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Berater Anleger wollen über Verluste reden

26.10.2016, 16:04  |  702   |   |   

Studien belegen immer wieder: Die Deutschen misstrauen Aktienanlagen. Wer jedoch für sein Alter vorsorgen will, kommt nicht mehr wirklich drum herum. Eine von der Unternehmensgruppe Scalable Capital in Auftrag gegebene Umfrage zeigt nun: Das Interesse ist eigentlich da. Die Angebote sind das Problem.

„Wir haben kein grundlegendes Problem mit der Kapitalmarktkultur in Deutschland. Wir haben vielmehr ein Problem mit den bestehenden Angeboten“, fasst Erik Podzuweit, Mitgründer und Co-Geschäftsführer von Scalable Capital, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. „Sie gehen in der Regel an den Bedürfnissen der Anleger vorbei.“ Die Finanzbranche müsse endlich umdenken. 53 Prozent der 2.000 Anfang Oktober befragten Personen gaben an, gerne mehr Geld am Kapitalmarkt investieren zu wollen. Vor allem die aktuelle Niedrigzinsphase ist nicht spurlos an Ihnen vorbeigegangen. „Vielen Anlegern, die bereits am Kapitalmarkt investiert sind, ist durchaus bewusst, dass der Kapitalmarkt langfristig die beste Alternative für den Vermögensaufbau ist.“ Nur jeder Fünfte gehe davon aus, genug Geld am Kapitalmarkt angelegt zu haben. 

Größtes Hindernis: Angst vor Verlusten

Vor allem die Angst vor Verlusten schreckt viele deutsche Privatanleger ab (19 Prozent). 16 Prozent fehlt das Wissen und neun Prozent die Zeit, um sich selbst um ein Portfolio zu kümmern. Acht Prozent der Befragten finden keine für sie passenden Produkte und Dienstleistungen. „Wir müssen Verlustrisiken transparent machen und diese Risiken in den Portfolios möglichst konstant halten. Nur so können wir mehr Anleger für den Kapitalmarkt gewinnen und die Defizite im langfristigen Vermögensaufbau in Deutschland beheben“, sagt Podzuweit. Denn ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung deutscher Anleger liege in der intransparenten Kommunikation der etablierten Anbieter zum Thema Risiko. „Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) hat ein relativ schlechtes oder sogar sehr schlechtes Verständnis des Verlustrisikos in ihrem Portfolio. Sie können also nicht einschätzen, wie viel Geld sie in einem schlechten Börsenjahr verlieren könnten.“ Seit dem Brexit-Votum habe sich die Angst vor Verlustrisiken auch noch verstärkt. Für 36 Prozent der Befragten ist es seitdem noch wichtiger, die Risiken im Portfolio zu verstehen. 

Quelle Bilder: YouGov Deutschland GmbH 

(TL)



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Teresa Laukötter hat den M. Sc. in Volkswirtschaft der Universität Maastricht. Als Redakteurin und Content-Managerin bei €uro Advisor Services GmbH ist sie zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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