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Hass und Wut im US-Wahlkampf "Trump will den Staat aus Rache demontieren, weil seine Welt untergegangen ist"

03.11.2016, 14:09  |  3752   |  16   |   

Die Philosophin Judith Butler wirft dem US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vor, eine enorme Wut zu wecken und die Gesellschaft zu spalten. "Trump schürt zügellosen Hass, und, wie wir in letzter Zeit gesehen haben, sexuelle Handlungen ohne Einverständnis des anderen", sagte die US-amerikanische Philosophin im Gespräch mit „Zeit Online“.

Das gelte unabhängig von der sozialen Stellung seiner Anhänger. "Trump befreit Menschen, ihre Wut, ihren Hass – und diese Menschen können reich sein, sie können arm sein, sie können in der Mitte der Gesellschaft sein." Sie fühlten sich unterdrückt von Linken, Feministen, der Bürgerrechtsbewegung und Obamas Präsidentschaft, die es einem schwarzen Mann erlaubt habe, die Nation zu vertreten. Trump habe es rhetorisch geschafft, die amerikanische Linke und den amerikanischen Liberalismus als eine Gruppe von Zensoren hinzustellen. "Wir sind die Instrumente der Repression, und er ist der Fahnenträger der Emanzipation. Es ist ein Albtraum.“

Reaktionärer Populismus getrieben von Nostalgie und Verlust von Privilegien

Butler kritisierte den Populismus rechter Bewegungen wie der AfD. "Manchmal fühlen sich rechte Gruppen ausgegrenzt. Aber was sie wirklich meinen, ist, dass ihnen ihr Privileg verloren gegangen ist", sagte sie im Interview mit „Zeit Online“. Reaktionärer Populismus wolle, getrieben von Nostalgie und Verlust von Privilegien, den früheren Stand der Gesellschaft wiederherstellen. "Er möchte den Staat aus Rache demontieren, weil seine Welt untergegangen ist", sagte sie.

Angela Merkels Willkommenskultur bezeichnete Butler als wichtig, aber nicht ausreichend. Es brauche mehr als die damit verbundene Gastfreundschaft: "Diejenigen, die sich dagegen wehren, dass Migranten ein Teil der deutschen Bevölkerung werden, müssen sich auch verändern: ihr Verständnis des Deutschseins und ihre Vorstellung, wer zu Deutschland gehört." Die Deutschen müssten mehr über diese Gemeinschaften lernen und sich auch diesen Gemeinschaften anpassen.

Gewalt, Zensur und Rassismus gegen die Demokratie

Butler ist zwar eine Verfechterin öffentlicher Versammlungen als Form demokratischer Partizipation und Debatte. Rechte Bewegungen wie Pegida seien für sie aber nicht demokratisch. "Wenn eine Gruppe Rassisten zusammenkommt und sagt, sie würden von einem öffentlichen Raum ausgeschlossen, der keine Rassisten willkommen heißt, dann fragen sie nach dem Recht, andere auszuschließen. Sie versuchen, den öffentlichen Raum für ein rassistisches, ausgrenzendes Vorhaben zu gewinnen", sagte sie „Zeit Online“. Und ergänzt: "Das ist nicht demokratisch, weder in der Zielsetzung noch im Resultat." Gewalt, Zensur und Rassismus würden sich gegen die Demokratie wenden. Etwas völlig anderes, Demokratisches, sei es, wenn Migranten auf die Straße gingen und nach Inklusion fragen würden.

Zur Frage, ob es heute mehr Menschen in schwieriger sozialer Lage gibt, sagte Butler: "Arbeitende Menschen gerecht zu bezahlen, wird nicht mehr so ernst genommen." Im Gegensatz zu früher würden Menschen nicht mehr nur durch Kriege enteignet werden, sondern auch durch Fiskalpolitik und Neoliberalismus. Sie hätten Einfluss auf Arbeits- und Wohnverhältnisse – "auch darauf, ob es genug zu essen gibt".
 



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Kommentare

Wer ist Judith Butler, die bestimmen kann, was Recht ist und was Unrecht, was Demokratie und was nicht, die einen großen Teil der Bevölkerung als Populisten und Rassisten beschimpft?

Sie gehört in die Riege der Priviligierten, die die Sorgen und Nöte des normalen Volkes nicht kennt oder nicht kennen will, die nicht zuhört, die das, was auf uns zukommt nicht erkennt; Judith Butler ist ein nachplapperndes, gleichgeschaltetes Dummerchen, nichts weiter.
....könnte es nicht sein,daß... Trump den Staat und die zerfallende Amerikanische Gesellschaft einfach nicht einer kriminellen Organisation überlassen will ? Ich mag Trump als Person überhaupt nicht aber...all das was die Autorin ihm anlastet und unterstellt trifft in weit höherem Maße auf seine Konkurrentin zu !
"Butler kritisierte den Populismus rechter Bewegungen wie der AfD"

Diese dümmliche Schlxxxx namens Butlar erinnert mich an eine mir bekannte Psychiaterin, die Merkel für hoch intelligent hält. Diese Frauen sind in einem noch nicht beschriebenen wahnhaften Krankheitsbild gefangen.

Hier ein Schreiben des Landtagsabgeordneten Dr. Balzer an sein ehemaliges Reisebüro

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde und Mitstreiter,

die von mir gemachte Erfahrung mit dem FIRST Reisebüro Bad Schönborn möchte ich gerne mit Ihnen teilen:

Als langjähriger Kunde des besagten Reisebüros, wollte ich, wie ich es fast jedes Jahr tue, auch dieses Jahr eine größere Reise dort buchen. Umso erstaunter war ich, dass man mir per E-Mail mitteilte, trotz der langjährigen guten Geschäftsverbindung mit mir und meiner Familie, an meiner Kundschaft kein Interesse mehr zu haben.

Meine Verwunderung verwandelte sich recht schnell in Verärgerung, als ich die Begründung dafür las: man sei mit meinem politischen Engagement nicht einverstanden. Deshalb möchte man mich nicht mehr bedienen. Meine Frau wird auch nicht mehr bedient. Hier beginnt die Sippenhaft. Werden demnächst alle AfD-Mitglieder im FIRST Reisebüro Bad Schonborn nicht mehr bedient? Oder am Ende auch noch alle AfD-Wähler?

Das Verhalten dieses Reisbüros ist einer Demokratie unwürdig. Kann sich jemand vorstellen was geschähe, wenn beispielsweise Italiener oder Türken nicht mehr bedient werden? Jeder echte Demokrat in Bad Schönborn sollte sich einmal diese Frage stellen und dann entscheiden, ob er beim FIRST Reisebüro Bad Schönborn, noch Kunde sein will.

Ich hoffe, dass Ihnen so eine Erfahrung, wie ich Sie geschildert habe, erspart bleibt. Falls Sie schon ähnliches erlebt haben, dann senden Sie mir bitte Ihren Erlebnisbericht.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Balzer
"Trump will den Staat aus Rache demontieren, weil seine Welt untergegangen ist"

Das wollen Millionen von US-Bürgern, das ist doch vollkommen nachvollziehbar.

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