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Teure gläserne Decke McKinsey: Geschlechterungleichheit kostet globaler Wirtschaft 12 Billionen Dollar

01.11.2016, 10:36  |  2997   |   |   

Was das Wachstum angeht, stehen sich Regierungen oftmals noch selbst im Wege. So zum Beispiel mit der Geschlechterungleichheit. Würde man dieses Problem verstärkt anpacken, so könnten laut McKinsey 12 Billionen Dollar mehr erwirtschaftet werden. 

Alle beklagen sich über schleppende Wachstumszahlen, doch ignorieren Regierungen und Unternehmen überall auf der Welt symptomatisch ungenutztes Potential verschiedenster Gruppen. Besonders traurig ist die nach wie vor bestehende Ungleichheit in der Erwerbsbeteiligung zwischen Männern und Frauen. Nach OECD-Zahlen waren im Jahr 2014 insgesamt fast 70 Prozent aller Männer erwerbstätig, bei den Frauen war es gerade mal die Hälfte. Und das nur in den Industriestaaten.

Egal wo, diese Kluft kommt allen Volkswirtschaften teuer zu stehen. Denn wenn Regierungen ihre jeweiligen Frauenquoten am Arbeitsmarkt weiter hochschrauben würden, dann könnte das globale Wachstum noch um 11 Prozent - oder umgerechnet um 12 Billionen US-Dollar - zunehmen. Natürlich ginge das nicht von heut auf morgen, doch einer jüngsten Studie der Consultinagentur McKinsey zufolge sei dieser Zugewinn bis 2025 auf jeden Fall realistisch.  

Keine Verbesserung - im Gegenteil

Ein Blick auf den jüngsten Gleichstellungbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeigt jedoch, dass daraus wohl eher nichts wird. Denn bis die Schere endgültig geschlossen werden kann, dauere es noch ganze 170 Jahre. Das WEF untersucht einmal jährlich, wie es um die Chancen von Frauen im Vergleich zu Männern in den Bereichen Gesundheit und Lebenserwartung, Bildung, Teilhabe an politischen Ämtern sowie Einkommen und Vertretung im Management bestellt ist.

Die ökonomische Kluft wird vom WEF mit 59 Prozent beziffert, so schlecht wie seit 2008 nicht mehr. Deutschland fiel zudem im Ranking von 2006 bis 2016 von Platz 5 auf Platz 13 zurück. 

Ein Verlust für alle Beteiligten

Die verschiedenen Reaktionen auf dieses Missverhältnis zeigen, dass letztlich alle Seiten gleichermaßen von der Problematik betroffen sind. So erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Harnack, dass "die weltweite Diskriminierung von Frauen in Gesellschaft und Wirtschaft ist nicht nur alarmierend, sondern schlicht unerträglich" ist. "Frauen sind derzeit die Verliererinnen der Globalisierung", fügte sie hinzu.

An die Unternehmen appellierte die Vermögensverwaltung UBS Wealth Management, dass es in deren eigenem Interesse sei, Frauen gleichberechtigt zu behandeln und ihren Aufstieg zu fördern. Laut UBS-Analystin Tan Min Lan seien Firmen mit Frauen in Führungspositionen insgesamt nämlich profitabler. Doch die sogenannte Gläserne (welche das Phänomen umschreibt, dass Frauen trotz ausreichender Qualifikationen oftmals nicht zu den Top-Positionen vordringen können), verhindere dies oftmals.

"Mehr Frauen in Arbeit zu bringen ist nur ein Teilsieg, wenn diese dann in niedrigeren Hierarchiebenenen hängebleiben", sagte die Analystin dem "Guardian". "Unternehmen müssen begreifen, dass die Erhöhung der Geschlechtervielfalt in Managementpositionen von greifbarem Nutzen sind." 

Die Aufgabe von Regierungen sei es, hierzu geeignete Rahmenbedingungen, wie ausreichende Mutter- und Vaterschaftsurlaubsbestimmungen zu schaffen und für hochqualitative, subventionierte Kinderbetreuung zu sorgen. 

 

 

 

Wertpapier: UBS Group


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