 8. November möglicherweise nicht anerkennen will. Das „diskreditiert die amerikanische Demokratie“ und „bricht mit der Tradition, den Willen der Bürger zu akzeptieren.“ Die Medien „vergessen“ dabei offenbar, dass es in früheren Jahren häufig die Demokraten waren, die angedeutet hatten, dass Wahlen manipuliert worden sein könnten. So wollte im Jahr 2008 der Kandidat der Demokraten Al Gore anfänglich seine Niederlage gegen George W. Bush nicht eingestehen. Nach der Entscheidung des Obersten Gerichts Floridas waren die Stimmen des Bundesstaates neu ausgezählt worden, nachdem es Gerüchte gegeben hatte, dass Jeb Bush, der damalige Governeur von Florida und Bruder von George W. Bush die Wahl zu seinen Gunsten manipuliert hätte. Daraufhin hatte aber das Oberste Gericht der USA die Neuzählung der Stimmen beendet, woraufhin George Bush mit einem Vorsprung von lediglich 537 Stimmen die Wahl in Florida und damit die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte. Clinton hat noch im August 2009 gesagt, dass Jeb Bush die 2000er-Wahl zugunsten seines Bruders manipuliert haben könnte.

Das Rennen um das Weiße Haus dürfte noch längst nicht gelaufen sein. Dafür dürfte es noch zu viele Unentschlossene geben. Die Entwicklung in den USA nach dem 8. November sollte sehr spannend werden. Vielleicht behauptet dann Clinton, dass die Wahl manipuliert worden sei. 

Themen: Bush, USA, Wahlen


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