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Rohstoffe: Ölpreis auf Talfahrt, Gold im Höhenflug – das müssen Sie jetzt wissen!
Foto: www.commerzbank.de

Rohstoffe Ölpreis auf Talfahrt, Gold im Höhenflug – das müssen Sie jetzt wissen!

Gastautor: Eugen Weinberg
02.11.2016, 11:20  |  2891   |   |   

Energie: Die Ölpreise sind gestern nach einer anfänglichen Erholung am Nachmittag und Abend erneut unter Druck geraten. Die Preisschwäche setzt sich bis in den Morgen fort. Brent handelt aktuell bei weniger als 48 USD je Barrel und damit auf dem niedrigsten Stand seit Ende September. Gleiches gilt für WTI, welches sich der Marke von 46 USD je Barrel annähert. Verstärkt wurde der Preisrückgang durch die am Abend nach Handelsschluss veröffentlichten Lagerdaten des American Petroleum Institute. Demnach stiegen die US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche unerwartet kräftig um 9,3 Mio. Barrel. Hauptverantwortlich hierfür war eine geringere Rohölverarbeitung und gestiegene Importe. Letztere liegen laut API wieder bei 8,1 Mio. Barrel pro Tag. Das US-Energieministerium wies die Importe zuletzt gut 1 Mio. Barrel pro Tag niedriger aus. Sollte es hier zu einer Angleichung kommen, wäre bei den offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag mit einem ähnlich starken Lageraufbau zu rechnen. Wir hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass der Abbau der US-Rohölvorräte in den letzten Wochen nahezu ausschließlich auf die deutlich gesunkenen Importe zurückzuführen und damit nicht als ein Signal für einen Abbau des Überangebotes zu werten war. Dies scheint sich nun zu bestätigen. Die Ölpreise dürften damit unter Druck bleiben. Auch die OPEC trägt ihren Anteil zum erneuten Preisverfall bei. Während sie seit Wochen über Produktionskürzungen redet, weitet sie ihre Produktion in Wirklichkeit aus. Libyen produziert eigenen Angaben zufolge aktuell 590 Tsd. Barrel pro Tag und damit 300 Tsd. Barrel pro Tag mehr als Mitte September.

Produktideen: Unlimited Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE48Z4 Bull Oil Brent Future Jan 2017 Hebel 3,7
CE46WK Bear Oil Brent Future Jan 2017 Hebel 7,5

Edelmetalle: Die Preise für Gold und die anderen Edelmetalle befinden sich seit Wochenbeginn im Höhenflug. Für Auftrieb sorgt ein deutlich schwächerer US-Dollar. Gleichzeitig ist die Risikoaversion deutlich angesprungen. Der S&P-500 schloss gestern auf einem 4-Monatstief, was heute auch die Aktienmärkte in Asien und Europa belastet. Gold kostet aktuell nur noch etwas weniger als 1.300 USD je Feinunze und damit so viel wie zuletzt vor einem Monat. Gleiches gilt für Silber mit 18,5 USD je Feinunze und Platin mit knapp 1.000 USD je Feinunze. Palladium, welches letzte Woche noch auf ein 3½-Monatstief von 612 USD je Feinunze fiel, handelt inzwischen wieder deutlich höher bei 635 USD. Platin und Palladium profitieren heute zusätzlich von robusten US-Fahrzeugabsätzen, welche in der letzten Nacht veröffentlicht wurden (siehe Industriemetalle Seite 2). Die Fed dürfte die Zinsen heute unverändert belassen und zunächst den Ausgang der US-Wahlen am kommenden Dienstag abwarten. Denn aktuelle Meinungsumfragen zeigen, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump den Rückstand auf die demokratische Konkurrentin Clinton deutlich verkürzen konnte. Auch wenn Clinton bei den maßgeblichen Wahlmännerstimmen noch immer einen erheblichen Vorsprung aufweisen dürfte, könnte die Wahl am kommenden Dienstag spannender werden als noch vor wenigen Tagen gedacht. Erinnerungen an das Brexit-Referendum von Ende Juni werden damit wach. Damals stieg Gold im Anschluss an die Abstimmung innerhalb weniger Tage um fast 10%.

Produktideen: Standard-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD75SD Call Gold Basispreis 1.100,00 USD
CD75SZ Put Gold Basispreis 1.100,00 USD

Industriemetalle: Der Höhenflug an den Metallmärkten dauerte gestern an. Allerdings setzt das schlechtere Aktienumfeld am heutigen Morgen den Preisen etwas zu: Beflügelt von der überraschend deutlich aufgehellten Stimmung in der chinesischen Industrie kletterte der Index der Londoner Metallbörse gestern auf ein neues 15-Monatshoch. Der chinesische Einkaufs-managerindex für das verarbeitende Gewerbe lag mit einem Wert von 51,2 im Oktober deutlich im expansiven Bereich und markierte den höchsten Wert seit Juli 2014. Zusätzlich stimulierten die robusten Konjunkturdaten im zweitwichtigsten Absatzmarkt für Industriemetalle, den USA: Der ISM-Index stieg auf 51,9, und die US-Fahrzeugabsätze überraschten mit annualisiert 17,9 Mio Fahrzeugverkäufen im Oktober ebenfalls leicht positiv. Kupfer konnte gestern am stärksten profitieren und erklomm mit 4.920 USD je Tonne ein 3-Monatshoch. Offensichtlich lassen sich die Investoren nicht von den in Aussicht gestellten Überschüssen verschrecken. Vielmehr haben sie ihre Netto-Long-Positionen an der LME zuletzt wieder aufgebaut. Mit 43 Tsd. Kontrakten sind diese mehr als doppelt so hoch wie Anfang September, aber von ihren Hochs im Mitte Mai 2015 noch immer spürbar entfernt. Positiv stimmen wohl zum einen die derzeit wieder fallenden LME-Lagerbestände. Zum anderen rechnen die meisten Händler u.a. wegen Arbitragevorteilen mit steigenden Kupferimporten Chinas zum Jahresende. Kupfer hinkt mit einem Preisanstieg von nur 5% im laufenden Jahr weit hinter den anderen Industriemetallen zurück.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CZ33DM Long Copper Future Dec 16 Faktor 3
CZ33DK Short Copper Future Dec 16 Faktor -3

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Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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